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Agenda 21 - Vortragsabend "Biomasse - Energie der Zukunft"

Referent Johann Hochreiter, Christian Gollwitzer (von links)

Gut besucht war der 2. Vortragsabend der Agenda 21 zum Thema Biomasse. Der Referent war Herr Johann Hochreiter aus Schnaitsee. Er ist Landwirt, der selber aus der Produktion von Lebensmitteln ausgestiegen ist und nur noch Energie produziert. Darüber hinaus baut er aber auch Biomasseanlagen für andere Landwirte. Ein Mann der Praxis also mit viel Erfahrung im Bereich Biomasse.

Die Sonne liefert auch in unseren Breiten genügend Energie, um unseren gesamten Energiebedarf zu decken. Das Problem ist nur, wie man diese Energie speichert, um sie dann zur Verfügung zu haben, wenn sie gebraucht wird. Gerade Biomasse ist ein ausgezeichneter Energiespeicher, erklärte Hochreiter. Zum Beispiel lässt sich Mais ohne Probleme lagern. Wird Energie gebraucht, kommt er in die Biogasanlage und wird in elektrische und thermische Energie umgewandelt.

In der Anlage findet unter Luftabschluss ein Fäulnisprozess statt, bei dem vor allem Methangas entsteht. Damit laufen Motoren, die über einen Generator Strom erzeugen. Gleichzeitig wird aber auch Wärme frei, die für Heizzwecke genutzt werden kann. Dem Fäulnisgut wird im Wesentlichen der Kohlenstoff entzogen. Alle anderen Inhaltsstoffe, vor allem Stickstoff, bleiben erhalten. Somit sind die Reststoffe bester Biodünger. Allein mit ihnen düngt Herr Hochreiter seine Maisfelder.

Biomasse, wie etwa Grasschnitt, die kompostiert wird, unterliegt dem gleichen Prozess, wie er in der Biogasanlage stattfindet. Beim Verrotten entstehen in längeren Zeiträumen ebenfalls Gas und Wärme. Sie werden dann aber unsinniger Weise nicht verwertet, sondern "nutzlos" an die Umwelt abgegeben. Auch die Menge an Klima schädigendem CO2, die in der Biogasanlage entsteht, ist die gleiche, die auch beim Verrotten entsteht. Energie aus Biomasse ist deshalb CO2-neutral, im Gegensatz zu Energie aus fossilen Brennstoffen, bei deren Verbrennung altes, seit langem in der Erde gespeichertes CO2 in die Atmosphäre gelangt.

In deutlichen Worten äußerte sich Herr Hochreiter über die Unsinnigkeit von gesetzlichen Bestimmungen, die den Betrieb von Biogasanlagen erschweren. So darf zum Beispiel überschüssige Milch, zum menschlichen Verzehr sehr wohl geeignet, nur dann in die Biogasanlage eingebracht werden, wenn sie vorher durch Erhitzung hygienisiert wird. Auch mit der staatlichen Förderung sei es nicht zum Besten gestellt. Es gebe zwar in Bayern noch einen Festbetrag von 15.000 Euro und 15 % Zuschuss für die restliche Investitionssumme. Es wäre, so meinte ein Zuhörer, viel sinnvoller, alle Förderungen zu streichen, dafür aber die Einspeisevergütung für den erzeugten Strom so zu erhöhen, dass Anlagenbetreiber mit einer soliden Rendite ihrer Investition rechnen könnten. Das erst würde den großen Einstieg in die Produktion alternativer Energien ermöglichen, die nebenbei auch viele heimische Arbeitsplätze schaffen würde.

Gefragt nach der Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen, meinte Herr Hochreiter, dass er nicht jedem Landwirt zuraten würde. Stimmen aber bestimmt Voraussetzungen, zum Beispiel die Zahl der Großvieheinheiten oder die notwendige Anbaufläche, dann würde er eine Biogasanlage auch wirtschaftlich empfehlen.

Von Seiten der Agenda 21 wurde darauf hingewiesen, dass auch die Stadtpolitik sich um die Versorgung ihrer Bürger mit regenerativen Energien kümmern muss, evtl. in Kooperation mit Landwirten. In diesem Zusammenhang sieht es die Agenda 21 sehr kritisch, dass die Stadtwerke viel Geld in die Übernahme der Gasversorgung investieren wollen. Das würde viel Geld binden, das besser in Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen investiert werden sollte. Letztlich wäre das nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoller. Fossile Energien, das wissen eigentlich alle, haben keine Zukunft.

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