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Ehrenbürger 1964 Pater Olaf Becht

Ehrenbürger 1964 Pater Olaf Becht

Urkunde an Pater Olaf verliehen

(Text: Vilsbiburger Zeitung, 31.10.1964)
Festsitzung des Stadtrats anlässlich Übergabe des Ehrenbürgerbriefes

Vilsbiburg. Im Rahmen einer Festsitzung überreichte gestern in den zeitigen Nachmittagsstunden Bürgermeister Billinger die Urkunde zu der in einer Stadtratssitzung am 3.April dieses Jahres ausgesprochenen Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Pater Guardian Olaf vom Kapuzinerkloster. Der Bürgermeister würdigte die Verdienste des Wallfahrtsdirektors um die Ausgestaltung der Wallfahrt und Wallfahrtskirche und damit um die Stadt Vilsbiburg. Er gab auch zwei weitere Geschenke für Kloster und Wallfahrt bekannt. Pater Olaf dankte in herzlichen Worten für diese Ehrung. Anwesend waren neben den Stadträten auch Kapuzinerprovinzial Gebhardt, Pater Fulgenz und Stadtpfarrer Hilbinger.

 

1.Bürgermeister Billinger wies in seiner Festansprache darauf hin, dass sich eine Abordnung des Stadtrates am 4. April im Kapuzinerkloster einfand, um Pater Olaf zum Geburtstag zu gratulieren und die Verleihung des Ehrenbürgerrechts auszusprechen. "Am 22.November sind es genau 35 Jahre, dass Pater Olaf seinen Einzug in Vilsbiburg hielt. Dieser Einzug wäre sicherlich unter feierlicheren Umständen vor sich gegangen, hätte man damals schon geahnt, dass später dieser einsame Fussgänger vom Bahnhof zum Kapuzinerkloster Ehrenbürger unserer Stadt werden würde." Der Redner betonte, die Stadt sei "sparsam mit der Verleihung von Ehrenbürgerurkunden", denn es gebe nur zwei lebende Ehrenbürger. Dieser Feier der Verleihung seien Grenzen gesetzt, da es sich jedes mal um geistliche Herren handelte. In beiden Fällen ging man nicht von einer "Liebedienerei der Kirche" gegenüber aus, sondern man wählte Männer aus, die sich um die Stadt verdient machten. "Die Stadt hat aber gerade geistlichen Herren sehr viel zu verdanken". Der Bürgermeister erinnerte an Pfarrer Westendorfer, der 1460 das Spital errichtete, an Benefiziar Vest, der das St. Johannes-Kinderheim gründete, an Pfarrer Jäger, der den Kindergarten ins Leben rief, und an Pfarrer Spirkner, einen um die Heimatgeschichte verdienten Mann. Geistl. Rat Hirl habe den Weg zur Gründung der Pfründesiedlung geebnet und Pater Olaf habe durch den Ausbau der Wallfahrt zur Maria-Hilfkirche den Namen Vilsbiburg weithin bekannt gemacht.
Über die Wallfahrt habe einst Oberlehrer Hertl geschrieben: "Hier hat der genannte (schlichte Schlotfeger) Orelli weiterhin am 27.Mai 1686 den Grundstein zu einer Kapelle gelegt". Der Bürgermeister schilderte in kurzen Zügen die Entwicklung des Kirchenbaus auf dem Maria-Hilfberg, den Einzug der Kapuziner im Kloster, die bekannte Sage vom "unzerbrechlichen Kristallglas", den Bau des jetzigen Gotteshauses sowie besonders festliche Ereignisse auf dem Berg. Hierzu zählten das erste feierliche Maria-Namensfest 1710 und die glanzvolle 200-Jahrfeier 1910. Der Sprecher erinnerte auch an die Krisenzeit während des Dritten Reiches, des Kriegs und der Nachkriegszeit. Aber "unerschütterlich war die Opferbereitschaft der Bevölkerung, waren die Treue und Anhänglichkeit der Menschen unserer Heimat zur Wallfahrt Maria-Hilf und zum Kapuzinerkloster in der Vergangenheit und sind es bis zum heutigen Tag geblieben". Das Klostergebäude, vorübergehend im Besitz der Stadt, sei wieder Eigentum des Ordens. "Das große Anliegen , die Kapuziner der Stadt Vilsbiburg für alle Zeiten zu behalten, hat damit seinen äußeren Ausdruck gefunden". Vor allem betonte der Bürgermeister, durch "nie erlahmende Unermüdlichkeit und seine große Gabe, die Gläubigen zum Gebet anzuregen" habe Pater Olaf die Wallfahrtskirche im Innern erneuert, die Außenanlagen neu gestaltet, die Kirche äußerlich renoviert, die Kirchtürme den veränderten Verhältnissen angepasst und auch das Klostergebäude selbst renoviert. "Die Dienste des Kapuzinerpaters Olaf wären nur Halbheiten , wenn sie sich auf das Äußerliche allein bezogen hätten", erklärte Bürgermeister Billinger, "eine Wallfahrtsstätte muss ein Heiligtum sein und darin dürfen wir das einmalige Verdienst unseres Ehrenbürgers sehen, dass er es verstanden hat, dass Maria-Hilf zu einer Zufluchtsstätte wurde für ungezählte Menschen". Die Gestaltung der Marienfeiern am 13. Jeden Monats oder an Maria-Namen gereichten den Pater Guardian und seinen Ordensbrüdern zur Ehre. "Der Name Vilsbiburg und die Wallfahrt sind ein untrennbarer Begriff geworden und so wollen wir auch die Ehrung des Hochw. Herrn Pater Olaf auf die Wallfahrt und auf das Kloster der Kapuziner bezogen wissen. Vor 35 Jahren wurde Vilsbiburg wieder in den Rang einer Stadt erhoben und vor 35 Jahren kam unser neuer Ehrenbürger in diese Stadt. Bürgermeister Billinger gab auch bekannt, dass die Stadt beim Anschluss des Klosters an das städt. Kanalnetz dem Kloster "finanziell entgegenkam" und außerdem die Stadt dem Kloster die Scheinwerferanlage zum Anstrahlen der beiden Kirchtürme der Wallfahrtskirche zum Geschenk mache. Mit dem Wunsch , die Stadt und ihre Wallfahrt möge weiter blühen, schloss der Bürgermeister seine Ansprache. Die Überreichung der Ehrenbürger-Urkunde verband er mit den besten Wünschen in des Stadtrats und in seinem Namen.
Bürgermeister Billinger zitierte auch ein Schreiben des anderen Ehrenbürgers, Geistl. Rat Hirl, der es begrüßte, dass sein geistlicher Mitbruder, der ihn mehrere Jahre als Kooperator in der Stadtpfarrei unterstützte, ebenfalls dies Auszeichnung der Stadt zuteil wurde. Pater Guardian Olaf bezeichnete es in seinen Dankesworten als selbstverständliche Pflicht, dass er sich für die Wallfahrt eingesetzt habe. Er selbst habe am Tag seiner Ankunft vor 35 Jahren nicht geahnt, dass ihn die Stadt so lange beherbergen werde, zumal ein solcher Umstand ungewöhnlich im Kapuzinerorden sei. Er dankte für die Verleihung der Urkunde sowie für die Geschenke der Stadt und versprach, alles in seinen Kräften Stehende zu tun, der Wallfahrt Maria-Hilf weitere Impulse zu geben. In seinem Schlusswort sicherte Bürgermeister Billinger die weitere Unterstützung der Stadt zu und verband damit die besten persönlichen Wünsche für den neuen Ehrenbürger, den auch Kapuzinerprovinzial Gebhardt, Stadtpfarrer Hilbinger und Pater Fulgenz zu dieser Auszeichnung gratulierten.

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