Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Stadt Vilsbiburg  |  E-Mail: stadt@vilsbiburg.de  |  Online: http://www.vilsbiburg.de

Text: Vilsbiburger Zeitung, 05.12.2007

Neubau der Ballsporthalle auf TSV-Gelände

Luftansicht des TSV-Geländes (Foto: Wilhelm Grässle)
Luftansicht des TSV-Geländes (Wilhelm Grässle)

Nach monatelanger Diskussionen fasst der Vilsbiburger Stadtrat einen Beschluss:

Halle kommt auf das TSV-Gelände

„Grüne Wiese" fand keine Mehrheit - Betrag wird auf 7,5 Millionen aufgestockt

Vilsbiburg. Überaus kontrovers ist die Diskussion über den Bau einer neuen Ballsporthalle in den vergangenen Monaten verlaufen. Am Montag stand das Projekt wieder einmal auf der Agenda des Stadtrats. Und diesmal wurden auch Beschlüsse gefasst. Zum einem wurde eine Aufstockung des Betrages, den die Stadt Vilsbiburg zur Verfügung stellt, auf 7,5 Millionen Euro beschlossen. Der frühere Beschluss, der eine Deckelung von 5 Millionen Euro vorsah, ist damit hinfällig. Und auch die Standortfrage ist nun geklärt. Mit 11:11 Stimmen fand der Bau auf der so genannten grünen Wiese in der Nähe des Dräxlmaier-Areals nicht die erforderliche Mehrheit, womit nun automatisch der Alternativ-Standort alte TSV-Halle zum Zuge kommt.

Dieser Abstimmung vorausgegangen war eine Präsentation des Schweriner Planers Professor Gerd Jäger sowie von Wieland Schaible von der Projekt-Firma Heidkamp. Diese hatten den Standort alte TSV-Halle nochmals explizit unter die Lupe genommen und die Durchführbarkeit des Projektes an dieser Stelle geprüft. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Das Modell einer schmucken Dreifachhalle mit einer Zuschauerkapazität von insgesamt 1560 Plätzen (1260 Sitz- und 300 Stehplätze) wurde in einer Projektion an die Wand geworfen.

Als Netto-Kosten wurden von Professor Jäger die Summe von 5,3 Millionen Euro angegeben. Unter Einbeziehung der Mehrwertsteuer sowie der Kosten für Erschließung, Herrichten und den Abriss der alten Halle schlagen 6,5 Millionen Euro zu Buche, damit lag die Berechnung deutlich günstiger als beim Konzept der Firma Delta Immo Tec, deren günstigste Berechnung rund 1,5 Millionen Euro höher lag.

In der nachfolgenden Diskussion prallten die altbekannten Fronten aufeinander. Sebastian Huber (Freie Wähler), bekanntermaßen ein strikter Verfechter eines Baus auf der grünen Wiese, zog in Zweifel, ob man die notwendige Anzahl an Parkplätzen schaffen könne. Zu dem kritisierte er den ersatzlosen Wegfall der Hausmeisterwohnung. "Dies war nicht Teil der Aufgabenstellung", entgegnete Bauamtsleiter Günter Bleimehl. Wieland Schaible bezog dennoch Stellung: "Es ist ja nicht unbedingt die Regel, sondern eher die Ausnahme, dass eine Hausmeisterwohnung direkt am Sportgelände zu finden ist." Und Professor Jäger fügte mit leiser Ironie hinzu: "Ich hätte mir bei der ganzen Planung nicht vorstellen können, dass jetzt gerade das zu einem großen Problem wird."

Alfons Birnkammer (FW) fragte, ob die Anzahl an Parkplätzen ausreichend sei, wenn große Veranstaltungen parallel in Vilstal- und Ballsporthalle stattfinden würden. Diese Frage wurde von den Experten eher ausweichend beantwortet: "Dass muss man sehen, wo man in der Umgebung dann noch überall parken kann", so Schaible.

CSU-Fraktionssprecher Georg Brams, auf dessen Initiative hin der Standort alte TSV-Halle nochmals untersucht wurde, zeigte sich dagegen begeistert: "Das ist eine tolle Sache. Ich bin angenehm überrascht, was an dieser Stelle möglich ist." Zugleich warnte Brams davor, die Belange der Fußball-Abteilung des TSV Vilsbiburg unberücksichtigt zu lassen: "Wenn der Trainingsplatz zugunsten der neuen Halle wegfällt, muss ein Ersatz beschafft werden."

Diesen Punkt griff Klaus Kerscher (SPD) auf: "Es ist ja schön, dass der Bau einer Halle hier möglich ist - aber zu welchen Preis? Hammerwurf-Anlage, Bolzplatz und Hausmeisterwohnung fallen weg. Zudem gewinnen wir, da die alte TSV-Halle wegfällt, im Endeffekt nur zwei Hallen." Deshalb tendierte Kerscher zur grünen Wiese.

"Die TSV-Halle muss doch sowieso dringend saniert werden. Das würde uns nochmals 350000 Euro kosten", hielt Brams dem entgegen. Und schließlich dürfe man nicht außer Acht lassen, dass diese ganzen Hallen nicht nur gebaut, sondern auch unterhalten werden müssten.

Bürgermeister Helmut Haider fasste noch einmal zusammen und nutzte dies zu einem Plädoyer für die grüne Wiese. Einen echten Kostenvorteil bei den Baukosten gäbe es nicht, dafür mache man bei der alten TSV-Halle "viel für den Sport kaputt". Den nötigen Grund müsse man im übrigen an beiden Standorten erwerben, da das Gelände, auf dem sich die alte TSV-Halle befindet, dem TSV Vilsbiburg gehört. Da reagierte zweiter Bürgermeister Rudolf Lehner etwas verschnupft: "Wir wollen die Halle doch für den TSV Vilsbiburg und die Roten Raben bauen. Wenn wir jetzt auch noch den Grund teuer kaufen müssten, würde mir, ebenso wie großen Teilen der Bevölkerung, das Verständnis fehlen."

Der Argumente waren nun genug getauscht, man schritt zur Abstimmung: Mit 12:10 Stimmen fand die Aufstockung der Summe auf 7,5 Millionen Euro, die die Stadt zur Verfügung stellt, eine hauchdünne Mehrheit. Der Antrag, den Bau auf der grünen Wiese zu realisieren, fand dagegen nicht die erforderliche Mehrheit, da lediglich die insgesamt zehn anwesenden Stadträte von SPD und Freien Wählern sowie Bürgermeister Haider dafür stimmten. Neun CSU- Vertreter sowie Gisela Floegel (bul) und Anna Gabriel (ABV) votierten dagegen.

"Das kanns doch nicht sein", zeigte sich SPD-Mann Kerscher tief enttäuscht. Doch auch für "Abstimmungssieger" Brams hatte das Votum einen faden Beigeschmack. " Ich hätte mir ein deutliches Ergebnis gewünscht. Schließlich müssen wir alle es in der Öffentlichkeit vertreten."

drucken nach oben