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Stadt Vilsbiburg  |  E-Mail: stadt@vilsbiburg.de  |  Online: http://www.vilsbiburg.de

Zur Erhebung der Stadt vor 75 Jahren - von Peter Käser

Geschichte

Fünfundsiebzig Jahre Stadtrecht sind sicher kein Ereignis von epochaler Tragweite, kein Jubiläum aus dessen Anlass man ein Denkmal enthüllt. Aber 75 Jahre sind ein Markstein, an dem man innehält um in der Vergangenheit zu forschen, die Gegenwart zu betrachten und die Zukunft zu überdenken.


Der 1. April 1929 brachte dem Markt Vilsbiburg eine frohe Botschaft, die von vielen Bewohnern zuerst als ein Aprilscherz gewertet wurde. Durch Entschließung des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren vom 28. März 1929, wurde der Marktgemeinde Vilsbiburg die Genehmigung erteilt, die frühere Bezeichnung „Stadt" wieder zu führen. Nun fragte sich doch so mancher: War denn Vilsbiburg schon einmal eine Stadt?


Das Leben und Werden einer Stadt ist unumgänglich mit seiner Geschichte verknüpft. Diese historische Symbiose wird im Heimat- und Stadtmuseum Vilsbiburg auf 1000 qm hervorragend präsentiert.


Zum 75jährigen Stadtjubiläum ist es fast ein »muß« die archivalen Quellen zu studieren. Sie bringen den Nachweis, dass ab dem Jahre 1367 Vilsbiburg nur noch als Markt, früher aber auch schon als Stadt in den Urkunden zu finden ist. In den bisherigen Forschungen zur Stadtgeschichte wird dies auch immer wieder erörtert. Urbare, Urkunden und Freiheitsbriefe aus den Jahren 1301/04, 1323, 1337 und 1341 bringen vielfältig und unabdingbar den Beweis, dass schon zu dieser Zeit, das mit Mauer, doppeltem Wall und Zaun befestigte Vilsbiburg, als „Stat" geführt wurde und eine herzogliche Wittelsbacher Stadt gewesen ist.


Schon vor fast 100 Jahren waren Bestrebungen im Gange, für den Markt Vilsbiburg, den im Jahre 1323 innegehabten Titel „Stadt" wieder anzunehmen. Zur Durchführung dieses Gemeindebeschlusses war eine Volksabstimmung notwendig.


Beim Durchblättern des Vilsbiburger Anzeigers vom Jahre 1906, werden einige Bekanntgaben des damaligen Markt-Magistrats und der Bürgerschaft zur Stadterhebung preisgegeben.


Innerhalb der Bevölkerung gab es geteilte Meinungen zu diesem Vorhaben. Für die Wiederernennung zur Stadt gab es eifrige Befürworter, aber auch zahlreiche Skeptiker, die der Meinung waren, wenn Vilsbiburg zur Stadt erhoben ist, wird dieser auch eine höhere Steuerlast aufgebürdet. Am 23. Dezember 1905 beschlossen Magistrat und Gemeindekollegium in einer gemeinsamen Sitzung unter Bürgermeister Michael Winkler entsprechende Schritte einzuleiten. Am 26. Januar 1906 wurden die Bürger vom Magistrat und dem Gemeindekollegium dahingehend informiert, dass in der Sitzung vom 23. Dezember beschlossen wurde, für den Markt Vilsbiburg, den nach Ausweis des vorliegenden Aktenmaterials noch im Jahre 1323 innegehabten Titel „Stadt" wieder anzunehmen. Jedoch ist dazu die Zustimmung von 2/3 der Bürgerschaft erforderlich. Informiert wurde auch, dass durch die Umwandlung des Marktes in eine Stadt, eine Umlagenerhöhung nicht eintritt. Die Frist zur Abgabe der Stimme war auf den 15. Februar festgelegt, wurde dann aber bis zum 1. März 1906 verlängert. Der Grund der Verlängerung waren die vielen gegenseitigen Meinungen in der Vilsbiburger Bürgerschaft. Ein Aufruf an die Bürger, die Liste nur zu unterschreiben wenn die Überzeugung gewonnen hat, dass der Titel „Stadt" wirklich in jeder Beziehung Vorteile mit sich bringt, lässt die Unsicherheit erkennen. „Es ist die gegenwärtige Anschauung und Überzeugung der meisten Bürger, dass dies nicht der Fall ist und die Lasten für die Bürger durch die Erhebung zur Stadt, eine erheblich größere wird." Begreiflich, dass in den folgenden Tagen und Wochen die verschiedenen Meinungen aufeinander prallten und besonders am „Biertisch" ging es manchmal gar „hitzig" zu. Das Ergebnis dieser Volksbefragung war ernüchternd. Der Bericht über die Magistratssitzung vom 8. März 1906 machte alles klar: „Bezüglich des Projektes für den Markt Vilsbiburg, den bereits in früheren Jahren innegehabten Titel „Stadt" wieder anzunehmen, wird bekannt gegeben, dass von den stimmberechtigten 158 Bürgern nur 79 (Frauen wurden nicht gefragt!) dafür stimmten und somit die vorgeschriebene Zahl der Stimmen nicht erreicht wurde".

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