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Text: Vilsbiburger Zeitung, 28.11.2008 (Georg Soller)

Hochwasserschutz - Abschnitt oberhalb der Stadtbrücke vor Fertigstellung

Hochwasserschutz oberhalb der Stadtbrücke im November 2008

Oberhalb der Vilsbrücke sind die Dämme praktisch dicht

Den Flussraum für Bürger erlebbar machen

Nach dem technischen Hochwasserschutz soll der Flussraum renaturiert werden

Vilsbiburg. "Den größten Teil haben wir geschafft. Jetzt geht es vor allem um Restarbeiten", sagte Johann Hübl gestern im Gespräch mit der VZ. Hübl betreut im Wasserwirtschaftsamt Planung und Bau der Vilsbiburger Hochwasserschutzanlage. Derzeit wird der Abschnitt oberhalb der neuen Vilsbrücke bis zum Parkplatz Färberanger fertiggestellt. In den nächsten Wochen wird am Rathaus gepflastert, die neuen Bäume und Kletterpflanzen werden ebenfalls noch gesetzt. Gleichzeitig haben die Abholzungen unterhalb der Vilsbrücke für den nächsten Bauabschnitt begonnen.

Nach langen Debatten über Gestalt und Begrünung des Hochwasserschutzes für die Kernstadt haben die massiven Bauwerke in den vergangenen Monaten Gestalt angenommen. Dicke Betonmauern auf bis zu neun Meter tief gegründeten Betonbohrpfählen bieten den Anwohnern am Stadtplatz künftig Schutz auch vor einem so genannten hundertjährigem Hochwasser.Johann Hübl legte im Pressegespräch dar, dass ein Bauwerk in dieser Größenordnung eben seinen Platz benötigt. Es mussten zahlreiche Kompromisse gefunden werden, um die Schutzwirkung, die gestalterische Öffnung der Stadt zum Wasser hin und die Wünsche nach möglichst viel Grün in Einklang bringen zu können. Nicht überall war ausreichend Platz für alle Wünsche.

Aber schon heute ist erkennbar, dass sich das Bild der "Stadt am Fluss" dauerhaft verändert hat. Anstelle der früher eher undurchdringlichen Natur führen heute zwei Treppen, Sitzstufen und sogar eine Rampe für Rollstuhlfahrer näher an das Wasser heran. Eine Bootsanlegestelle, Sitzbänke, Niedergehölze und Kletterpflanzen sollen die derzeitige Betonoptik im Lauf der Zeit verschwinden lassen und das Vils ufer als Aufenthaltsort erlebbar machen.

Radweg am rechten VilsuferGrossansicht in neuem Fenster: Vorbereitung des rechten Vilsufers zwischen Stadtbrücke und Vilssteg im November 2008

Richtig charmante Entwicklungen entlang der Vils ergeben sich aber erst in den folgenden Bauabschnitten. So wird entlang des Grundstücks von Dr. Robert Peters hinter der Hochwassermauer ein Radweg gebaut, der eine durchgängige Verbindung vom Stadthallen-Parkplatz über den Balkspitz bis zum Schwimmbad schafft. "Das war vor allem deshalb möglich, weil Herr Peters uns so großzügig Grund überlassen hat, dass wir dafür den nötigen Platz haben", erläuterte Hübl. Das Wasserwirtschaftsamt wird auch Peters Vogelvoliere abreißen; die Tiere sind bereits umgezogen. Auf der Balkseite kann aufgrund eines Kompromisses der Radweg fortgesetzt werden. Der zweite Vilssteg zum Färberanger - ebenfalls seit vielen Jahren im Gespräch - wird von der Stadt gebaut.

Zwischen dem neuen Vilssteg und der Radwegbrücke zum Stadtbad soll der Vilskanal in einem weiteren Bauabschnitt renaturiert werden. Das als Ausgleichsmaßnahme finanzierte Vorhaben zeigt auf den Plänen eine gemütlich zwischen Bäumen mäandernde Flusslandschaft, die sogar einige Inseln enthalten soll. Durch diese schöne Natur führt der Radweg flussaufwärts, dessen Trasse im Endausbau sogar in Richtung Velden und Dorfen geschlossen werden soll; eigentlich wollte das Wasserwirtschaftsamt dieses Vorhaben über die Radwegbrücke beim Schwimmbad hinaus fortsetzen, was offenbar an den Grundstücksverhandlungen gescheitert ist.

Kosten: Drei Millionen Euro

Ebenfalls keine optimale Lösung hat man auf dem Abschnitt zwischen Vilssteg und dem Mühlbauerhaus gefunden. Dort mussten zur Schutzmauer die Versorgungsstraße zum Cafe und der Wunsch nach ausreichend Außengastronomiefläche berücksichtigt werden. Jetzt soll wohl die Mauer begrünt werden, aber die Sitzbänke, die heute dort viele Bürger zum gemütlichen (und verbotenen) Entenfüttern animieren, müssen weg.

Insgesamt mehr als drei Millionen Euro wird der Abschnitt oberhalb der Vilsbrücke am Ende kosten; die Summe teilen sich die Stadt (25 Prozent), der Bezirk Niederbayern (30 Prozent) und der Freistaat Bayern (45 Prozent), wobei das Land auch auf Bundes- und EU-Mittel zurückgreifen kann. Ab nächstem Jahr ist der Bezirk wegen der bayerischen Verwaltungsreform nicht mehr für Gewässer wie die Vils zuständig; das macht das Innenministerium dann direkt. "Aus diesem Grund wissen wir auch nicht, wie die Zuschüsse künftig fließen", sagte Hübl gestern. Aber es sei unwahrscheinlich, dass eine begonnene Baumaßnahme in einer Dimension wie in Vilsbiburg nicht fortgesetzt werden könnte.

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