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Ehrenbürger 1957 Geistlicher Rat Franz Xaver Hirl

Ehrenbürger 1957 Geistlicher Rat Franz Xaver Hirl
Geistlicher Rat Franz Xaver Hirl und Bürgermeister Hans Kögl (stehend von links)

Ehrenbürgerbrief für Geistlichen Rat Hirl

(Text: Vilsbiburger Zeitung, 29./30.07.1957)

 

Feierliche Sondersitzung des Stadtrates Geistlicher Rat Hirl:
"Mit Dank und Freude nehme ich diese Auszeichnung entgegen."

 

In einer feierlichen Sondersitzung des Stadtrates wurde am Freitag abend dem ehemaligen Stadtpfarrer von Vilsbiburg, Geistlicher Rat F. X. Hirl, das Ehrenbürgerrecht verliehen. Bürgermeister Hans Kögl würdigte in einer kurzen Dankadresse das Wirken des zum Ehrenbürger der Stadt Vilsbiburg ernannten Priesters. – Geistlicher Rat Hirl gab seiner Freude über die Ehre Ausdruck und erklärte, er sehe in dieser Würdigung eine Anerkennung der Tätigkeit eines Vertreters der Kirche. Gegen 18.30 Uhr brachte ein Wagen der Stadt den Ehrenbürger wieder nach Oberschneiding zurück, wo man ihn abgeholt hatte.


Eine feierliche Stimmung herrschte im Sitzungssaal. Die Stadträte waren in schwarzem Anzug erschienen, auf den Tischen standen Asparagus–Stöcke, das Stadtwappen an der Stirnseite des Saales war geschmückt und auf dem Mittelplatz des Bürgermeistertisches stand eine große und schön ausgelegte Löwenmaulschale.
Die Zuhörerstühle waren alle besetzt. Unter den Gästen sah man auch Stadtpfarrer Hilbinger und Kooperator Reindl. Kurz nach 18 Uhr traf Geistlicher Rat Hirl ein. Die Stadträte erhoben sich und der ehemalige Stadtpfarrer von Vilsbiburg begrüßte jeden mit einem herzlichen Händedruck.
Bürgermeister Kögl bot ihm den Ehrenplatz an dem Bürgermeistertisch an und verlas dann den Wortlaut der Urkunde.
Bürgermeister Kögl erklärte in einer kurzen Ansprache, die Verleihung des Ehrenbürgerrechts sei ein Dank für die vielen Opfer die Geistl. Rat Hirl während seiner Amtszeit der Stadt Vilsbiburg erwiesen habe. So habe Stadtpfarrer Hirl es ermöglicht, dass in der heutigen Pfründesiedlung vielen einheimischen und heimatvertriebenen Familien Wohnungen gegeben und damit auch der Arbeitsplatz gesichert werden konnte.
Ein weiteres großes Verdienst seien die Bemühungen um den Schulhausbau. Diese Verdienste um das allgemeine Wohl der Stadt habe den Stadtrat bewogen in einer Sitzung am 28. Juni Geistl. Rat Hirl einstimmig das Ehrenbürgerrecht zu verleihen.
Nachdem der Bürgermeister den Ehrenbürgerbrief mit den Glückwünschen des Stadtrates überreicht hatte, dankte Geistl. Rat Hirl für diese Auszeichnung und sagte: "Ich bin sehr überrascht über diese Ehrung und bin mir nicht etwas Besonderes bewusst. Was ich getan habe, das ist eine Verpflichtung, die sich von selbst versteht. Ich freue mich aber, dass die Öffentlichkeit das Wirken eines Vertreters der Kirche anerkennt. Ich habe nur getan, was ich tun konnte."
In seinen weiteren Ausführungen erinnerte er an die Verhältnisse von 1947 und sagte, er freue sich heute, dass Vilsbiburg einer großen Not abgeholfen werden konnte. "Wenn heute 1200 Menschen dort wohnen können, wo früher des Pfarrers Kartoffel gewachsen sind, dann ist das mehr wert".
Auch in den Verhandlungen um den Schulhausbau habe er nur als Vertreter der Kirche gehandelt. Viel Segen gehe von dieser Verbindung Schule-Kirche aus.
In seinen Schlussworten sagte Geistl. Rat Hirl: "Ich habe Vilsbiburg erst so richtig ins Herz geschlossen, als ich nicht mehr hier war. Und heute muss ich sagen: so warm habe ich Vilsbiburg noch nicht erlebt. Ich fühle mich auch noch in Oberschneiding als Bürger dieser Stadt". Er wünschte Eintracht und Frieden in der Stadt und eine weitere gute Zusammenarbeit zwischen Stadtrat und Pfarramt.
Bürgermeister Kögl wünschte abschließend Geistl. Rat Hirl namens des Stadtrates für die Zukunft alles Gute. Ehe der frühere Stadtpfarrer die Sondersitzung verließ, verabschiedete er sich von jedem Stadtrat.
Die Entscheidung des Stadtrates hat in der Öffentlichkeit allgemeine Zustimmung gefunden. Geistl. Rat Hirl ist der erste Ehrenbürger der Stadt Vilsbiburg seit Kriegsende. Der letzte Ehrenbürgerbrief wurde vor rund 25 Jahren verliehen.

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