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Solarstrom heute zweifach rentabel

Solarstrom heute zweifach rentabel
Referent Josef Gold überzeugt aus persönlicher Überzeugung

Der erste VHS-Vortrag zum Klimadialog Vilsbiburg war ein voller Erfolg. Der Neubau von Fotovoltaikanlagen ist noch immer wirtschaftlich - nicht nur im Eigenverbrauch. In Batteriespeicher investieren ist sinnvoll, sie steigern aber nicht die Rentabilität. Jeder Dachbesitzer kann seinen individuellen Beitrag zur Energiewende leisten. Strom kann langfristig allein von Sonne und Wind erzeugt werden und wird dann auch günstiger. Ein Drittel der deutschen Stromerzeugung ist bereits heute regenerativ. 

 

Dass Solarstrom noch immer aktuell ist, zeigte der Besuch des ersten VHS-Infoabends im Klimadialog Vilsbiburg zur aktuellen Vortragsreihe: Eng wurde es im Kolpingsaal, wo Klimaschutzmanager Georg Straßer den Referenten Josef Gold und die fachlich meist schon versierten Bürger begrüßte. Bevor der Projektierer unseres Vilsbiburger Solarfeldes den aktuellen Stand zur Funktionalität und Wirtschaftlichkeit von Fotovoltaik und Speicherung offerierte, spannte er einen großen Bogen von den vielfachen Unternehmungen seiner Firma über die schlichte Notwendigkeit der Energiewende bis hin zu politischen Weichenstellungen. Letztere werden häufig von der Lobbyarbeit der Energiekonzerne beeinflusst, was die Energiewende zwar als solche nicht aufhalten könne, doch wegführen würde vom bürgerlichen Lager - hin in die Hände der alten monopolistisch organisierten Strukturen. Die mit Einführung des Erneuerbaren Energien Gesetzes angedachte Umwidmung der Energieerzeugung in Bürgerhand würde somit konterkariert, die Geschwindigkeit der Wende, also die Abkehr von den Klimakillern fossiler Natur, von oben her gedrosselt. „Während die Energiewende weltweit eine enorme Dynamik erfährt, auch auf Basis des ursprünglichen Vorbilds Deutschland, deren EEG kopiert werde, rudert man hier zurück und überlässt das Feld der rasanten Entwicklung anderen Ländern“ bemängelt Gold den aktuellen deutschen Weg. Inzwischen könne auch niemand mehr bestreiten, dass „die Erneuerbaren“ den Strom billiger machten, wozu vor allem Binnenwindanlagen den größten Beitrag liefern würden. Gerade die deutsche Industrie profitiere vom günstigen Börsenstrompreis – dem zweitgünstigen Europas - von 2,5 Cent je Kilowattstunde, vor allem die energieintensive, die von der Ökostromumlage befreit wäre. Und diese Umlage als Differenz aus Börsenpreis und EEG-Vergütung steigt umso mehr an, je niedriger der Börsenpreis liegt – ein politisch fixiertes Paradoxon, das dem Konsumenten schade – und dieser schimpfe dann auf die Energiewende, wenngleich jene wegen gesunkener Einspeisevergütungen gerade hier in Deutschland stagniere.

 

Heute auf dem Dach investieren, morgen in den Speicher

 

Solarstrom heute zweifach rentabel (2)Wenn einem Stromeinkaufspreis von über 25 Cent je Kilowattstunde die Kosten der Eigenproduktion von 10 bis 12 Cent gegenüber stehen und man zusätzlich für den Überschussstrom eine Einspeisevergütung von derzeit rund 12 Cent erziele, liege die Rentabilität der Investition bei bis zu 10 Prozent, je nach örtlichen Gegebenheiten, erläutert Gold und ergänzt: „Da fällt mir die Investitionsentscheidung in eine Eigenverbrauchsanlage leicht, denn ich profitiere zweifach: vom günstigen Eigenstrom und von der Vergütung“. Optimieren lässt sich dieser Eigenverbrauchsanteil von meist rund 30 Prozent durch zeitliche Anpassung des Verbrauchs an die Erzeugung mit speziellen Steuergeräten oder Zeitschaltuhren. Bei Anlagen ohne Eigenverbrauchsnutzung liege die Rentabilität bei der Hälfte. Auch hier wäre eine Investition noch sinnvoll, wegen des sehr günstigen Zinsniveaus bei Banken. Bei Stromspeichern hätte sich zwar der Preis die letzten drei Jahre halbiert, dennoch wären sie in den meisten Fällen nicht rentabel, da allein die  umgelegten Speicherkosten bei rund 25 bis 28 Cent je Kilowattstunde liegen würden, dazu kämen die eigenen Stromerzeugungskosten. Hier könne man für die nächsten Jahre noch große Preisabschläge erwarten. „Wenn Sie Geld übrig haben, kaufen sie lieber einen Stromspeicher als irgendein Luxusobjekt“ meint Josef Gold und resümiert für seine Zuhörer: „Heute baue ich die PV-Anlage, dann optimiere ich den Eigenverbrauch und in drei Jahren kaufe ich den Speicher“. 

 

 

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