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Agenda 21 - Lagebericht 2003

In Sachen Agenda ist wieder viel gelaufen

Arbeitskreise trafen sich zum Erfahrungsaustausch - Neue Projekte auf den Weg gebracht


Text: Vilsbiburger Zeitung, 08.02.2003


Die lokale Agenda 21 gibt interessierten Bürgern die Möglichkeit, sich an der Gestaltung ihres Umfeldes aktiv zu beteiligen. Die Stadt ist im Jahr 1998 in die lokale Agenda eingestiegen. Seither arbeiten fünf Arbeitskreise mehr oder weniger intensiv an der Umsetzung ihrer selbstgewählten Ziele. In unregelmäßigen Abständen treffen sich die Arbeitskreise mit Bürgermeister Helmut Haider, der als Bürgermeister auch Agenda 21-Verantwortlicher ist und dem Agendabeauftragten der Stadtverwaltung, Wolfgang Braumann, zu einem Lagebericht.


Das Engagement der Bürger in den Agenda-Arbeitskreisen sei wichtig und wünschenswert, meinte Bürgermeister Haider. Doch gerade das Engagement macht den meisten Arbeitskreisen eher Kopfzerbrechen, da sie oftmals auf ein kleines Grüppchen zusammengeschmolzen sind. Das zeigte sich auch bei dem Bericht, den die einzelnen Arbeitskreise ablegten.


Christian Gollwitzer vom Arbeitskreis Energie und Wasser sagte, dass sie es im vergangenen Jahr geschafft hätten, das zweite Bürgerkraftwerk in Betrieb zu nehmen. In diesem Bereich wolle man sich auch weiter umtun, da in diesem Jahr das 100 000-Dächer-Programm der Bundesregierung, das die Installation von Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung fördert, auslaufen soll. Auch wenn sicher ein neues Förderprogramm nachkommen wird, hat sich der Arbeitskreis bereits nach anderen Aktivitäten umgetan. So wollen sie zum einen den Bau von Biomassekraftwerken in Angriff nehmen. Zum anderen haben sie die bestehende Regenwasserförderungssatzung durchgeackert und einige Ungereimtheiten entdeckt. Daher übergab Gollwitzer Bürgermeister Haider einen Antrag an den Stadtrat, diese Satzung zu ändern. "Dann würden sicher auch mehr Häuslebauer über die Nutzung von Regenwasser nachdenken, weil die Förderung sich wirklich auf ihren Geldbeutel auswirkt", so Gollwitzer.


Angelika Stumpf vom Arbeitskreis Kultur und Soziales konnte für das vergangene Jahr nicht so viele Aktivitäten vorwiesen. "Eigentlich haben wir gar nichts gemacht". Sie beklagte, dass der Arbeitskreis nur noch aus drei Frauen bestünde, die auch nur beschränkt Zeit für das Engagement im Arbeitskreis aufbringen könnten. Sie sprach zudem der Stadt ein Lob in Sachen Kultur- und Sozialangebot aus: "So schlecht ist es in Vilsbiburg gar nicht".
Bei einem Treffen im vergangenen Jahr wurde angesprochen, dass der Arbeitskreis die Kulturinteressen bündeln und unter einen Hut bringen solle. Hier räumte Angelika Stumpf ein, dass man nicht so recht wisse, wie man diese Sache angehen solle. Ein Patentrezept konnte auch aus dem Kreis der übrigen Arbeitskreise nicht aufgezeigt werden.


Ernüchtert zeigte sich Herwig Mildner vom Arbeitskreis Umwelt, Natur und Landwirtschaft. Der Arbeitskreis hatte es sich zum Ziel gesetzt, einen Badesee für Vilsbiburg zu schaffen. "Dieser See war wohl ein zu großer Schuh, den wir uns da angezogen haben", bedauerte Mildner. Da der Arbeitskreis in dieser Richtung keinen Erfolg verbuchen konnte, werde er wohl einschlafen. Der Vorschlag, den Arbeitskreis aufzulösen, stieß bei den übrigen Arbeitskreisen allerdings auf wenig Gegenliebe. Man war sich einig, dass der Arbeitskreis weiter bestehen solle, auch wenn er derzeit nicht aktiv sei. Interessierte, die in Sachen Umwelt, Natur oder Landwirtschaft etwas bewegen wollen, könne sich ab sofort mit Maria Wolker in Verbindung setzen.


Umorientiert hat sich der Arbeitskreis Planung und Verkehr. Arbeitskreissprecher Wolfgang Schmiedel kann nicht mehr mitarbeiten, an seine Stelle ist Robert Beringer getreten. Zusammen mit Gisela Floegel berichtete er über die Aktivitäten des Arbeitskreises. So habe man das Projekt Radweg an der Gobenerstraße erarbeitet, das aber "leider noch nicht realisiert worden sei". Zudem habe man die Stadtplatzplanung kritisch begleitet und dabei die Idee geboren, sich um die Gestaltung des Balkspitz zu kümmern.
Der Balkspitz solle ein naturnaher Erholungsort werden, war sich der Arbeitskreis einig. "Die Stadt muss nicht nur Gewerbe- und Wohngebiete ausweisen, sondern auch Naturerfahrungsräume schaffen", so Robert Beringer. Hier gab es bereits erste Sondierungsgespräche mit den zuständigen Behörden und Bürgermeister Haider bestätigte, dass Wasserwirtschaftsamt und untere Naturschutzbehörde diesem Projekt aufgeschlossen gegenüber stünden. Ein weiteres Projekt ist der Rettenbach. Hier sollen verschiedene Renaturierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden. Dem Arbeitskreis schwebt vor, dass möglichst viele Bevölkerungsgruppen bei diesem Projekt mit eingebunden werden.


Mit einem erfolgreich abgeschlossenen Projekt konnte der Arbeitskreis Wirtschaft und Konsum aufwarten. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Radwegeführer mit Fahrradtouren rund um Vilsbiburg zu erstellen. Dabei hat man Wert darauf gelegt, bewusst solche Strecken auszuwählen, die weitgehend abseits von Teerstraßen führen und für die ganze Familie zu meistern sind.


Nach der Ausarbeitung der einzelnen Fahrradtouren wurde ein Fachverlag von dieser Idee begeistert und in der kommenden Woche soll der Radwegeführer offiziell vorgestellt werden. Als nächstes möchte sich der Arbeitskreis Gedanken um eine geeignete Ausschilderung der einzelnen Radtouren machen. Darüber hinaus wird er Ideen zur sinnvollen Beschilderung der bereits bestehenden Radwege in Vilsbiburg ausarbeiten.
Bürgermeister Haider bestätigte den Arbeitskreisen, dass die Berichte zeigen, dass doch wieder viel in Sachen lokale Agenda gelaufen sei. Er bekam zusätzlich die Anregung, ob es in der Stadtverwaltung nicht jemand geben könne, der alle Entscheidung auf ihre Nachhaltigkeit hin überprüft.

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