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Text, Foto: Vilsbiburger Zeitung, 07.07.2015

„Energiewende wird den Bürgern entzogen"

Energiewende wird den Bürgern entzogen

Bürgersolarfeld läuft besser als geplant - Straßer: Politik spielt Konzernen in die Tasche

Vilsbiburg. Die Photovoltaik-Freilandanlage an der Bahnlinie vor dem südlichen Tor der Stadt läuft besser als geplant. In ihrem zweiten Jahr liegen die Erträge um acht Prozent über der ursprünglichen Prognose. Neben guten Renditen für investierende Bürger erhält die Stadt regenerativen Strom und eine ansehnliche Gewerbesteuer. Schafe beweiden heute die Flächen zwischen den Modulreihen, die rund 10 Prozent des in Vilsbiburg verbrauchten Stroms erzeugen.

 

Die Betreibergesellschaft „Solarfeld Burgerenergie Vilsbiburg Sud" war in ihrer gut besuchten jungsten Versammlung im Gsellnhaus zum Ertragsjahr 2014 sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Mehr als 100 Burger aus Vilsbiburg hatten in zwei Bauabschnitten im Herbst 2012 und Fruhjahr 2013 das Eigenkapitalvolumen von 1,44 Millionen Euro aufgebracht, und die Basis fur das 5,7-Millionen-Projekt geschaffen.

 

Lucia Gold vom planenden Generalunternehmer und jetzt geschaftsfuhrenden Gesellschafter Gold Solar Wind aus Kirchroth erlauterte den Beteiligten den Geschaftsbericht und die Besonderheiten des vergangenen Jahres. Die ursprunglich als „Chancen und Risiken" formulierten Wagnisse einer finanziellen Beteiligung erwiesen sich noch mehr als im ersten Jahr eindeutig als Chancen, zumal die damals geschatzten Ertrage und damit die Rendite wieder nach oben korrigiert werden mussten. „Die Anlage lauft einfach optimal, dank der ausgefeilten Konzeption und der guten Bauausfuhrung", freute sich Lucia Gold fur alle Investoren. Auch die Sonnenfinsternis am 21. Marz 2015 habe gezeigt, dass das Netz trotz der Deutschland weiten Verdunklung stabil geblieben ist. „Das zeigt, dass man auch gegen Unwagbarkeiten der Energiewende gewappnet ist", so die Komplementärin.

 

Strom und Steuern für die Stadt

 

Die PV-Freilandanlage mit 4,72-Megawatt installierter Leistung produzierte im letzten Jahr 5,24 Millionen Kilowattstunden Strom - das sind rund 10 Prozent des verbrauchten Stroms. Gleichzeitig werden rund 3000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr vermieden. Insgesamt werden in der Stadt drei Viertel des verbrauchten Stroms regenerativ erzeugt. Ein „angenehmer Nebeneffekt" der guten Ertrage seien die Gewerbesteuereinnahmen, die entsprechend großer ausfallen als geplant: „Im Laufe der 20 Jahre konne man anstatt der anvisierten 300 000 Euro mit rund 380 000 Euro fur die Stadt rechnen", erlautert Klimaschutzmanager Georg Straßer, der Initiator des Solarfeldes. Dazu musse man die Einkommensteuern der Investoren addieren.

 

Die rasche Realisierung des Projektes Burgersolarfeld in den Jahren 2012/13 erweist sich laut Straßer im Nachhinein als gunstig, denn schon Ende 2013 wurde es wegen abgesenkter Einspeisevergutungen schwierig, eine solche Anlage wirtschaftlich sinnvoll zu errichten. Heute musse man dazu an einem Ausschreibungsmodell teilnehmen. „Man gibt ein Angebot bei der Bundesnetzagentur ab und diese legt fest, wer bauen darf und wie hoch die Vergutung ist, zudem muss man im Voraus eine monetare Sicherheit hinterlegen" erklart Straßer das Verfahren kurz und resumiert: „Dieses neue Konzept der Bundesregierung, das kunftig auch fur Windrader gilt, kommt den großen Energieversorgern entgegen, die sich darauf spezialisieren konnen. Die Energiewende wird damit dem Burger, der sie eingeleitet hat, gezielt entzogen."

 

Bildunterschrift

Der rund zehn Fußballfelder große Solaracker wird seit letztem Jahr von fleißigen Schafen beweidet und somit doppelt genutzt. Die rund 20 000 Solarmodule spenden am Tag Schatten, bei Regen und in der Nacht bilden sie ein schützendes Dach.

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