Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Stadt Vilsbiburg  |  E-Mail: stadt@vilsbiburg.de  |  Online: http://www.vilsbiburg.de

Text, Fotos links und rechts oben: Vilsbiburger Zeitung, 23.07.2016

Träger des Kulturpreises 2015 - Peter Röckl

Kulturpreis 2015 - Peter Röckl

Musikalischer Marathon

Festakt zur Verleihung des Kulturpreises der Stadt Vilsbiburg an Peter Röckl

Vilsbiburg. 39 Jahre lang leitete Peter Röckl die Chorgemeinschaft Vilsbiburg, führte mit seinen Sängern großartige klassische Chorwerke auf und machte damit auf die Stadt überregional aufmerksam. Am Donnerstagabend wurde ihm für die Lebensleistung als Dirigent der Chorgemeinschaft der mit 1000 Euro dotierte Kulturpreis der Stadt Vilsbiburg verliehen. Die Laudatio im vollen Veranstaltungssaal der Stadt hielt der künstlerische Leiter der Landshuter Hofmusiktage, Dr. Franzpeter Messmer. Die musikalische Umrahmung des Festakts hatten der Pianist Andreas Fröschl und Geiger Johannes Strake übernommen und die Zuhörer in Verzückung versetzt.

 

Zwei Merkmale schrieb Dr. Franzpeter Messmer Peter Röckl in besonderem Maße zu: „Er ist ein hervorragender Pädagoge und ein außergewöhnlicher Dirigent." In Kombination mit seiner Begeisterung für Messen und große Chorwerke führte er die Chorgemeinschaft durch mitreißende Konzerte und verhalf dem Publikum zu großen musikalischen Erlebnissen.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Kulturpreis 2015 - Peter Röckl - Bild 2Dies alles begann jedoch deutlich kleiner. Der Chor hatte eine schwierige Zeit hinter sich, als Röckl am 11. März 1976 die erste Probe leitete: „Die Kirchenverwaltung hatte Röckls Vorgänger, Heinz Knauer, vor die Tür gesetzt. Doch die Chorsänger hielten zu ihrem Leiter und wollten nun kein Kirchenchor mehr sein." Da fanden sie in dem damals 29-jährigen Referendar aus dem im Aufbau befindlichen Gymnasium Vilsbiburg genau den Richtigen: Auch sein Ziel war es, einen Konzertchor zu schaffen. In nur wenigen Jahren gelang es Röckl, seine engagierten Sängerinnen und Sänger zu einem ausgezeichneten Chor zu formen, der ein großes Publikum zu seinen Konzerten anzog und schon erste Konzertreisen unternehmen konnte. Das Programm bestand aus Mozart-Messen, Haydns Schöpfung oder großen Chorwerken von Händel bis Brahms. Damals wurde bereits eine Schallplatte mit Mozarts Credo- Messe aufgenommen.

 

Monumentale Aufführungen

 

Mit seinem Wechsel an das Carossa- Gymnasium nach Landshut wurde Röckl ab 1980 außerdem Dirigent der Liedertafel Landshut, die damals ebenfalls in einer Krise steckte. Parallel dazu baute er das Landshuter Sinfonieorchester auf: „Nun hatte er zwei Chöre und ein Orchester. Damit war der Grundstock gelegt für monumentale Aufführungen der großen Chorliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts", sagte Messmer.

 

Mehr als 90 Konzerte hat der dreigeteilte Klangkörper einstudiert, in Landshut und Vilsbiburg aufgeführt sowie bei Konzertreisen auch an ganz speziellen Orten in Italien, Frankreich, Österreich und Ungarn. Über eine Italienreise berichtete sogar das Fernsehen.

 

Der Laudator beschrieb Röckl als begnadeten Dirigenten, der durch „die perfekte Beherrschung der Schlagtechnik beim Dirigieren und eine wohl durchdachte und bestens vorbereitete musikalische Konzeption die Musik so zum Erklingen bringt, dass sie unter die Haut geht". Dazu habe der Dirigent mit viel Energie einen künstlerischen Marathon absolviert: Drei Proben wöchentlich mit den beiden Chören und dem Orchester, die Abstimmung der organisatorischen Fragen mit den Chormitgliedern und zuletzt bei der Generalprobe die Zusammenführung der drei Gruppen mit den Solisten und – etwa bei Orffs Carmina Burana – den Tanzgruppen. Er habe dieses Vorhaben bei den Hofmusiktagen, an denen Röckl zuletzt regelmäßig beteiligt war, zunächst mit einer gewissen Skepsis betrachtet, sagte Messmer: „Doch das Ergebnis am Abend war mehr als überzeugend."

 

Peter Röckl gelinge es, Musik zu reflektieren, sie genau zu analysieren und seinen Musikern den Sinn der Musik zu erklären und bewusst zu machen. Auf diese Weise habe er einen Klangkörper geschaffen, der professionellen Ansprüchen genügte und seinen Zuhörern musikalische Erlebnisse und glanzvolle Höhepunkte geschenkt habe, schloss Messmer.

 

In seiner Dankesrede ließ Röckl viele Erinnerungen aufblitzen. Vor allem die Konzertreisen haben erkennbar dazu beigetragen, dass der Chor zu einer großen Einheit zusammengewachsen ist. Aber auch besondere Momente bei verschiedenen Auftritten ließ er nicht unerwähnt – von den besonderen Lichtstimmungen am Stadtplatz bis hin zum verregneten Auftritt vor der Bergkirche, den man nach zwei Drittel abbrechen musste: „Aber ein Erlebnis war's trotzdem", sagte Röckl.

 

Bevor er zusammen mit Sylvani Utami vierhändig am Klavier ein „musikalisches Dankeschön" erklingen ließ, bedankte sich der Kulturpreisträger bei vielen treuen Weggefährten: „Ohne diesen besonderen Gemeinschaftsgeist wäre aus uns allen nichts geworden."

 

Die Kulturförderung der Stadt Vilsbiburg gewürdigt

 

Ein großes Lob hatte Röckl noch für die Stadt Vilsbiburg übrig: „Wenn ich vom Bürgermeister höre, was die Stadt Vilsbiburg alles auf die Beine stellt, um die Kultur zu fördern, dann ist das für eine Stadt dieser Größe sehr bemerkenswert." Den Plan, einen neuen Kultur- und Veranstaltungssaal bauen zu wollen und dafür bereits die planerischen Grundlagen geschaffen zu haben, stellte Röckl in Kontrast zu „dem Theater um den Konzertsaal in München", von dem man nicht einmal wisse, ob er je gebaut werde. Vilsbiburg hingegen wolle Räume schaffen, um die Initiativen, die von den eigenen Bürgern ausgehen, zu fördern: „Vieles würde im Sand verlaufen, wenn es nicht von der Stadt und dem Rat ein klares Bekenntnis zur Kultur gäbe."

 

Bürgermeister Helmut Haider hatte in seiner Begrüßungsrede darauf hingewiesen, dass Vilsbiburg in mannigfaltiger Hinsicht Kulturinitiativen fördere, jedoch noch einige „Baustellen", wie er es nannte, offen seien. Dazu gehöre auch der geplante Veranstaltungssaal.

 

Foto links oben:

Für seine Lebensleistung als Dirigent der Chorgemeinschaft verlieh Bürgermeister Helmut Haider (links) den Kulturpreis der Stadt Vilsbiburg an Peter Röckl (Mitte). Dr. Franzpeter Messmer lieferte mit seiner feinsinnigen Laudatio die Begründung dazu.

 

Foto rechts oben:

Der Landshuter Pianist Andreas Fröschl und der Vilsbiburger Geiger Johannes Strake gehören, wie Peter Röckl sagte, zu den besten Musikern, die es derzeit in der Region gibt. Die beiden mehrfach ausgezeichneten Solisten hatten ein anspruchsvolles musikalisches Programm vorbereitet, bei dem ihre große Klasse deutlich hörbar und der Festakt gewissermaßen um ein kleines, ganz feines Konzert erweitert wurde.

 

Weitere Fotos (Stefan Schütze) ...
Grossansicht in neuem Fenster: Kulturpreis 2015 - Peter Röckl - Bild 3 Grossansicht in neuem Fenster: Kulturpreis 2015 - Peter Röckl - Bild 4 Grossansicht in neuem Fenster: Kulturpreis 2015 - Peter Röckl - Bild 5 Grossansicht in neuem Fenster: Kulturpreis 2015 - Peter Röckl - Bild 6 Grossansicht in neuem Fenster: Kulturpreis 2015 - Peter Röckl - Bild 9

...von links oben:

 

Der Pianist Andreas Fröschl und Geiger Johannes Strake, zwei der besten Musiker aus der Region, verliehen der Feierstunde einen würdigen Rahmen.

 

Dr. Franzpeter Messmer, künstlerischer Leiter der Landshuter Hofmusiktage und Mitglied des Präsidiums des Bayerischen Musikrats, hielt die Laudatio.

 

Erster Bürgermeister Helmut Haider verlieh Peter Röckl den Kulturpreis 2015.

 

Zahlreiche Gäste aus der Politik und langjährige Wegbegleiter von Peter Röckl fanden sich zur Preisvergabe im Städtischen Veranstaltungssaal der VHS ein.

 

Bürgermeister Helmut Haider verlieh Peter Röckl für sein künstlerisches Lebenswerk den Kulturpreis der Stadt Vilsbiburg.

drucken nach oben