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Vilsbiburger Museumsschrift Nr. 16 - Liebe im Schatten des Hakenkreuzes

Vilsbiburger Museumsschrift Nr. 16 - Liebe im Schatten des Hakenkreuzes

Die Wahl zwischen Exitus und Sterben

Erinnerungsbuch eines KZ-Häftlings, der bei einem Todesmarsch dabei war

 

Seine unmittelbare Zukunft stellte sich für Henry Neugebauer, als er vor genau 70 Jahren aus Buchenwald kommend in Seyboldsdorf eintraf, erschreckend ausweglos dar: „Ich dachte bei mir, dass ich keinen Schritt weiter gehen könne, da ich keine Kraft mehr hatte. Ich konnte mich nicht mehr auf den Füßen halten. Ich wusste, dass sie mich ohnehin erschießen würden, da ich nicht mehr gehen konnte. Das gleiche Risiko bestand, wenn ich versuchen würde, mich zu verstecken, aber dabei gab es wenigstens einen Hoffnungsschimmer - eine Erfolgschance und ich beschloss, dass ich mich hier verstecken müsse, auch wenn ich auf der Stelle tot umfallen müsse." Nachdem die kleine Gruppe von Häftlingen sich einige Tage im Heu verborgen hatte und ein Leidensgenosse entkräftet verstorben ist, spitzte sich die Situation plötzlich zu: „Am Morgen des 30. April kamen deutsche Soldaten auf Pferden im Hof an. Der Feldwebel rief vom Hof herauf: ,Ich weiß, dass ihr hier seid! Die Frau vom Bauernhof hatte ihm erzählt, dass wir uns oben in der Scheune versteckten. Er drohte, dass er mit der Mistgabel kommen und uns töten würde. Er kam die Treppen hoch. Wir waren starr vor Angst, dass er uns töten würde. Wir zwei standen auf, gingen nach draußen und standen vor ihm." ...

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