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Aktuelle Bekanntmachungen

Text, Fotos: Vilsbiburger Zeitung, 16.09.2017.

Verabschiedung von Geschäftsleiter Walter Burger

Verabschiedung von Geschäftsleiter Walter Burger
Von links: Personalrätin Andrea Huber, Personalratsvorsitzender Georg Lechner, Stadtkämmerer Günter Felkel, Walter Burger, Bauamtsleiter Gerhard Binner, Bürgermeister Helmut Haider, Stadtwerkeleiter Wolfgang Schmid, künftiger Geschäftsleiter Sebastian Stelzer, Anita Ittlinger, kaufmännische Leiterin der Stadtwerke.

Nach 1200 Stadtratssitzungen ist jetzt Ruhe

Hauptamtsleiter Walter Burger wurde in die Altersteilzeit verabschiedet

Vilsbiburg. Wenn man ein Musterbeispiel für den kundigen, fleißigen und pflichtbewussten Beamten sucht, würde man bei Walter Burger fündig: 39 Jahren leitete er das Hauptamt der Stadt Vilsbiburg, im Staatsdienst ist er sogar noch länger. Anlässlich seiner Verabschiedung in die Ruhephase der Altersteilzeit würdigte Bürgermeister Helmut Haider seinen Verwaltungschef Burger als „geschätzten und kompetenten“ Mitarbeiter. Die Stadträte verabschiedeten den Leiter der Verwaltung im Rathaus sogar mit stehenden Ovationen.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Durch ein Spalier der Rathaus-Kollegenwurde der scheidende Hauptamtsleiter Walter Burger am Freitag zum Abschied aus seiner langjährigen...Zum Abschied wurde es für Walter Burger beinahe noch etwas stressig: Vor seinem letzten Arbeitstag am gestrigen Freitag standen für ihn nämlich gleich mehrere Abschiedsfeiern auf dem Programm. Den Auftakt bildete am Montag eine Würdigung am Ende der öffentlichen Stadtratssitzung, am Dienstag wurde der Hauptamtsleiter im Kreise der Amtsleiter und des Personalrates im Rathaus offiziell verabschiedet, am Nachmittag schloss sich ein Treffen mit den Geschäftsleitern der umliegenden Gemeinden an. Was noch folgte, war am Donnerstag eine Abschiedsfeier im Vilsbiburger Rathaus im Kollegenkreis. Viele guten Wünsche begleiteten Walter Burger also beim Weg vom täglichen Dienst im Rathaus in den Ruhestand – sicher auch ein Ausdruck der langjährigen guten kollegialen Beziehungen, die der Hauptamtsleiter im Laufe seines 39-jährigen Dienstes im Vilsbiburger Rathaus aufgebaut hat.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Der langjährige Vilsbiburger Hauptamtsleiter Walter Burger (Mitte) im Kreise seiner Amtskollegen aus den umliegenden Gemeinden.Anfang als Finanzbeamter

 

Seit dem 1. August 1978 arbeitete Walter Burger im Vilsbiburger Rathaus, praktisch von Anfang an als Hauptamtsleiter. „Geplant war das eigentlich nicht so, ich sollte stückweise die Nachfolge von Karl Fromberger übernehmen. Aber wegen dessen angeschlagener Gesundheit ging das dann doch ganz schnell“, erinnerte sich Walter Burger im Rahmen der offiziellen Verabschiedung am Dienstag. Ihren Anfang hatte die Berufslaufbahn von Walter Burger übrigens bei der Finanzverwaltung genommen: Zuerst als Finanzschüler beim Finanzamt Vilsbiburg, die Prüfung zum Steuerinspektor legte Burger 1976 ab, bis 1978 arbeitete er als Finanzbeamter in Ebersberg. Im September 1996 wurde er für 25 Jahre im Staatsdienst geehrt.

 

Den weitaus größten zeitlichen Teil der beruflichen Laufbahn von Walter Burger machte seine Arbeit als Hauptamtsleiter in Vilsbiburg aus. Wie Bürgermeister Helmut Haider in seiner Laudatio am Montagabend im Stadtrat dazu erzählte, habe Burger in dieser Zeit drei Bürgermeister erlebt, dazu noch mehr als 70 Stadträte und insgesamt rund 1200 Sitzungen des Stadtrates und seiner Gremien. „Allein die laufenden Sitzungsprotokolle dieser Zeit machen rund fünf Meter Akten aus“, veranschaulichte Haider den Aufgabenumfang von Walter Burger als Hauptamtsleiter. Das Haushaltsvolumen der Stadt sei in diesem Zeitraum von 16 Millionen Mark auf nunmehr 42 Millionen Euro gestiegen. Die Mitarbeiterzahl der Stadt steigerte sich von 99 auf 250 Beamte und Angestellte – für sie alle war Walter Burger Ansprechpartner in vielen Fragen. Dabei hob Personalratsvorsitzender Georg Lechner ausdrücklich hervor, dass man in Personalfragen immer gut mit Walter Burger zusammengearbeitet habe. „Du hast immer ein offenes Ohr gehabt für die Kollegen. Das ist keineswegs selbstverständlich“, würdigte Lechner das gute Klima im Rathaus.

 

Während der Zeit, in der Walter Burger im Rathaus arbeitete, fanden einige wegweisende Entwicklungen für die Stadt statt, daran erinnerte Bürgermeister Helmut Haider. So seien die Nachwirkungen der Gebietsreform 1978 mit der Auflösung mehrerer kleiner Gemeinden des Umlandes und deren Eingliederung in die Stadt zu bewältigen gewesen, 1991 sei im Zuge einer Verwaltungsreform einiges im Rathaus umgekrempelt worden. Die massive Ausweitung der Kinderbetreuung habe sich vor allem personell nachhaltig auf die Verwaltung der Stadt ausgewirkt.

 

Immer fündig geworden

 

Und trotz all dieser Herausforderungen habe Walter Burger immer die Übersicht behalten und durch enormes Wissen geglänzt, wurde im Zuge der Verabschiedung mehrfach betont: „Er fand immer die gesuchten Informationen in den Akten.“ Das wurde auch im Stadtrat gewürdigt, dessen Mitglieder den Hauptamtsleiter am Montag mit langen stehenden Ovationen verabschiedeten und ihm dankten, nachdem Burger an diesem Abend seine letzte Stadtratssitzung begleitete. Für den passionierten Schnupftabakfan gab es im Zuge dessen noch einen Geschenkkorb mit Wein und zwei Pfund Schmalzler samt einer hölzernen Schnupftabakdose mit eingraviertem Stadtwappen und den Dienst-Daten von Walter Burger.

 

Der angehende Ruheständler zeigte sich bei den Verabschiedungen so, wie ihn viele Kollegen und Bürger kennen: Als Mann, der nicht gern viel Aufhebens um sich und seine Arbeit macht. „Die Bürgermeister haben angeschafft und ich hab es getan“, meinte er lapidar zu seinen Erfahrungen. Als kleine Anekdote aus seiner Anfangszeit im Rathaus erzählte er, dass er zum Zeitpunkt des Verkaufs der Grundstücke im Baugebiet Schachten II eine paar Tage in Prag gewesen ist. „Kurz vorher waren die Briefe für die Verkäufe rausgegangen. Am Montag standen die Bürger dann regelrecht Schlange vor dem Rathaus und ich war nicht da“, erinnerte sich Burger. Beim Aufräumen in seinem Büro sei ihm außerdem eine Information von 2002 aufgefallen, mit der Ankündigung, dass Verwaltungen bald nur noch mit elektronischen Dokumenten arbeiten würden. „Und heute haben wir fast mehr Papier als früher.“

 

Die gesammelten guten Wünsche für eine gesunde und ruhige Freistellungsphase der Altersteilzeit und den anschließenden „offiziellen“ Ruhestand nahm Walter Burger im Zuge der Verabschiedungsfeiern dankbar entgegen. Gleichzeitig wünschte er seinem Nachfolger Sebastian Stelzer alles Gute und zeigte sich froh darüber, dass es während seiner 39 Jahre nie große Probleme im Dienst gab – der Posten des Hauptamtsleiters ist immerhin auch eine juristisch recht verantwortungsvolle Stelle. „Die Kollegen werden mir schon ein wenig fehlen – aber man trifft sich ja immer in der Stadt“, meinte Walter Burger zum Abschluss in der Amtsleiterrunde.

 

Bild rechts

Durch ein Spalier der Rathaus-Kollegenwurde der scheidende Hauptamtsleiter Walter Burger am Freitag zum Abschied aus seiner langjährigen Arbeitsstelle mit einer Pferdekutsche gefahren. Nach 39 Jahren als Hauptamtsleiter begann für Burger am Freitag die Freistellungsphase der Altersteilzeit.

 

Bild links oben

Walter Burger (4. von links) mit Bürgermeister Helmut Haider (6. von links) und den übrigen Amtsleitern im Rathaus sowie Personalratsvorsitzendem Georg Lechner.

 

Bild links unten

Der langjährige Vilsbiburger Hauptamtsleiter Walter Burger (Mitte) im Kreise seiner Amtskollegen aus den umliegenden Gemeinden.

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