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Sanierung der Unteren Stadt: Beginn der Pflasterarbeiten

Sanierung der Unteren Stadt - Beginn der Pflasterarbeiten, 20.11.2007

Text: Vilsbiburger Zeitung, 21.11.2007


Dauerbaustelle Untere Stadt:

Es knirscht im Getriebe

Vorwurf: Architektin geht Bauamtsleiter aus dem Weg - Ab morgen mehr Pflasterer


Vilsbiburg. Mit sorgenvoll gerunzelter Stirn verfolgen die meisten Geschäftsleute in der Unteren Stadt den zähen Fortschritt der Sanierungsarbeiten vor ihren Türen und Schaufenstern. Währenddessen brodelt es hinter den Kulissen: Bürgermeister Helmut Haider hat einen Brief des ausführenden Ingenieurbüros Sehlhoff erhalten, der nach VZ -Informationen massive Vorwürfe gegen das Münchner Planungsbüro AGS enthält: Zum einen seien in den AGS-Plänen für die Untere Stadt zum wiederholten Male Fehler in den Lage- und Höhenplänen aufgetaucht, heißt es in dem Schreiben. Außerdem seien persönliche Abneigungen im Spiel: Die AGS-Büroleiterin betrete die Baustelle nur, wenn sie genau wisse, dass Bauamtsleiter Günter Bleimehl nicht in der Nähe sei.


Der Brief sei nicht als Angriff gegen das Büro AGS gedacht, sondern als ein Versuch, die Probleme konstruktiv zu lösen, heißt es in dem Sehlhoff-Brief an Haider weiter. Die Kritikpunkte sind dennoch deutlich herauszulesen: Der zuständige Sehl-hoff-Mitarbeiter habe die Fehler in den AGS-Plänen durch Nachmessen vor Ort ausbügeln müssen - so weit dies eben machbar gewesen sei. Eigentlich sei die Anwesenheit der AGS-Vertreterin erforderlich gewesen. Doch habe sie angemerkt, sie könne keine Extra-Termine in Vilsbiburg wahrnehmen und nur dann vor Ort erscheinen, wenn sie zufällig in der Nähe und gleichzeitig Bleimehl nicht auf der Baustelle anzutreffen sei. Sie war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.


Gegenüber der Vilsbiburger Zeitung bezeichnete Bauamtsleiter Bleimehl die Animositäten zwischen AGS und seiner Person als "einseitig". Er vermute, dass die Abneigung daher rühre, dass er in einer Stadtratssitzung im Dezember 2002 eine AGS-Kostenrechnung für die Stadtplatzsanierung kritisch beanstandet und als "Kostenschätzung" bezeichnet habe. Wenn die Architektin ihm nun auf der Baustelle aus dem Weg gehe, sei das "keine dienliche Reak tion", schließlich müsse sich ein Planungsbüro, das so hervorragend bezahlt werde wie AGS, auch sachgerechte Kritik gefallen lassen.


Grundsätzlich, so Bleimehl, gingen die Meinungen zwischen der Stadt und AGS teils weit auseinander, was die Qualität der Planungsarbeit betreffe. Die falschen Höhenangaben hätten auf der Baustelle zu Schwierigkeiten geführt. Die Bauverzögerungen, die in den vergangenen Wochen immer wieder aufgetreten seien, hätten damit aber nichts zu tun.


Unter dem Punkt "Anfragen von Stadtratsmitgliedern" brachte in der Sitzung am Montagabend CSU-Fraktionssprecher Georg Brams das Thema kurz zur Sprache, weitere Informationen gab es daraufhin jedoch für die Stadträte nicht. Er habe die Angelegenheit öffentlich angesprochen, um herauszufinden, ob eventuelle Kosten für die nötig gewordenen Nachmessarbeiten vom Büro AGS übernommen würden, so Brams. "Ich bin nicht mehr bereit, alles zu schlucken", sagte er gegenüber der VZ . Es gelte hier auch, klarzumachen, dass der Stadtrat nicht an allem, was bei der Sanierung in der Unteren Stadt schief laufe, schuld habe, wie das die Bevölkerung derzeit glaube. Der CSU-Fraktionssprecher wünscht sich, dass Bürgermeister Helmut Haider mehr Präsenz auf der Baustelle zeige und sich dort als "Chef" dahinterklemme, so dass die Bauarbeiten zügig voranschreiten können. Außerdem müssten sich die Beteiligten zusammenraufen und persönliche Animositäten hinten anstellen.


Um die Schwierigkeiten und Abstimmungsprobleme auszuräumen, soll demnächst eine gemeinsame Sitzung mit Vertretern der Stadt und der beiden Planungsbüros stattfinden. Auf der Baustelle dürfte es außerdem ab morgen ein wenig lebendiger werden: In der Unteren Stadt soll die Zahl der Arbeiter steigen. Während am Montag und gestern zwei Pflasterer im Einsatz waren, sollen es ab Donnerstag fünf bis sechs sein. Laut Bleimehl sind die Pflastererkolonnen der beauftragten Firma aufgrund der mehrmaligen Verzögerungen in Vilsbiburg vorher noch anderweitig im Einsatz. Der Abschlusstermin, der 14. Dezember, könne nach derzeitigem Stand dennoch eingehalten werden.

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