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Träger des Kulturpreises 1999 - Chorgemeinschaft Vilsbiburg e. V. und Hanns Finkenzeller

Träger des Kulturpreises 1999 Chorgemeinschaft Vilsbiburg e. V. und Hanns Finkenzeller
VHS-Direktor Gerhard Hellmann (am Rednerpult), Chorgemeinschaft (hinten); Foto: Wilhelm Grässle

Wo die Sprache einen Klang bekommtGrossansicht in neuem Fenster: Träger des Kulturpreises 1999: Hanns Finkenzeller; Foto: Vilsbiburger Zeitung

Vilsbiburger Zeitung, 11.04.2000

 

 

Chorgemeinschaft bekam Kulturpreis der Volkshochschule

 

Vilsbiburg. Seit Jahrzehnten bereichern sie mit ihrem Gesang das kulturelle Leben der Stadt; Lohn war der Applaus des Publikums. Am Freitag erfuhr das Wirken der Chorgemeinschaft auch ganz offiziell eine Würdigung mit der Verleihung des VHS-Kulturpreises. Damit wurden einerseits die Sänger geehrt, andererseits aber auch der langjährige Vorsitzende der Chorgemeinschaft, Hanns Finkenzeller, wie VHS-Direktor Gerhard Hellmann beim Festakt in der Realschule betonte.

 

Zum sechsten Mal wurde der Kulturpreis der städtischen Volkshochschule verliehen; in Vilsbiburg ist er der einzige Preis dieser Art. Dabei hatte die Jury mit insgesamt neun Mitgliedern nicht immer nur die "klassische" Kultur im Auge: Die Preise gingen bislang unter anderem neben dem Musikverein oder dem VHS-Kammerorchester auch an den Heimatverein und an das Schüler-Team, das den Internet-Auftritt der Stadt entworfen hatte.
Und in all den Jahren seit der ersten Kulturpreisverleihung im Jahr 1994 war auch schon die Chorgemeinschaft als Preisträgerin im Gespräch, die unter der musikalischen Leitung von Peter Röckl mit zahlreichen kulturellen Großveranstaltungen wie etwa der Carmen-Inszenierung von sich reden gemacht hatte. Heuer fiel das Votum auf die stimmgewaltige Gruppe. Entsprechend gab es Lob von VHS-Direktor Gerhard Hellmann: "Die Ausgezeichneten haben in vorbildhafter Weise Kultur als Ausdruck künstlerischer Lebensäußerung in vielen hochwertigen Veranstaltungen in der Region, aber auch im Ausland vermittelt."
Dem Gesang der Chorgemeinschaft galt ein Teil des Lobes, als zweitem Preisträger wurde Hanns Finkenzeller die Auszeichnung zuteil. Bis zu seinem vorzeitigen Rücktritt zum Ende des Jahres 1999 leitete er als Vorsitzender viele Jahre lang die Chorgemeinschaft. Hellmann bezeichnete Finkenzeller in seiner kurzen Ansprache als "guten Geist und Organisator, ohne den die Chorgemeinschaft diese Erfolge nicht hätte vorweisen können."
Die eigentliche Laudatio auf die Kulturpreisträger hielt Dr. Rolf Grigat. Er erinnerte zunächst daran, dass es die Chorgemeinschaft bereits seit 24 Jahren gebe. "Wir ehren und preisen und loben diese Frauen und Männer, die in Bescheidenheit und Disziplin, durch Fleiß und Geduld zu einem Musik-Chor und damit zu lebendiger Musik geworden sind", beschrieb Grigat das Wesen des Chores. Dabei sei auf dem Boden von Bescheidenheit, Disziplin, Fleiß und Geduld die Kunst verwurzelt.
Grigat wies darauf hin, dass die Menschen viel ärmer wären ohne Gesang. "Dann fehlt uns das Klingen unserer Sprache. Und wenn eine Sprache nicht mehr zum Klingen gebracht wird, stirbt sie." Den Sängerinnen und Sängern komme dabei die Aufgabe zu, den Weg in die Sprache als innere Heimat der Menschen freizuhalten. Lasse man die Sprache verkommen, werde das Bewusstsein der Manschen durch die Ohren hindurch okkupiert und man verliere das angestammte Wohnrecht in der inneren Heimat. "Wir brauchen das gesungene Wort; denn wie sonst können wir uns gegenseitig mitteilen, was wir wirklich erfahren und erleiden und erhoffen und erinnern", fragte Grigat in die Runde.
Zwischen den einzelnen Redebeiträgen sang der Chor drei Stücke aus der "Schöpfung" von Joseph Haydn. Das war ein Teil des Dankes der Chorgemeinschaft an das Publikum und die Volkshochschule als Stifterin des Preises, den anderen Teil fasste Chorgemeinschafts-Vorsitzender Karl Mogl in Worte: Er sah den Kulturpreis als Anerkennung für Menschen, die nichts machten, was profitabel sei, die aber das Gemeindeleben bereichern und die Bürger erfreuen würden. Gleichzeitig verwies Mogl auf den Partnerchor aus Landshut, der eine ähnliche Auszeichnung verdient hätte. "Aber so etwas gibt es in Landshut nicht."
Auch Hanns Finkenzeller trat kurz ans Mikrofon, um seine Gedanken über den verliehenen Preis auszudrücken. Er betonte, dass für ihn unabhängig von seinem Rücktritt als Vorsitzender die Erinnerung an viele schöne Auftritte oder Konzertreisen bleibe. Auch für die Zukunft wünschte er der Chorgemeinschaft "große Konzerterfolge zur Bereicherung des Vilsbiburger Kulturlebens". - Der Festakt klang aus mit einem Stehempfang in der Realschul-Aula, wo sich die zahlreichen erschienenen Ehrengäste noch einmal mit den frischgebackenen Preisträgern unterhalten konnten.
Michael Betz

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