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Ehrenbürger 1989 Fritz Dräxlmaier

Ehrenbürger 1989 Fritz Dräxlmaier

"Ein Glücksfall für die Stadt Vilsbiburg"

(Text: Vilsbiburger Zeitung, 20.12.1989, -gs-)

 

Stadtrat verlieh einstimmig Ehrenbürgerrecht an Unternehmer
Fritz Dräxlmaier-"Gewinn für die engere Heimat"

 

Vilsbiburg. Zum dritten Mal innerhalb von 44 Jahren verlieh der Stadtrat das Ehrenbürgerrecht an einen verdienten Mitbürger der Stadt. Nach Geistlichem Rat Xaver Hirl und Pater Olaf Becht erhielt am Montag abend der Unternehmer Fritz Dräxlmaier aus der Hand von Bürgermeister Josef Billinger die Urkunde, nachdem der Stadtrat vor einigen Wochen einstimmig beschlossen hatte, das Lebenswerk Dräxlmaiers auf diese Art zu würdigen. In seiner Laudatio beschrieb Billinger, wie der Unternehmer zusammen mit seiner Frau Lisa aus kleinsten Anfängen eine Firma aufgebaut hat, die heute allein in Vilsbiburg 1050 Arbeitsplätze bietet. In seiner Dankesrede betonte Dräxlmaier, dass nicht er allein diese Firmenentwicklung geschafft habe; deshalb sei diese Ehrung auch eine Auszeichnung für seine Mitarbeiter.

 

Die Talente von Fritz Dräxlmaier standen im Mittelpunkt der Laudatio von Bürgermeister Josef Billinger. In Anlehnung an ein biblisches Gleichnis nannte er den Unternehmer einen Mann, der in beeindruckender Weise seine Begabungen und Fähigkeiten ausgenutzt habe: Sein Gespür für Marktchancen, den Mut zum verantwortungsbewussten Risiko, sein kaufmännisches Geschick verbunden mit wirtschaftlichem Weitblick, Menschenkenntnis und sein Durchsetzungsvermögen bei harten, aber fairen Verhandlungen; gerade letzteres könne er aus persönlichen Erfahrungen bestätigen, fügte Billinger an.
Billinger streifte in seiner Rede kurz die Firmengeschichte der FGD, der Firmengruppe Dräxlmaier. Bei der Firmengründung 1958 sei wenig oder gar kein Geld vorhanden gewesen, es habe aber das Angebot von Anderl Glas gegeben, die Elektrokabelsätze für das Goggomobil nach Dingolfing zu liefern. Dräxlmaier, der mit Glas befreundet war, ergriff die Chance und begann so den Aufbau der heutigen Firmengruppe. Die Anfänge im früheren Schöxkeller hätten mehr einem Heimwerkerplatz, denn einem Industriebetrieb geglichen. Innerhalb von eineinhalb Jahren hätten die Dräxlmaiers –seine Frau Lisa gehört untrennbar zu ihm und seinem Erfolg– und ihr Mitarbeiter Nr.1, Karl Wallner, bereits 62 Mitarbeiter für ihre Produktion benötigt. Heute seien es in Vilsbiburg weit über 1000 und in allen 14 Fabriken rund 3600 Arbeiter und Angestellte.
Darin liege auch die Bedeutung der Firma für Vilsbiburg. "Die Arbeitsplätze sind für unsere Stadt ein Kapitel, das vielfältige Zinsen bringt", sagt Billinger. Die über die Lohnsumme ausstrahlende Kaufkraft wirke sich positiv auf das örtliche Wirtschaftsleben aus. Die Investitionen und der Folgebedarf an Dienstleistungen seien für das Gewerbe der Stadt ein bedeutender Aktivposten. Auch den für die Stadt erfreulichen Begriff Gewerbesteuer ließ Billinger nicht aus. "Wenn wir dies alles recht verdenken und abwägen, dann können wir mit Fug und Recht feststellen, dass Vilsbiburg durch die Firmen Dräxlmaier viel, sehr viel gewonnen hat", schloss der Bürgermeister: "Für unsere engere Heimat ist das Unternehmen Dräxlmaier ein Glücksgriff".
Den überragenden, persönlichen Anteil an dem Erfolg der Firmengruppe wolle der Stadtrat deshalb mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde dankbar anerkennen. "Sie haben sich –zusammen mit ihrer Frau– als Gründer, als Lenker und Motor der Firmengruppe Dräxlmaier um die Stadt Vilsbiburg besonders verdient gemacht", beendete Billinger seine Laudatio. Im gleichen Atemzug mit dem unternehmerischen Erfolg müsse rühmend die Förderung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens der Stadt genannt werden. In seiner kurzen Dankesrede erinnerte sich Fritz Dräxlmaier ebenfalls an die Anfänge seiner Firma. Es sei damals nicht leicht gewesen, seine ursprüngliche Branche zu verlassen und trotz seines "Mittelalters" noch einmal etwas völlig Neues zu beginnen. Er habe aber eine große Unterstützung durch seine Frau und Karl Wallner gefunden, später auch durch Herrn Glang als seinem engsten Mitarbeiter. "Nehmen Sie bitte diese Ehrung so hin, dass nicht nur ich, sondern auch Sie und alle Mitarbeiter diese Auszeichnung erhalten haben", richtet er seine Worte an die im Sitzungssaal anwesenden Familienmitglieder und Mitarbeiter. Freude bereite es ihm zu wissen, so Dräxlmaier, dass sein Sohn seit 15 Jahren bereits erfolgreich in der Firma mitarbeite: "Da weiß ich, dass ich die Zukunft der Firmengruppe in gute Hände legen kann". Nach der Festsitzung, die von der Stub`n-Musi der Städtischen Musikschule umrahmt wurde, traf sich die Versammlung im Sportparkrestaurant, wo das Ereignis mit einem köstlichen kalten Buffet gefeiert wurde.

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