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Text, Foto: Vilsbiburger Zeitung, 04.04.2012 (Georg Soller)

Meinungsaustausch zwischen Energieberatern und Landshuter Energie-Agentur

Meinungsaustausch zwischen Energieberatern und Landshuter Energie-Agentur
Klimamanager Georg Straßer (links) moderierte die Runde der Energieberater. Rechts: LEA-Vorsitzende Marion Jost und Alois Bummer.

"Energieberatung muss professionell sein"

Meinungsaustausch zwischen Energieberatern und Landshuter Energie-Agentur

Vilsbiburg. "Das große Ziel muss sein, in allen Bereichen so wenig Kilowattstunden zu verbrauchen, dass die benötigte Energie allein aus regenerativen Quellen bezogen werden kann." Alois Bummer, Energieberater bei der Stadt Landshut und Gründungsmitglied der Landshuter Energie-Agentur (LEA) sagte am Montag Abend bei dem von Klimamanager Georg Straßer organisierten Treffen der Vilsbiburger Energieberater mit Vertretern der LEA aber auch, dass die aktuellen Entwicklungen bei diesem Themenfeld schwer überschaubar sind. Sein Fazit: "Auf ehrenamtlicher Basis ist das nicht mehr lange machbar."

 

Wie berichtet, fördert die Stadt Vilsbiburg Maßnahmen von Hausbesitzern, ihr Wohneigentum energetisch zu sanieren. Um an die Förderung zu gelangen, müssen sich die Antragsteller aber im Rathaus fachlich beraten lassen, damit die Sanierung möglichst effektiv ist. Diese Beratung wollte Straßer an die LEA übertragen, weil sie in der Region die einzige unabhängige Dachorganisation für Energieberatung ist.

 

Im Stadtrat wurden daraufhin Stimmen laut, dass es nicht erwünscht sei, die Vilsbiburger Energieberater bei dieser Aktion gänzlich auszuschließen. Am Ende beschloss das Gremium, neben der LEA auch Vilsbiburger Berater ins Rathaus zu rufen. "Irgendwie habe ich das nicht verstanden", sagte Markus Schlichter, "wir sitzen tagelang bei der Klimakonferenz in der eiskalten Hauptschule und dann kommen die Landshuter und machen die Beratung."

 

Neutral und branchenübergreifend

Beim Treffen am Montag ging es deshalb zunächst darum, einander kennenzulernen. Wie die Vorsitzende Marion Jost erläuterte, ist die Landshuter Energie-Agentur ein gemeinnütziger Verein, der sich mit den Bereichen ökologisches Bauen und Energiesparen beschäftigt. Mitglieder sind Energieberater, Handwerker, Produkthersteller, Gemeinden, Verbände und interessierte Privatpersonen. Wie Jost sagte, profitieren Hauskäufer und Bauherren bei LEA von einer neutralen, branchenübergreifenden und ehrenamtlichen Beratung zu energetischen und bautechnischen Themen wie Heizsystemen, Passivhausbau, Sonnenhäuser oder Altbausanierung. Fachleuten bietet der Verein die Möglichkeit, sich über Seminare weiterzubilden.

 

Die größte Herausforderung ist Bummer zufolge, die Berater der LEA auf eine einheitliche Aussage festzulegen: "Das Meinungsfeld ist diffus, und je nachdem, aus welcher Branche jemand kommt, setzt er verschiedene Schwerpunkte." Der Energieberater führt als Beispiel ein Interview an, in dem der Heizungshersteller Dr. Martin Viessmann meinte, am Anfang jeder energetischen Sanierung stehe eine neue Heizung. Er sei genau anderer Meinung, sagte Bummer: "Wenn man die Möglichkeiten der bautechnischen Sanierung ausnutzt, kann es sein, dass am Ende die Heizung erheblich kleiner dimensioniert werden muss." Er schilderte weitere Beispiele, in denen Firmenvertreter ungeniert als "Energieberater" aufgetreten seien und ihr Produkt in den Himmel gehoben hätten.

 

Die LEA geht andere Wege. Im unregelmäßigen Treffen stimmen sich die Mitglieder darüber ab, welche Positionen unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen am vernünftigsten sind. "Unsere Stärke ist das fachliche Netzwerk: Es gibt bei der LEA immer jemanden, der in einem Spezialthema fit ist - von der Finanzierung bis zu technischen Details", sagte Jost. Dabei geht es der LEA immer darum, zunächst den Energieverbrauch vernünftig zu reduzieren - Stichworte: Gebäudesanierung, Nutzerverhalten und Effizienzsteigerung der Geräte. Danach gehe es darum, den "Königsweg" unter wirtschaftlichen Aspekten zu betrachten.

 

Feste Positionen

Bummer berichtete auszugsweise von der Einstellung der LEA zu bestimmten Techniken - von der Ölbrennwerttechnik über Wärmepumpen und Solarthermie bis hin zu gasbetriebenen kleinen Blockheizkraftwerken für Privathäuser. Letztere hätten seiner Ansicht nach eine große Zukunft, seien aber derzeit noch zu teuer: "Das müsste wie die Photovoltaik damals angeschoben werden, damit sich die Stückzahlen erhöhen."

 

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Positionen nicht so weit auseinander liegen. Der Vorschlag Straßers, ob sich die Vilsbiburger Energieberater unter dem Dach der LEA vereinen wollten, erhielt zwar keinen offenen Widerspruch, aber auch noch keine Zustimmung: "Fachlich könnten wir das auch. Aber den Aufbau einer eigenen Organisation könnte man sich sparen", meinte Markus Schlichter. Und Markus Steinbrückner fand Gefallen am dem Qualitätsanspruch der LEA: "Energieberatung muss professionell sein, das Hobbymäßige mögen die Leute nicht."

 

Alois Bummer wies schließlich noch auf Bemühungen hin, eine professionelle Energieberatung mit schlagkräftiger Personalausstattung auf Regionsebene zu installieren: "Im Grunde stehen alle bereit." Das Projekt drohe allein am Landkreis Landshut zu scheitern.

 

Am Ende wurde vereinbart, dass die LEA ihren nächsten Fach-Stammtisch in Vilsbiburg abhält und die Energieberater einlädt.

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