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Stadt Vilsbiburg  |  E-Mail: stadt@vilsbiburg.de  |  Online: http://www.vilsbiburg.de

Text, Fotos: Vilsbiburger Zeitung, 20.03.2012 (Julian Jopp)

Klimaschutz - Vortrag zum Energiesparen am 15.03.2012

Tina Kienzl von der Verbraucherzentrale Bayern im neuen Veranstaltungssaal der VHS vor interessierten Zuhörern

Jeder kann etwas beitragen

Vortrag an der VHS über Klimaschutzmaßnahmen im Alltag

Vilsbiburg. Obwohl die Problematik des Klimawandels mittlerweile wohl jeder kennt, so ist das Bewusstsein, selbst etwas zum Einsparen von Treibhausgasen beizutragen, noch längs nicht in den Köpfen verankert. Am Donnerstagabend veranstaltete die Abteilung Klimaschutz der Stadt gemeinsam mit dem Bund Naturschutz darum einen Vortrag zum Thema Klima schützen kann jede/r!".

Georg Straßer, seit Dezember Klimaschutzmanager der Stadt Vilsbiburg, erläuterte gleich zu Beginn die Brisanz des Themas. So werde sich der Weltenergiebedarf von 1950 bis 2030 verneunfacht haben, während die Weltbevölkerung sich vervierfache. Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre habe bereits jetzt dazu geführt, dass das letzte Jahrzehnt das wärmste jemals gemessene darstellt. Ergebnisse sind extreme Naturphänomene wie Stürme, Tsunamis, Dürren und Überschwemmungen.

 

Nur eine erfolgreiche Energiewende könnte es ermöglichen, den Klimawandel auf ein akzeptables Maß abzubremsen. Dabei solle "Vilsbiburg ein Vorbild für andere Städte abgeben", so der Klimaschutzmanager.

 

Aktuell produziere Vilsbiburg 129100 Tonnen CO2 pro Jahr, was sich aber durch bessere Gebäudedämmungen, Vermeiden von hohem Verkehrsaufkommen und regenerative Energien senken lasse, sagte Straßer. Gerade Letzteres könne helfen, die Stadt von großen Versorgern unabhängiger werden zu lassen. Somit wäre es möglich, den Betrag von 23 Millionen Euro, welcher die Stadt jährlich für Energieausgaben verlässt, zu senken.

 

Tina Kienzl von der Verbrauchenzentrale Bayern erklärte anschaulich, wie jeder Einzelne Energie einsparen kann und somit meistens auch Geld. Die persönliche CO2-Bilanz jedes Deutschen liege im Moment bei elf Tonnen jährlich, müsse aber auf drei Tonnen abgesenkt werden, solle der Klimawandel kontrollierbar bleiben.

Grossansicht in neuem Fenster: Tina Kienzl von der Verbraucherzentrale Bayern erläutert die Vor- und Nachteile verschiedener LeuchtmittelEinfache Maßnahmen
Zunächst einmal sei es wichtig auf Ökostrom umzusteigen, um regenerative Energien zu fördern. Aber auch das Sparen von Strom im Haushalt sei wichtig. Dazu gehören Haushaltsgeräte, die ein EU-Label der Klassen A++ oder A+++ aufweisen, genauso wie ein effizienter Umgang mit diesen. Maßnahmen wie beispielsweise den Kühlschrank in passender Größe zu kaufen und im Urlaub abzuschalten, genauso wie das Kochen mit Topfdeckel oder das stets vollständige Beladen von Waschmaschine und Geschirrspüler sollten selbstverständlich werden. Neben dem Gebrauch von Sparprogrammen der Geräte sei es auch sinnvoll, die Waschtemperatur nicht zu hoch zu wählen und den Trocker möglichst selten einzusetzen, erklärte Kienzl.

 

Der Einsatz von Energiesparlampen führe zu Einsparungen von bis zu 80 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen. Zudem sollte der Bereitschaftsbetrieb von Elektrogeräten vermieden werden. Straßer wies darauf hin, dass bei den Stadtwerken Strommessgeräte auszuleihen sind, mit denen man die Stromfresser im Haushalt enttarnen könne. Neben dem Haushalt könne auch beim Einkaufen ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Die Herstellung der Güter für den Konsum produziere vier Tonnen CO2pro Kopf im Jahr, wobei Fleischprodukte besonders schädlich sind. Um weite Transportstrecken zu vermeiden, ist es sinnvoll, regionale wie saisonale Produkte zu konsumieren. "Wir Verbraucher können mit unserem Kaufverhalten das Warenangebot beeinflussen", resümierte Kienzl.

 

Auch das Thema Urlaub spielt eine entscheidende Rolle beim Umweltschutz, das oft nicht bedacht wird. Ein Hin- und Rückflug in die USA erzeugt etwa so viel Emissionen wie zwei bis drei Jahre Autofahren. Anstatt vieler kleiner Fernreisen solle man sich darum auf wenige und dafür längere Aufenthalte beschränken. Aber auch Urlaub in der Nähe habe seine Reize wie in der Sächsischen Schweiz, der Lüneburger Heide oder dem Walchensee. Zuletzt wies Georg Straßer auf die Möglichkeiten der Energieoptimierung des eigenen Hauses hin.

 

Jeder Interessent kann sich bei der Stadt unter Telefon 08741 305-444 für eine kostenlose Energieberatung anmelden.

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