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Stadt Vilsbiburg  |  E-Mail: stadt@vilsbiburg.de  |  Online: http://www.vilsbiburg.de

Text und Foto: Vilsbiburger Zeitung, 07.10.2009 (Georg Soller)

Die Bürger für den Klimaschutz begeistern

Integriertes Klimaschutzprojekt vilsbiburg - Team
Von links: Nina Hehn und Willi Steinke von ´Identität & Image´, 2. Bürgermeister Johann Sarcher, Matthias Heinz von ´Green City´, Dietmar Rübesam, Bauamt, und Prof. Dr. Manfred Miosga

Die Bürger für den Klimaschutz begeistern

Passgenaues Klimaschutzkonzept für die Stadt: Am 19. November geht es los

Vilsbiburg. Die Stadtväter von Vilsbiburg haben sich für die nächsten Jahre ein großes Ziel gesetzt. In einer gemeinsamen Aktion mit allen Bürgern soll der Energieverbrauch in der Stadt nachweisbar gesenkt und in der Konsequenz der CO2 -Ausstoß um 40 Prozent verringert werden. Dazu ist am Montag- nachmittag im Sitzungssaal der Klimabeirat zusammen mit den beiden Beraterfirmen "Green City Energy" und "Identität & Image" in die Sondierungsphase eingestiegen, welche energetischen Aspekte in Vilsbiburg verbessert werden können. Das Ziel ist ein integriertes kommunales Klimaschutzkonzept für Vilsbiburg. Der Weg zu diesem Konzept wird übrigens zu 80 Prozent mit Bundesmitteln gefördert, und auch bei der Umsetzung der konkreten Klimaschutz-Maßnahmen sollen die zahlreichen Fördertöpfe angezapft werden.Logo - Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Vilsbiburg

Dem Klimawandel wirksam zu begegnen sei die zentrale Herausforderung dieses Jahrhunderts, sagte zweiter Bürgermeister Hans Sarcher am Montagnachmittag bei der Auftakt-Pressekonferenz im Rathaus: Die Erderwärmung mit ihren schlimmen Folgen sei unübersehbar. "Die notwendige Verringerung des CO2 -Ausstoßes ist nur zu erreichen, wenn alle an einem Strang ziehen - Kommune, Wirtschaft und jeder einzelne Bürger."

Weil der Klimawandel nicht von oben nach unten zu erreichen ist, hat die Bundesregierung für das Jahr 2009 die Finanzierungslinie für den nationalen Teil der Klimaschutz initiative auf 460 Millionen Euro aufgestockt. Wie berichtet, hat sich Deutschland im Rahmen des EU-Klimapaktes zur deutlichen Reduzierung der schädlichen Treibhausgase verpflichtet. Bürgermeister Helmut Haider hat noch im vergangenen Jahr dieses neue Angebot aufgegriffen, was zur Folge hat, dass Vilsbiburg beim Klimaschutz in Niederbayern eine Vorreiterrolle übernimmt. "Wir haben nicht den Anspruch, das Rad neu zu erfinden", sagte Prof. Dr. Manfred Miosga, Projektcoach bei "Identität & Image", "aber wir wollen den Klimaschutz auf eine andere Basis stellen, damit jeder erkennt, was er dazu beitragen kann." "Identität & Image" betreut derzeit elf Kommunen in diesem Prozess.

Die Chancen erkennen

Nun gelte es, geschickt die Chancen zu nutzen, die sich aus diesem Anschub des Klimaschutzes vor Ort ergäben, sagte Sarcher. Denn wenn man dieses Angebot nutze, gebe es nur Gewinner: Zunächst die Umwelt, aber auch die Bürger und die öffentliche Hand, wenn der Energieverbrauch sinkt und man damit den ansteigenden Kosten effektiv begegnen könne. Aber auch das regionale Handwerk profitiere von den Aufträgen, mit denen die Heizungs- und Energieanlagen optimiert werden. "Sie können darauf warten, dass der Klimaschutz eine kommunale Pflichtaufgabe wird", sagte Miosga. Und dann gebe es für die gleichen Vorhaben keine Fördermittel mehr.

In den nächsten zehn Monaten soll der Fahrplan erarbeitet werden, mit welchen Bausteinen die Stadt und ihre Bürger in den kommenden drei Jahren den Energieverbrauch senken und zugleich auf erneuerbare Energieformen umstellen wollen. "Wir wollen Anregungen geben, wie Gebäude saniert werden, wie wir uns klimafreundlicher fortbewegen und wie wir beim Einkaufen auf klimaschonende Waren achten können", sagte Sarcher. Die Fachleute von "Green City Energy" erstellen im Hintergrund Potenzialanalysen, um die Vorschläge gutachterlich zu hinterfragen. Sogar die künftigen Stadtratsbeschlüsse sollen auf ihre CO2 -Wirksamkeit hin überprüft werden.

Gleichzeitig gehört es auch zu den Aufgaben der beiden Berater-Unternehmen, aus den vielfältigen öffentlichen Fördermöglichkeiten die optimalen Zuschussquellen herauszufinden, mit denen der Umstieg auf klimafreundliche Energieformen erleichtert werden kann: "Wir wollen modellhaft vorrechnen, was sich rechnet - und was entsprechende Einsparungspotenziale birgt", erläuterte Miosga. Derzeit wird rund 1 Prozent aller Gebäude in der Bundesrepublik energetisch saniert. Das Ziel des Programms sei es, diesen Wert vor Ort auf 2,7 Prozent zu erhöhen: "Das sind enorme Anstrengungen, die man nur in den Kommunen aufbringen kann - also wenn man ganz nah bei den Bürgern ist.

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