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Text: Vilsbiburger Zeitung, 01.02.2012 Grafik und Visualisierungen: Architekten Nadler & Sperk

Quartiersplanung Kirchenweg - Stadtrat stimmt geänderter Kirchentreppe zu

Planskizze - Der neue Kirchplatz
Grafik: Architekten Nadler & Sperk

Konsens zwischen allen Beteiligten

Stadtrat stimmt geänderter Kirchentreppe zu - Erregte Debatte

Vilsbiburg. Die Abstimmung kam überraschend, fiel aber auch in der Wiederholung genauso eindeutig aus: Am Ende einer teilweise emotional geführten Debatte befürwortete am Montagabend eine Stadtratsmehrheit mit 12 gegen 8 Stimmen die geänderte Planung zur neuen Kirchentreppe. Vor allem die Frage nach dem Grad der Zustimmung des Landesamts für Denkmalpflege und die bislang fehlende Bürgerbeteiligung erregte einige Stadträte. Heute will sich der Stadtrat von der Situation vor Ort selbst ein Bild machen.

Grossansicht in neuem Fenster: Quartiersplanung Kirchenweg - Visualisierung 1 (Nadler & Sperk)Ist es nur ein Detail, oder eine wesentliche Veränderung der Planung? Die Lösung, mit einer breiten Treppe den Höhenunterschied zwischen Kirche und Kirchstraße zu überwinden, bleibt. Geändert hat sich die Form der Treppe: Die vorher langsam ansteigende Rampentreppe wird durch eine steilere, geschwungene Treppe abgelöst, die im Mittelteil Sitzstufen enthält. Diese Sitzstufen schaffen optisch zwei getrennte Wege zum Friedhof und zum Kirchenportal.

Diese Lösung wurde von dem für Vilsbiburg zuständigen stellvertretenden Referatsleiter am Landesamt für Denkmalpflege, Dr. Michael Mette, in einer Expertenrunde bei der Regierung von Niederbayern vorgeschlagen und vom Architekturbüro planerisch umgesetzt. Diese Lösung, so berichteten Architekt Karl Sperk und Bauamtschef Günter Bleimehl in der Stadtratssitzung, werde sowohl von der Kirche, der Regierung von Niederbayern und auch von der Stadt mitgetragen. "Wir sind froh, dass wir jetzt einen Konsens haben."

Aufregung im Stadtrat
Im Stadtrat herrschte dennoch eine gewisse Aufregung, weil man in der Sitzung vor zwei Wochen den Eindruck gewonnen hatte, dass das Denkmalamt schon mit der ersten Lösung einverstanden sei. Bleimehl sagte dazu, dass Dr. Mette die Planung im Grundsatz nie angezweifelt habe. Die Denkmalschützer hätten sich aber daran gestört, dass die langgezogene Rampentreppe zu viel von der denkmalgeschützten, künftigen Kinderkrippe verdeckt hätte - und dies sei jetzt durch die verschwenkte Treppe gelöst.

Grossansicht in neuem Fenster: Quartiersplanung Kirchenweg - Visualisierung 2 (Nadler & Sperk)Er habe sich im seinem Vorgehen an den Beschluss aus der letzten Sitzung gehalten, sagte Bleimehl: "Der Stadtrat stimmt der vorgestellten Planung für die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes in seinen Grundzügen zu - das heißt, Kirchenvorplatz und Krippe bedürfen keiner gravierenden Änderungen, der Freitreppe wird grundsätzlich zugestimmt, Details in Bezug auf Anschlüsse, Treppenstufenhöhe oder Treppenstufentiefe sind noch möglich."

Dies sahen einige Stadträte anders. Sie hätten nachgefragt, wie der Denkmalschutz zu der Planung stehe und dabei nichts von der geplanten Sitzung bei der Regierung erfahren. Das sei jetzt eine grundsätzlich andere Planung, fand Michaela Feß (Die Grünen), und auch Irene Janner (SPD) sagte, dass es jetzt eine ganz normale Treppe sei, und keine fließende Rampe mehr. Zustimmung gab es indessen von Christine Koj (Freie Wähler) oder Helmut Gaube: "Das gefällt mir fast noch besser", sagte der CSU-Stadtrat, wunderte sich aber, warum man denn vor zwei Wochen über eine Planung abgestimmt habe, von der man wusste, dass sie wieder verändert würde.

Manfred Eberl (Freie Wähler) kritisierte wie vor ihm Georg Brams (CSU), dass er auf diesen Plänen nie so genau erkennen könne, wie das später einmal aussehe. Eine 3-D-Visualiserung sei da besser und zeitgemäß. Außerdem wehrte er sich, dass er wieder innerhalb von fünf Minuten über so ein Projekt entscheiden müsse und es keine längere Vorlaufzeit zum Nachdenken gebe.

Grossansicht in neuem Fenster: Quartiersplanung Kirchenweg - Visualisierung 3 (Nadler & Sperk)Überraschender Beschluss
Die Fraktionssprecher von CSU, Hermann Vogelgsang, und SPD, Klaus Kerscher, regten schließlich an, keinen Beschluss zu fassen, nachdem die grundsätzliche Zustimmung bereits vorliege. Gisela Floegel (Die Grünen) fand mit ihrem Antrag, den Kirchenvorplatz am Mittwoch vor dem Termin in der Mittelschule zu besichtigen, die Zustimmung der Mehrheit. Als Bürgermeister Helmut Haider schon den nächsten Tagesordungspunkt aufrufen wollte, mahnte Georg Brams an, dass die Tagesordnung eine Entscheidung vorsehe. Als Haider abstimmen ließ, fand die Planung durch die Stadträte der CSU und einen Teil der Freien Wähler die mehrheitliche Zustimmung. Als einige Räte dann die Besichtigung wieder fallen lassen wollten, entgegnete Gisela Floegel, dass dies aber beschlossen sei: "Vor Ort sieht man mehr. Das haben wir erst beim Parkplatz am Hospiz erlebt."

 

Grafik: So soll der Platz an der Kirche am Ende aussehen: Um den Turm entsteht der halbrunde Kirchplatz, über den auch der Zugang zur Kinderkrippe erfolgt. Das wurde bewusst so geplant, um diesen Hol- und Bringverkehr von der Kirchstraße fernzuhalten. Der neue Parkplatz beim Kirchplatz soll etwa 70 Stellplätze bekommen. Durch den Wegfall der wuchtigen Kirchenmauer (gestrichelte Linie) und die zurückgezogene Treppe sieht man künftig mehr vom denkmalgeschützten Benefiziumhaus am Kirchenweg 1 - der künftigen Krippe. Die Kirchstraße soll bis zum Eine-Welt-Laden als Platz vor der Treppe ausgebildet werden, was naturgemäß Autofahrer etwas langsamer fahren lässt. Durch den Wegfall der Rampe entlang der alten Friedhofsmauer werden Kirchstraße und Gehweg um dieses Stück breiter, was hier mit drei Sitzgelegenheiteneinmal dargestellt ist. Der Radweg zwischen Friedhof und Kirchstraße führt um den Krippengarten herum.

 

 

 

Bürgerbeteiligung ja - aber wann?

Bauamtsleiter Günter Bleimehl sagt: Die Planung ist noch nicht fertig

Vilsbiburg. Der Ruf nach einer stärkeren Bürgerbeteiligung beim Thema Kirchenvorplatz wird lauter. Die Anwesenheit einiger Anwohner an der Kirchstraße in der Stadtratssitzung am Montagabend machte deutlich, dass das Thema nicht nur Stadt und Kirche interessiert, sondern auch die benachbarten Bürger. "Ich meine, dass bei einer Quartierplanung eine intensive Bürgerbeteiligung heute selbst ver ständ lich sein sollte", sagte Michaela Feß (Die Grünen).

Der Leiter des Bauamts in der Stadtverwaltung, Günter Bleimehl, bezeichnete in der Sitzung eine Bürgerbeteiligung zum jetzigen Zeitpunkt als zu früh. "Wir sind jetzt mit den Plänen für die Krippe fertig, und wir zeigen Ihnen heute einen Kompromiss zur geplanten Treppe. Weiter sind wir noch nicht gekommen, und die Krippe ist auch nur ein vorgezogenes Detail zur Quartiersplanung."

 

Auch die Umgestaltung der Kirchstraße zu einer platzartigen Anlage sei noch nicht zu Ende geplant: "Wir können den Leuten noch nichts zeigen", sagte er. Vor allem wäre es unlogisch, mit den Bürgern vorab Planungsstudien zu erörtern, die weder mit dem Stadtrat noch mit den Genehmigungsbehörden abgestimmt seien.

 

Hört man die Anlieger, dann wollen sie möglichst schnell informiert und beteiligt werden. Ihnen geht es darum, zu wissen, was die Stadt in ihrem Lebensumfeld vor hat, und sie würden im Zweifelsfall gerne rechtzeitig mitreden, falls ihnen etwas unlogisch erscheint. Vor allem die Gestaltung des Bereichs der Kirchstraße zwischen dem Eine-Welt-Laden und der geplanten Treppe macht den Hinterliegern Sorge: Wenn vorne der Verkehr nicht mehr fließt, fahren dann alle von der anderen Seite zur Grundschule?

 

In der Sitzung am Montag sagte Bleimehl, dass man genau darauf geachtet habe, dass Busse und Autos wie bisher fahren können, aber eben über eine platzartig gestaltete Fläche. Interessant war auch die Information, dass durch den Wegfall der Rampe zur Kirche die Kirchstraße an dieser Stelle breiter wird. Wie aber die 2,50 Meter hohe Kirchenmauer aussehen soll, die auf der Länge der Rampe bis zur Treppe gebaut werden muss, darüber, so Bleimehl am Montag, sei auch noch nicht im Detail gesprochen worden.

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