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Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Vilsbiburg (2006)

Peter Käser
Buch Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt Vilsbiburg

Das Suchen ließ ihn nicht los

Hobby-Geschichtsforscher Peter Käser stellte sein Buch über die Stadtpfarrkirche vor


Pfarrgeschichte muss korrigiert werden


Vilsbiburg. Fünf Jahre Arbeit, zwei Jahre intensivste Recherchen und viele Stunden in den Archiven des Freistaats und der Kirchen - das Ergebnis präsentierte Autor Peter Käser am Donnerstag bei seiner Buchvorstellung im Pfarrheim: eine detaillierte Geschichte der Vilsbiburger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt auf 375 Seiten, gespickt mit Anekdoten über die Menschen, die das Gotteshaus über die Jahrhunderte hinweg bevölkert haben. Erschienen ist das Werk des Hobby-Historikers im Verlag Attenkofer, also im Hause der Vilsbiburger Zeitung . "Die Geschichte ist Ihre Geliebte", sagte denn auch Herausgeber Dr. Martin Balle am Donnerstagabend im Pfarrheim. Der Verlag Attenkofer als Heimatverlag wolle Autoren wie Peter Käser fördern, die sich mit Leidenschaft der Heimatgeschichte widmen. "Peter Käser präsentiert in seinem Buch Sozialgeschichte im Kleinstraum, die er in die Geschichte der europäischen Kultur einbettet", sagte Dr. Balle. In einer Zeit der Globalisierung lege der Verlag Attenkofer besonderen Wert darauf, Raum für die Heimat zu schaffen. Peter Käser, vielen Lesern bereits bekannt von zahlreichen geschichtlichen Sonderseiten in der VZ , hat sich in mühsamer Kleinarbeit in sein bisher aufwändigstes Projekt gestürzt. "Das Suchen ließ Sie nicht los", sagte Stadtpfarrer Siegfried Heilmer, als er davon berichtete, wie viele Stunden Käser im Archiv der Stadtpfarrkirche unter dem Dach verbracht hatte. Dabei sei es ihm egal gewesen, ob es dort nun brütend heiß oder eiskalt gewesen sei. "Ich bewundere Menschen wie Sie, die sich einfühlen können in die Zeitgeschichte, ohne diesen Beruf eigentlich erlernt zu haben", lobte Heilmer den ehemaligen Postbeamten.


Käsers Buch sei nicht nur ein historischer Überblick, sondern erzähle auch von den Menschen, die die Kirchengeschichte entscheidend mitgeprägt haben, so Bürgermeister Helmut Haider. Außerdem gibt es bislang unbekannte Details preis, liefert neue Fakten. "Die Pfarrgeschichte muss korrigiert werden", sagte Stadtpfarrer Heilmer, dessen Vorgängern Käser mehrere Seiten gewidmet hat. Aufgrund der Recherechearbeiten Käsers könne die Pfarrei beispielsweise noch in diesem Jahr das 600-jährige Patrozinium feiern. So spannend wie ein Krimi sei das Buch für Ortskundige, so Heilmer, und für Käser waren wohl auch die Arbeiten schon aufregend. So berichtet er begeistert von alten Urkunden, die er in den Staatsarchiven und in den Lagern des Bistums aufgestöbert habe. Warum er einen großen Teil seiner Freizeit in den vergangenen Jahren für sein Projekt geopfert habe, das kann Käser ganz einfach erklären: "Ich habe Interesse an der Geschichte und genügend Neugierde, um zu suchen." Gerade die Stadtpfarrkirche Vilsbiburg habe ihn schon immer beeindruckt - dieser mächtige Bau, der so majestätisch auf einer Anhöhe thront. Und Käser wurde fündig. Vor allem, wenn er eine Urkunde eines Klosters entdeckt habe, habe er einen großen Schritt nach vorne gemacht. "Die waren inhaltlich sehr wichtig." Er wälzte Bücher im Hauptstaatsarchiv in München, verkroch sich hinter den Akten auf der Burg Trausnitz in Landshut oder stöberte im Vilsbiburger Heimatmuseum.


Herausgekommen sind 375 Seiten mit 75 Abbildungen. So enthält das Buch unter anderem Informationen zur Kirchengeschichte, einen Übersichtsplan und detaillierte Erklärungen der sakralen Kunstwerke im Kircheninneren. Aufgelockert wird die historische Auflistung durch Geschichten wie die des Mesners, der sich den guten Messwein selbst einverleibte und dem Benifiziaten verwässerten, abgestandenen Wein zu trinken gab, was zur Folge hatte, dass Letzterer wegen einer Weinvergiftung behandelt werden musste. Käser erzählt lebendig, begeistert, überzeugt von seinem Thema. Er spricht frei, als er den Zuhörern einen Abriss des Inhalts liefert, weiß die Daten aus dem Gedächtnis. Käser ist mit Leib und Seele Geschichtsforscher. Vielleicht hat er dieses Hobby nicht zum Beruf gemacht, aber einen wie ihn lässt seine Leidenschaft nicht los. Und so wird er sich wahrscheinlich auch in Zukunft in dunklen, stickigen Archiven aufhalten und seine Augen werden leuchten, wenn er intensiv in alte Zeiten eintauchen kann, oder, wie er sagt, "Geschichte pur" erlebt.


Karin Mühlberger


Das Buch ist ab sofort zum Preis von 16,80 Euro in der Geschäftsstelle der Vilsbiburger Zeitung erhältlich.


Text: Vilsbiburger Zeitung vom 8. April 2006

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