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Text: Vilsbiburger Zeitung, 20.12.2008 (Goerg Soller)

Träger des Kulturpreises 2007 - Pianistin Sylvani Utami-Weigert

Kulturpreis 2007: Sylvani Utami-Weigert
Erster Bürgermeister Helmut Haider und Sylvani Utami-Weigert

Eine Chinesin, die uns unsere eigene Kultur näherbringt

Viel Licht für das zarte Pflänzchen Kultur

Kulturpreis der Stadt für das Jahr 2007 an die Pianistin Sylvani Utami-Weigert verliehen

Vilsbiburg. "Sylvani Utami-Weigert hat sich in die europäische Kultur und Musik mit allen Fasern ihrer Musikalität und Intelligenz, mit ihrem Gefühl und Verstand eingelebt und eingearbeitet. Als Chinesin im Vilstal bringt sie uns Europäern hier in Vilsbiburg unsere Kultur näher", sagte Michael Lenk in seiner Laudatio. Für ihr herausragendes musikalisches Engagement erhielt sie deshalb am Donnerstagabend in der Grundschul-Aula aus der Hand von Bürgermeister Helmut Haider den mit 1000 Euro dotierten Kulturpreis der Stadt für das Jahr 2007.

Grossansicht in neuem Fenster: Laudator Michael LenkDie zahlreichen Besucher der Kulturpreis-Verleihung am Donnerstag, die beide Ebenen der Grundschul-Aula füllten, konnten zwei kulturelle Leckerbissen genießen: Neben den musikalischen Pretiosen, die Sylvani Utami-Weigert und ihre Kollegen der Musikschule zu Gehör brachten, beeindruckte der evangelische Pfarrer Michael Lenk mit einer wortgewaltigen Laudatio die Zuhörerschaft. Aus seiner Freundschaft mit der Preisträgerin heraus zeichnete er ein einfühlsames Portrait der seit fast einem Vierteljahrhundert in Vilsbiburg arbeitenden Pianistin und lieferte die Begründung, warum ihr über die tägliche Arbeit hinausgehendes Engagement den Kulturpreis verdient hat.

Grossansicht in neuem Fenster: Musikerkollegen aus der MusikschuleEin Ungar in Indonesien

Sylvani Utami hat als Elfjährige auf dem von der Mutter für die ganze Großfamilie besorgten Klavier mit ihrer musikalischen Ausbildung begonnen und in der Familie die größte Ausdauer bewiesen. Ein ungarischer Musiklehrer in Indonesien hat ihr dann seine eigene musikalische Heimat vermittelt und die Kenntnisse über die ihr lieb gewordene europäische Musik vertieft. Er hat sie ermuntert, nach Europa zu gehen, um dort den letzten Schliff zu bekommen.

"Mit den hohen Weihen der europäischen Klavierkunst ausgestattet", kam sie nach München und Hannover 1985 nach Vilsbiburg. Sie wollte von hier aus auf Tournee gehen, aber es kam anders. Sie blieb an der Musikschule und motiviert seither ihrerseits junge Menschen, sich auf den langen Weg zu begeben, "das herrliche Instrument in seiner Schönheit vorzuführen".

Denn einmal Klavier zu spielen, das reiche nicht: "Täglich neu muss die musikalische Arbeit getan werden. Ja, du sprichst von harter Arbeit", sagte Lenk. In ihren eigenen Worten habe sich Sylvani Utami-Weigert so charakterisiert: "Ich bin wirklich sehr fleißig, wenig begabt und habe kein großes Talent." Er würde gerne widersprechen, sagte Lenk, aber er wolle ihre Worte ernst nehmen. Denn sonst würde der Kulturpreis eher den geliehenen Glanz eines Menschen feiern als dessen eigenen Beitrag.

Sylvani Utami-Weigert werde von vielen Bürgern als "besonderer Mensch" wahrgenommen, sagte Lenk. Ihre fröhliche, dankbare Ausstrahlung gebe der wachsenden Kultur in Vilsbiburg viel Licht. Statt eines Kultes um ihre eigene Person setze sie ihre Kraft dafür ein, dass gemeinsam Kultur entstehe. Und dieses musikalische Wirken habe bereits beeindruckenden Benefit gebracht. Sie unterstütze die SOS-Kinderdörfer, habe den Tsunami-Opfern in ihrer Heimat geholfen und mit Benefiz-Konzerten zur Renovierung der Orgel in der evangelischen Christuskirche beigetragen.

Mit dem Kulturpreis an die Pianistin werde auch das Instrument gewürdigt, schloss Lenk mit einer kleinen Kritik in Richtung Stadt: "Wenn wir als Bürger der Stadt Vilsbiburg die Entscheidung für richtig halten, dass heute die Pianistin Sylvani Utami den Kulturpreis erhält, dann müssen wir darauf hinarbeiten, dass mittelfristig ein repräsentatives Instrument in einem geeigneten öffentlichen Raum steht. Wir sind eine an Pianisten reiche Stadt. Dieser Reichtum sollte in seiner Fülle zum Klingen kommen."

Kultureller Reichtum

"Da fehlen einem die Worte", sagte Bürgermeister Helmut Haider angesichts der großartigen Laudatio. Er verwies darauf, dass die Kultur in ihrer vielfältigen Ausprägung nicht von allen Menschen so scharf wahrgenommen werde. Mit dem im kommenden Jahr beginnenden Umbau der Volkshochschule werde sich aber die Situation auch an der Musikschule entspannen, versprach Haider, nachdem er Sylvani-Utami-Weigert den Kulturpreis mit Urkunde und Medaille überreicht hatte.

Die Musikerin selbst bedankte sich bei ihren vielen Wegbegleitern und beim Vergabegremium: "Ich fühle mich sehr geehrt", sagte sie, und direkt an Michael Lenk gewandt: "Danke für die schönen Worte, die du über mein Leben gefunden hast." Mit der beeindruckenden Komposition "Liuxang He" von Wang Jian Zhong schloss sie den musikalischen Bogen zurück in ihre alte Heimat.

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