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Text und Foto: Vilsbiburger Zeitung, 28.05.2008

Hochwasserfreilegung - Spatenstich für Hochwasserschutz in der Innenstadt

Spatenstich für Hochwasserschutz in der Innenstadt am 27.05.2008 (Foto: Vilsbiburger Zeitung)
Vorne von links: Bernhard Eichner (Wasserwirtschaftsamt Landshut), Erster Bürgermeister Helmut Haider, Kreisrat Martin Priller, Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein, Bauleiter Frederik Hölscher

Vier Jahre von der Idee bis zur Umsetzung

"Eine Bereicherung für ganz Vilsbiburg"

Spatenstich für Hochwasserschutz in der Innenstadt - Kosten rund 1,83 Millionen Euro

Von Bernhard Beez

Vilsbiburg. Der Entscheidung waren im Stadtrat im vergangenen Jahr zum Teil erbitterte Diskussionen vorausgegangen, am Ende sprach sich das Plenum jedoch mit großer Mehrheit für einen verbesserten Hochwasserschutz im Innenstadtbereich aus. Am gestrigen Vormittag wurde im Beisein zahlreicher Ehrengäste im Bereich des Rathauses der Spatenstich getätigt. Die Gesamtkosten für diese Maßnahme belaufen sich auf rund 1,83 Millionen Euro. Die Stadt Vilsbiburg hat dabei einen Eigenanteil von 25 Prozent zu schultern.

Der erste Bauabschnitt mit Neubau des Pfarrwehrs wurde im Jahre 1998 abgeschlossen. Der Bauabschnitt zwei umfasst nun die Hochwasserschutzmaßnahmen auf einer Länge von circa 150 Metern im Innenstadtbereich von Vilsbiburg. Als wesentliche Elemente sind Mauern, Dammbalkenverschlüsse und Deiche vorgesehen.

"Braucht Vilsbiburg eine Hochwassermauer, muss diese Maßnahme sein ?" Bürgermeister Helmut Haider blickte bei seiner Ansprache noch einmal kurz auf den nicht einfach verlaufenen Entscheidungsprozess zurück. Es habe sehr unterschiedliche Meinungen in dieser Thematik gegeben, zumal das letzte große Hochwasserereignis in Vilsbiburg bereits über 50 Jahre zurückliegt. Dennoch sei er überzeugt, dass die getroffene Entscheidung gut und richtig sei: "Wenn der Bauabschnitt abgeschlossen sein wird, wird das eine große Bereicherung für Vilsbiburg sein, auch aus städtebaulicher Sicht." Die Uferbereiche auf beiden Seiten der Vils könne man für Fuß- und Radwege nutzbar machen, und auch eine Anbindung an die Vils sei für die Spaziergänger gewährleistet.

Bernhard Eichner vom Wasserwirtschaftsamt stellte die Planungen der Behörde noch einmal kurz vor und nahm diesen Ball gerne auf: "Für einen angenehmen Zugang zum Fluss ist durch eine Bootsanlegestelle im Bereich des Färberangers sowie durch eine Treppe an der Vilsbrücke gesorgt." Auch Eichner war an der Entscheidungsfindung intensiv beteiligt. Einige Male war er im Vilsbiburger Stadtrat zu Gast und stellte die Pläne vor. Diese mussten mehrmals geändert werden, um die Wünsche und Vorstellungen der Stadträte sowie der im Vorjahr gegründeten Bürgerinitiative berücksichtigen zu können. Dennoch, so Eichner, könne man mit der Dauer dieses Prozesses im Großen und Ganzen zufrieden sein: "Von der Idee bis zur Umsetzung hat es vier Jahre gedauert. Das ist heutzutage eigentlich eine relativ normale Zeitspanne."

Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein verwies auf die Bedeutung eines funktionierenden Hochwasserschutzes für Städte und Gemeinden, gerade auch "mit Rücksicht auf die historischen, oft nahe fließender Gewässer gelegenen Stadtkerne". Ziel sei es, im Rahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung einen ausreichenden Hochwasserschutzgrad zu erreichen, der zugleich die städtebaulichen Belange und ortsspezifischen Gegebenheiten berücksichtigt: "Mit sensiblen Eingriffen und Umgestaltungen werden die Bauten dabei in den Natur- und Stadtraum integriert", versprach Hölzlein. Kreisrat Martin Priller sprach in Vertretung von Landrat Josef Eppeneder und garnierte sein Grußwort mit Erinnerungen an seine eigene Kindheit: "Damals hatten wir hier öfter ein Hochwasser, was für uns Kinder immer Anlass zur Hoffnung war, weil dann ab und zu mal die Schule ausgefallen ist", sagte Priller lächelnd. Aber natürlich sei ein Hochwasser immer mit beträchtlichen Schäden verbunden, unter denen alle Bürger zu leiden hätten. Priller freute sich darüber, dass beim Bau der Hochwassermauer die Naturbelange in großem Umfang berücksichtigt würden.

Der erste Ausführungsabschnitt umfasst den Bereich oberhalb der Stadtbrücke und soll bis Oktober dieses Jahres fertig gestellt werden. Der zweite Abschnitt wird im kommenden Jahr angegangen. Die gesamte Maßnahme soll laut Bernhard Eichner bis Ende 2009 abgeschlossen sein.

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