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Text: Vilsbiburger Zeitung, 12.08.2009

ABV-Gelände: Stadtrat beschließt weitere Vorgehensweise

Luftaufnahme des ABV-Geländes (07/2008) - Foto: Klaus Leidorf

"Wir brauchen das Know-How von Profis"

Stadtrat will sich in Sachen ABV-Gelände städtebaulich und wirtschaftlich beraten lassen

Vilsbiburg. Auf der Suche nach einer der gesamten Stadt dienlichen Lösung für das Gelände der früheren Aktienbrauerei (ABV) setzt der Stadtrat künftig auf den Rat von unabhängigen Experten. Einstimmig beschloss das Gremium am Montagabend, sich für das weitere Vorgehen sowohl eine städteplanerische als auch eine wirtschaftliche Expertise einzuholen. Dazu soll zweiter Bürgermeister Hans Sarcher für die Sitzung am 21. September Vertreter dreier Architektur- und Beratungsbüros einladen, die dem Rat ihre Arbeitsweise vorstellen.

"Keiner von uns, der dabei war, als wir das ABV-Gelände gekauft haben, hat sich damals vorstellen können, dass es eine so harte Nuss ist, daraus etwas Vernünftiges zu machen. Aber wir werden diese Nuss schon noch knacken", sagte SPD-Sprecher Klaus Kerscher. Als Konsequenz aus den bisherigen Bemühungen um die richtige Bebauung zog er den Schluss: "Wir sollten kleinere Schritte machen. Wir haben zwei Mal mit Hilfe eines Investors eine Gesamtlösung gesucht, und das ist zweimal schief gegangen."

Grundsätzlich sollen ein Kulturzentrum, ein Innenstadt-Lebensmittler und eine Gastronomie als Planungsziele festgelegt werden. In der Diskussion unterstrichen aber die Sprecher aller Fraktionen, dass man sich auch Alternativlösungen aufzeigen lassen will, falls sich diese Vorstellungen nicht vernünftig realisieren lassen: "So groß ist das Gelände dann auch wieder nicht", sagte CSU-Sprecher Hermann Vogelgsang. Und Gertrud Frommeld (CSU) verwies darauf, dass das Thema Gastronomie nur mit einem passenden Wirt gelöst werden könne.

Mehr Kundenfrequenz

Im Vorfeld der Stadtratssitzung hatte sich Christine Koj (FW) mit Hermann Vogelgsang und Klaus Kerscher ausgetauscht. Gisela Floegel (Bürger- und Umweltliste) hatte sie nach eigenen Angaben nicht erreicht. "Als wir uns aus dem Berndt-Konzept verabschiedet hatten, sind einige Stadträte auf den Förder- und Werbeverein zugegangen und haben den Vorstand um eine Stellungnahme gebeten", erinnerte Christine Koj. In einem Schreiben an die Stadt nannte dieser als Planungsziele mehr Kundenfrequenz für die Innenstadt, zusätzlich Innenstadtparkplätze und nach Möglichkeit neue Sortimente. "Aber klare Vorstellungen gab es da auch nicht", erinnerte sich Koj. Deshalb habe sie einen Vertreter der BBE Handelsberatung in den Fördervereins-Vorstand eingeladen. Das Unternehmen, zu dessen Gesellschaftern der Landesverband des Bayerischen Einzelhandels zählt, untersucht und bewertet Standorte unabhängig von eigenen Interessen und stellt bei Interesse zusätzlich einen Kontakt zu den Expansionsmanagern in den jeweiligen Bran chen her: "Allein die Zusammenhänge, die uns der Mann an diesem Abend aufgezeigt hat, haben mir klar vor Augen geführt, dass wir die funktionierende Besiedlung des ABV-Geländes allein nicht schaffen", sagte Koj. Aus diesem Grund habe die Fraktion der Freien Wähler den Antrag gestellt, über das der Stadt vorliegende Angebot der BBE zu entscheiden.

Als Gisela Floegel einwarf, die BBE habe nur die Aspekte des Handels im Blick und nicht die Städteplanung, entgegnete Koj: "Wir brauchen grundsätzlich ein tragfähiges wirtschaftliches Konzept. Sonst finden wir keine Betreiber für die schöne Architektur. Michaela Feß (bul) erinnerte daran, dass zur innerstädtischen Entwicklung auch ein vernünftiges Leerstandsmanagement gehöre: "Ich habe in dem Einzelhandelsgutachten von 2001 gelesen, wir sollten kleine Geschäfte auf dem Haslbeck-Gelände ansiedeln. Aber von denen stehen am Stadtplatz schon einige leer. Ich denke, die Zeiten haben sich gewandelt."

Am Ende der Debatte war man sich im Stadtrat einig, dass man sowohl die BBE als auch einen Städteplaner in die Entwicklung des ABV-Geländes und der angrenzenden Innenstadt mit einbinden will, diese sich aber erst im Rat vorstellen sollen. Xaver Peisl (CSU) war es noch wichtig, dass "sich diese Planer nicht zurückziehen und uns dann mit einem Ergebnis überraschen". Vielmehr sollte die Planung kontinuierlich mit der Stadt abgestimmt werden. Eine Bürgerbeteiligung gar, die Vogelgsang daraufhin ins Gespräch brachte, ging den meisten Stadträten aber zu weit: "Dann dauerts ewig."

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