Text und Foto: Vilsbiburger Zeitung – www.idowa.de, 13.07.2012 (Georg Soller)
Heilig-Geist-Wohnstift wurde vor 25 Jahren eröffnet
Das Heilig-Geist-Wohnstift an der Frauensattlinger Straße ist auch nach 25 Jahren noch eine schmucke Adresse
Vor fast genau 25 Jahren, am 14. Juli 1987, wurde das Heilig-Geist-Wohnstift an der Frauensattlinger Straße eingeweiht. Die Stadt erfüllte damit den Stiftungsauftrag der Heilig-Geist-Stiftung und schuf aus dem Stiftungsvermögen eine Wohnanlage für ältere Menschen. Die Appartements sind derart ausgestattet, dass die Bewohner möglichst lange ein selbstständiges Leben führen können. In einer Feierstunde am Mittwochnachmittag erinnerte Stiftungsverwalter Günter Felkel an die Anfänge des Wohnstifts. Der Leiter des Heimatmuseums, Lambert Grasmann, berichtete in einem interessanten Vortrag über die Arbeit der Stiftung seit ihrer Gründung im Jahr 1476.
Die Mieter und die Macher, sowie die Verwalter aus der Wohnanlage und dem Rathaus waren zusammen mit Bürgermeistern und Stadträten zu der Feierstunde in den Westendorfer-Saal gekommen. Die Macher, das waren Architekt Adolf Ruhland und Altbürgermeister Josef Billinger. Letzterer hatte bei der Eröffnung vor 25 Jahren die Hoffnung geäußert, "dass das Senioren-Stift nicht als normales Mietshaus funktionieren soll, sondern als Wohnhaus für eine große Familie". Die Bewohner sollten sich für die anderen ein bisschen mitverantwortlich fühlen, Rücksicht nehmen einerseits und andererseits sich kümmern, wenn jemand Hilfe brauche. Die Gemeinschaftsräume und der Garten sollten dazu beitragen.
Der Plan ist aufgegangen. Auch heute, wo viele Senioren-Residenzen und viel "Betreutes Wohnen" angeboten werden, sind die Wohnungen im Stift in der Regel voll belegt. Und wie geplant, wohnen dort Menschen, die ihren Lebensalltag allein meistern. Denn das Stift versteht sich als Alternative zu einem Pflegeheim, in dem vor allem Menschen einen Platz suchen, die eine professionelle Pflege benötigen.
Bürgermeister Helmut Haider bezeichnete in seinem Grußwort die damalige Entscheidung im Stadtrat als sinnvoll, weil für ältere Bürgern damit eine Wahlmöglichkeit bestehe, wo sie gerne leben wollen, wenn ihnen das eigene Haus zu groß wird. Dass das Wohnstift dabei eine gute Adresse sei, folgerte Haider auch aus dem Umstand, dass man dem Gebäude dieses Alter nicht ansehe. Sowohl die Mieter gingen sorgsam damit um, und der Stiftungsverwalter achte auf eine vernünftige Instandhaltung: "Ich finde, dass man das Wohnstift auch nach 25 Jahren noch gut herzeigen kann."
Ein Hinweis, dass man in einer selbstbestimmten Umgebung auch sehr angenehm älter werden kann, gab eine kleine Ehrung während der Feierstunde. Haider und Felkel überreichten Maria Werner und Maria Niedermeier Blumen. Beide wohnen seit 25 Jahren im Seniorenstift. Geehrt wurde auch Maria Spötta, die seit fast 25 Jahren im Stift arbeitet, sowie Hausmeisterin Veronika Altmann. Die Feier mündete in eine gemütliche Brotzeit mit frohem Umtrunk.
Foto: Das Heilig-Geist-Wohnstift an der Frauensattlinger Straße ist auch nach 25 Jahren noch eine schmucke Adresse. (Foto: gs)

