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Bürgerversammlung am 02.12.2003

Text: Vilsbiburger Zeitung, 09.12.2003

Haarbach soll lebenswerter werden

Dorferneuerung läuft auf Hochtouren - Leitbild bereits erarbeitet - Planungsphase beginnt

 

Haarbach. Mit Riesenschritten nähert sich der Ortsteil Haarbach der Dorferneuerung. Innerhalb eines Jahres wurde die Vorbereitungsphase abgeschlossen, im kommenden Jahr geht es bereits in die Vertiefungs- oder Planungsphase. Im Rahmen der Haarbacher Bürgerversammlung wurde jetzt das Leitbild vorgestellt. Außerdem fanden sich bereits die ersten Kandidaten für die "Teilnehmergemeinschaft Haarbach", die in Zukunft alle Maßnahmen zur Dorferneuerung koordinieren wird. Weitere Kandidaten werden noch gesucht. Zudem wird derzeit versucht, auch Kinder und Jugendliche für die Dorferneuerungsbewegung zu begeistern.Dorferneuerung Haarbach - Leitbild

 

Im Frühjahr startete in Haarbach das Abenteuer Dorferneuerung. Schon bei der Auftaktveranstaltung zeigte sich, dass die Begeisterung der Dorfbewohner enorm war. Das Interesse, die dörfliche Situation gemeinsam zu verbessern, war groß. Innerhalb kürzester Zeit bildeten sich Arbeitsgruppen, die zusammen mit den beauftragten Planern, Claudia Geilersdorfer und Helmut Wartner, und der Direktion für ländliche Entwicklung das Projekt anpackten. So wurde zuerst der Ist-Zustand des Dorfes erfasst und beschrieben. Anschließend versuchten die Arbeitsgruppen, die Ziele der Dorferneuerung für Haarbach herauszuarbeiten und einen dazu geeigneten Maßnahmenkatalog zu erarbeiten. Diese Planungen wurden im Juli dem Stadtrat vorgestellt. Darüber hinaus mussten eine Übersicht über die Kosten, der möglichen Ablauf sowie die zeitliche Schiene erarbeitet werden. Die Direktion für ländliche Entwicklung, die etwa 70 Prozent der Kosten trägt, prüfte die Planungen und Aktivitäten und gab ihr O.K. dazu. Dabei wurde ausdrücklich die schnelle und gelungene Arbeit der Haarbacher Bürger gelobt, wie Claudia Geilersdorfer in einem VZ- Gespräch erläuterte.

 

29 Maßnahmen haben die Arbeitskreise für die Dorferneuerung vorgeschlagen und dabei auch eine Art Prioritätenliste ausgearbeitet. Die Direktion für ländliche Entwicklung hat ihrerseits die Vorhaben herausgearbeitet, die aus ihrer Sicht am wichtigsten sind. Für diese Schlüsselmaßnahmen wird ein Budget von etwa 900 000 Euro bereit gestellt. Die Schlüsselmaßnahmen lesen sich folgendermaßen: Die Dorfmitte ist attraktiv gestaltet (Dorfplatz, grüne Ortsmitte, Brunnen); Straßenräume und Gewässer sind neu gestaltet; ein straßenbegleitender Gehweg ist angelegt; ein zentraler Parkplatz ist angelegt; das Kirchenumfeld ist aufgewertet; der Hochwasserschutz für den Ort ist deutlich verbessert; private und öffentliche Gebäude wurden gestalterisch verbessert. Dabei macht Claudia Geilersdorfer deutlich, dass das Budget nur für die Maßnahmen im öffentlichen Bereich ist. Maßnahmen von Privatpersonen können zusätzlich gefördert werden. Dabei bieten die Planer für alle Interessierten eine kostenlose Bauberatung an.

 

Im Rahmen der Bürgerversammlung wurde Bürgermeister Helmut Haider das so genannte Leitbild übergeben, in dem das Konzept der Dorferneuerung mit allen Wünschen der aktiven Dorfbewohner dargestellt ist. Neben den Schlüsselmaßnahmen gibt es aber auch noch eine Reihe von weiteren Maßnahmen, die ebenfalls zur Dorferneuerung gehören und, soweit möglich, auch umgesetzt werden sollen. Dazu gehören beispielsweise die Neugestaltung der Engstelle in der Dorfmitte, die Neugestaltung der Ortseingänge, die Neugestaltung des Spielplatzes, der Ausbau der Fuß- und Radwege, eine geeignete Ortseingrünung sowie die Erhaltung der Freifläche "Alter Sportplatz".

 

In einem nächsten Schritt wird im kommenden Jahr das Dorferneuerungsverfahren offiziell eingeleitet. Mit diesem Einleitungsbeschluss wird eine so genannte Teilnehmergemeinschaft gegründet. In ihr sind alle Grundeigentümer im Verfahrensgebiet zusammengeschlossen. Um handlungsfähig zu werden, braucht die Teilnehmergemeinschaft eine Vorstandschaft, die die Geschäfte führt. Diese besteht aus sechs Vorstandsmitgliedern und ebenso vielen Stellvertretern, dem Vertreter der Stadt Vilsbiburg und dem Vorstandsvorsitzenden von der Direktion für ländliche Entwicklung, Rainer Stelzle. Diese Teilnehmergemeinschaft ist praktisch ein Gemeinderat auf Zeit, wie es Claudia Geilersdorfer beschreibt. Sie lenkt und leitet die nächsten Schritte der Dorferneuerung. Bisher haben sich zehn Kandidaten gemeldet; weitere Interessenten können sich bei der Stadtverwaltung, Walter Burger, oder bei Claudia Geilersdorfer melden.

 

Im nächsten Jahr liegt der Schwerpunkt bei der Erarbeitung von Detailplanungen zur Gestaltung von Dorfplatz und Straßenräumen sowie Planungen zur Verbesserung der Hochwassersituation. Dabei ist klar, dass für die Grundstücksbeschaffung auch die entsprechenden Verhandlungen mit den Eigentümern geführt werden müssen. "Ohne die Zustimmung beziehungsweise vertragliche Gestaltung mit den Eigentümern sind die vorgetragenen Ideen nur teilweise umzusetzen", so Planerin Claudia Geilersdorfer.

 

Parallel läuft derzeit auch eine Fragebogenaktion. Bis zum Freitag haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, diese Fragebögen auszufüllen und beim Bäcker oder Metzger abzugeben. Am 23. Januar ist ein gemeinsamer Abend nach dem Muster von "Jetz red I" geplant, bei dem die jungen Dorfbewohner ihre Meinung sagen können.

 

Damit möchte man versuchen, auch sie bei der Dorferneuerung einzubinden; ganz nach dem Motto: "Lebenswertes Haarbach - gemeinsam gestalten".

 

Harald Schwarz

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