Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Stadt Vilsbiburg  |  E-Mail: stadt@vilsbiburg.de  |  Online: http://www.vilsbiburg.de

Text: Vilsbiburger Zeitung, 18.11.2011, Georg Soller

ABV-Gelände: Gründung einer Projektgruppe 'Kulturhaus'

Luftaufnahme des ABV-Geländes (07/2008) - Foto: Klaus Leidorf

Eine kluge Entscheidung vorbereiten

Am Dienstag nimmt die Projektgruppe Kulturhaus am ABV-Gelände ihre Arbeit auf

Vilsbiburg. Mit professioneller Führung soll jetzt die unendliche Geschichte der städtebaulichen Entwicklung des Haslbeck-Areals zu Ende gebracht werden. Vor Kurzem hat der Stadtrat eine Projektgruppe eingesetzt, die unter der Gesprächsleitung der Identität & Image Coaching AG Größe, Funktion und technische Anforderungen des neuen Kulturhauses ermittelt. Auf der Basis dieser Grundlagen soll der städtebauliche Wettbewerb für das gesamte Areal ausgelobt werden.

 

Der Stadtrat meint es jetzt offenbar ernst. Die wichtigsten Entscheidungen neben den verschiedenen Grundsatzbeschlüssen zum Bau eines Veranstaltungsgebäudes mit der nötigen Infrastruktur für Kulturveranstaltungen werden von zwei Entwicklungen bestimmt. Zum einen führt die Besetzung der Projektgruppe unter einer professionellen Moderation definitiv zu einem konkreten Ergebnis, und die beschlossene Auslobung eines architektonischen Wettbewerbs bedeutet, dass am Ende eine der vorgestellten Lösungen gebaut werden muss. Und letztlich wächst auch der Druck aus dem wirtschaftlichen Umfeld, dass die Stadt bei einem derart zentralen Gelände jetzt endlich zu Potte kommen sollte.

 

Auch wenn der Vilsbiburger Stadtrat in den meisten Sitzungen konstruktiv zusammenarbeitet, fliegen bei grundsätzlichen Debatten gern die Fetzen. Wie Insider berichten, habe sich die externe Moderation durch Wolfgang Grubwinkler von Identität & Image schon im Laufe der beiden Stadtratsklausuren im Sommer als hilfreich erwiesen. In diesen Sitzungen wurde ein grober Fahrplan für die Projektgruppe festgelegt, der bei der ersten Sitzung am 22. November konkret ausgearbeitet werden soll.

 

Wie Grubwinkler im Gespräch mit der Vilsbiburger Zeitung erläuterte, muss der Arbeitskreis vor allem die Größe und die Nutzung des Kulturhauses bestimmen. Denn es sollte nicht noch einmal passieren, dass die Entwicklungschancen für die Stadt in der Folge eines Neubaus unter den Tisch fallen: Beim Neubau der Stadthalle vor fast 20 Jahren wurde zwar die Infrastruktur für einen Pferdemarkt und das Volksfest eingebaut, aber die nicht vorhandene Künstlergarderobe oder der fehlende Keller beschränken die Nutzbarkeit bis heute. Und der Pferdemarkt hat noch nie in der Halle stattgefunden

 

Deshalb sind im Arbeitskreis Gesprächsrunden mit professionellen Veranstaltern und mit Vilsbiburger Kulturschaffenden vorgesehen. Es sind Fahrten zu gelungenen Kulturzentren und auch zu negativen Beispielen geplant. Dort möchte sich Grubwinkler auch mit den Verantwortlichen treffen und deren Erfahrungen aufnehmen. Zu einem öffentlichen Planungsworkshop sollen alle interessierten Bürger eingeladen werden, damit diese ihre Überlegungen zu einem Kulturzentrum darlegen: "Es gibt vielleicht Ideen, auf die wir in unserer Runde nicht kommen", sagte Grubwinkler. Immerhin sei das Thema Kulturhaus seit Jahren ein öffentliches Thema in der Stadt. Um den Stellenwert Vilsbiburgs als Ort der Kultur zu definieren, soll die Projektgruppe auch die Umgebung betrachten. Im Kreis der umliegenden Städte - Landshut, Mühldorf, Dingolfing - und der kleineren Kulturbühnen, etwa im Kloster Johannesbrunn, muss das Vilsbiburger Vorhaben seinen Platz finden - sowohl was Publikumsinteresse als auch die Programmvielfalt angeht. Und schon im Vorgriff kann man wohl sagen, dass ein halbherzig geplantes und betriebenes Kulturhaus heutzutage eher ein Schattendasein fristen wird.

 

Die Zeit drängt

Über den Zeitraum bis zur Entscheidungsfindung blieb Grubwinkler gegenüber der VZ zurückhaltend. Zwischen drei und zehn Sitzungen, meinte er vorsichtig, werde man sich bewegen. Bürgermeister Helmut Haider indessen möchte bald zu einem Ergebnis kommen, um den städtebaulichen Wettbewerb starten zu können. Verwaltungsintern müssten dazu gleichzeitig jene Vorbereitungen getroffen werden, die außerhalb der Projektgruppe liegen.

 

Nicht ganz klar ist vielen Beteiligten bislang, wie weit sich die Runde auch mit dem restlichen Haslbeck-Areal beschäftigt: Die Anwesenheit eines Vertreters des Förder- und Werbevereins spräche dafür, der "Fahrplan" indessen ist eher kulturlastig. Auch das Thema Architektur wird nicht angesprochen. Grubwinkler wird als reiner Moderator gesehen. Von sich selbst sagt dieser, seine Schwerpunkte seien das Vernetzen der Akteure vor Ort, das Marketing und betriebswirtschaftliche Aspekte. Ihm sei es wichtig, dass am Ende eine gute Entscheidung auf der Basis von inhaltlich fundierten Argumenten getroffen werden könne, sagte er gegenüber der VZ.

 

Info

Der Projektgruppe gehören neben dem Moderator an: Bürgermeister Helmut Haider, die Stadträte Florian Anzeneder (CSU), Christine Koj (FW), Klaus Kerscher (SPD) und Gisela Floegel (Die Grünen), Manfred Billinger (Kulturforum), Manfred Eberl (Förder- und Werbeverein) und Sebastian Stelzer (Kulturbeauftragter in der Stadtverwaltung).

drucken nach oben