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Text: Vilsbiburger Zeitung, 01.08.2015; Grafiken: Morpho-logic.

Sanierung der Mittelschule ist fix

Sanierung der Mittelschule ist fix

Stadtrat beschließt 16-Millionen-Projekt - Intensive Debatte um Foyer-Gestaltung

Vilsbiburg. Mit einer Gegenstimme hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwochabend die Sanierung der Mittelschule Vilsbiburg auf den Weg gebracht. Dabei wurde das vom Architektenteam vorgestellte Konzept (die VZ berichtete) genehmigt und der Finanzrahmen um eine weitere halbe Million Euro erweitert, um bei Bedarf die optionalen Verbesserungen ausführen zu können. Eher gespalten war die Debatte über den architektonischen Entwurf des neuen Foyers: Fast die Hälfte des Stadtrates hält den Vorschlag der Architekten, dass das Regenwasser auf dem Dach des Foyers zum Hauptgebäude hin laufen soll, für falsch.

 

Über die Grundsatzentscheidung war sich der Stadtrat schnell einig: Die Sanierung der Mittelschule mit einem Kostenrahmen von mindestens 15,5 Millionen Euro ist beschlossene Sache. Nachdem Bürgermeister Helmut Haider zu Beginn der Sitzung auch klargestellt hatte, dass man die optionalen Bereiche der Sanierung vor der Beauftragung erst in den Fachausschüssen des Rates beraten wolle, stimmte die Mehrheit auch der Erweiterung des Finanzrahmens zu. Hierbei geht es zum Beispiel um mehr Internet-Anschlüsse, einen vollständigen Austausch der Abwasserleitungen, um die computergestützte Zentralsteuerung der Heiz- und Lüftungsanlage, drei statt zwei Lichtleisten in den Klassenzimmern, Elektranten im Pausenhof sowie um Beschallungs- und Bühnentechnik für die Aula, den Musiksaal und die Turnhalle.

 

„Wir legen doch nur fest, ob wir eine Planung mit oder ohne finanziellen Spielraum haben", sagte SPD-Fraktionssprecher Manfred Billinger, nachdem sich vor allem die Fraktion der Freien Wähler erkennbar für einen engen finanziellen Gesamtrahmen aussprach. Mit einem Beschluss, der optionale Leistungen zulasse, seien diese Möglichkeiten auch im Gesamtfördervolumen enthalten, erläuterte der Bürgermeister vor der Abstimmung, bei der nur Hermann Bauer (CSU) mit Nein stimmte.

 

Gesunder MenschenverstandGrossansicht in neuem Fenster: Sanierung der Mittelschule ist fix (Grafik 2)

 

Deutlich schwieriger gestaltete sich die Debatte zum Foyer. Bekanntlich soll im Zuge der Sanierung die große Atriumaula als Konzertsaal ertüchtigt werden und bekommt dazu auch ein großes Eingangsfoyer. Der Entwurf des Münchner Architekturbüros Morpho-logic sieht vor, dass der Vorbau relativ groß und 3,80 Meter hoch wird, weshalb die Architekten ein Oberlicht vorgesehen haben. „Beim Begriff Oberlicht dreht sich mir der Magen um", sagte FW-Fraktionssprecher Josef Sterr und brachte die leidvollen Erfahrungen der Stadt auf den Punkt. „Sie haben doch viele Glasflächen, warum brauchen Sie auch noch ein Oberlicht?" Architekt Christoph Pütz erläuterte dies mit dem Verlust der unteren Fensterfront durch den Anbau, weshalb die Lichtmenge auszugleichen sei und das Oberlicht auch zur besseren Durchlüftung nötig sei: „Moderne Oberlichter sind unproblematisch, weil sie nicht mehr aus Kunststoff gemacht werden, sondern aus Aluminium und Glas. Da haben die Hersteller viel dazugelernt." Von dieser Argumentation ließ sich eine große Stadtratsmehrheit (17 zu 6 Stimmen) überzeugen.

 

Mit 14 zu 9 Stimmen fiel die Zustimmung zum zweiten Problempunkt deutlich knapper aus. Denn das Dach des Foyers ist zum Hauptgebäude hin geneigt, „und der gesunde Menschenverstand sagt doch, dass man Wasser vom Haus wegführen muss", wie es Karl-Heinz Hiller (FW) formulierte. Pütz zeigte in seiner Antwort, dass er gestalterische Aspekte durchaus höher bewertet als den „gesunden Menschenverstand": Man könne die Problematik absolut sicher technisch lösen, sagte er, denn eine Umkehrung des Gefälles sei nicht vorstellbar. Unterstützung erhielt Pütz von Xaver Peisl (CSU): „Wir haben uns die Probleme mit den Flachdächern doch selbst gemacht, weil wir sie nicht gepflegt und die Ablaufrohre nicht regelmäßig gewartet haben." Und Michaela Feß (Die Grünen) meinte, man könne dem Sieger des Wettbewerbs durchaus vertrauen, dass er eine vernünftige Lösung entwickelt habe.

 

Grafiken (Morpho-logic)

Über das neue Foyer kommt man direkt in die Aula. Den Stadträten gefiel die Lösung, aber nicht die Form der Dachentwässerung.

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