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Startschuss für 3-MW-Fotovoltaik-Freilandanlage in Vilsbiburg

Fotovoltaik-Freilandanlage (Foto: Wartner & Zeitzler)
Eine Fotovoltaik-Freilandanlage (Foto: Wartner & Zeitzler)

Solarfeld Bürgerenergie Vilsbiburg Süd wird an der Bahnlinie gebaut

V i l s b i b u r g. In seiner Sitzung am 16. Juli 2012 hat der Stadtrat den Bebauungsplan einstimmig genehmigt. Entlang der Bahnlinie Landshut-Mühldorf im Gemeindegebiet soll bis zum Herbst die erste Vilsbiburger Freiflächenfotovoltaikanlage entstehen.  Dafür wird die Betreibergesellschaft "Bürgerenergie Vilsbiburg Süd GmbH & Co. KG" gegründet. Sitz der Gesellschaft und Gründungskommanditist ist die Stadt selbst. Vilsbiburger Bürger können sich bevorzugt daran finanziell beteiligen. Geplant ist ein Investitionsvolumen von rund 4 Millionen Euro, der Eigenkapital-Anteil soll bei einer Million Euro liegen.

 

"Mit ca. 3,15 Megawatt kann die Anlage bis zu 1.000 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgen" gibt Erster Bürgermeister Helmut Haider bekannt. Zusammen mit der schon bestehenden 500-Kilowatt-Anlage -übrigens auch in Bürgerhand- wäre das rund ein Viertel des privaten Verbrauchs der Vilsbiburger Bürger. Und damit diese auch am Gewinn der Anlage teilhaben können, sollen sie bei der Zeichnung der Gesellschaftsanteile bevorzugt werden, nachrangig auch die Bürgerenergiegenossenschaften Geisenhausen (BEEG) sowie Isar (BEG Isar). Die Stadt hat sich bei der Finanzierung -neben einem Bankdarlehen- für die Form der Kommanditgesellschaft entschieden, da diese sowohl für derlei Projekte bewährt und auch in der Kürze der Zeit realisierbar sei als auch die erforderliche Sicherheit biete. Die Gesellschafter sind hier -im Vergleich zur Genossenschaft- für die Dauer der Finanzierung und Ausschüttung in der Gemeinschaft gebunden, im vorliegenden Projekt also mindestens über 20 Jahre. Und was von Genossenschaften vielfach als ihr besonderer Vorteil angepriesen wird, dass jede Einlage -unabhängig von der Höhe- bei der Gesellschafterversammlung auch jeweils nur eine Stimme bedeute, würde auch hier ganz einfach umgesetzt.

 

Als Komplementärin und damit haftende Gesellschafterin ist die hier erfahrene Firma Gold Solar Wind Verwaltungsgesellschaft aus Kirchroth vorgesehen. Deren Geschäftsführer, Josef Gold, sieht wegen der niedrigen Einspeisevergütung bei Freiflächenanlagen die GmbH & Co. KG als das Mittel der Wahl, um den Anlegern noch eine attraktive Rendite bieten zu können. Bei der Ertragsplanung wird vorsichtig gerechnet, da der Zeitpunkt des Netzanschlusses noch offen ist.

Im September 2012 wird eine Informationsveranstaltung dazu statfinden. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.

 

Auf die multiplen Vorteile des "Solarfeldes" verwies Klimaschutz-Manager Georg Straßer, der es mit Unterstützung seiner Kollegen im Rathaus entwickelt hat. "Die Wertschöpfung, die allein im ersten Jahr bei über 300.000 € liege, bleibt in der Region: bei den involvierten Unternehmen vor Ort, bei den Bürgern als Teilhaber und schließlich bei der Stadt Vilsbiburg selbst." Diese könnte während der Laufzeit über 180.000 Euro Gewerbesteuer einnehmen, neben weiteren Steuern, die indirekt aufkommen. Der Standort wäre in jeder Hinsicht ideal: "kaum einsehbar, neben der Bahntrasse, nicht verschattet, relativ ebenerdig, schnell verfügbar und mit kurzer Netzanbindung" - so der Energiebeauftragte. Und nicht zuletzt die hohe Energieausbeute, die beim rund 20-fachen eines Maisackers liege, der über Biogas den Strom erzeuge, würde dieser Energieform den Vorzug zusprechen - wo sie eben hinpasse.

 

Der Landshuter Landschaftsarchitekt Helmut Wartner, der seinen Eingabeplan vorstellte, zeigte in seinem Vortrag Freilandanlagen, die harmonisch in die Natur passen würden. Über gestalterische Mittel könne man sogar einen Mehrwert im Landschaftsbild erwirken. Wartner  verfügt über langjährige und vielfache Erfahrung auf diesem Gebiet - auch in Spanien und Kalifornien. Der Standort in Vilsbiburg wäre ideal geeignet, um der vielfachen Kritik über solche Anlagen zu trotzen, denn die Fläche sei schon günstig eingegrünt, vor allem durch einen vorgelegenen Wald, der von Süden her die freie Sicht nehme. Auf der anderen Seite gebe die Bahnlinie Sichtschutz. Für das Feld selbst ist eine niedrig wachsende "autochthone" -also heimische- Wiesenmischung geplant, mit hohen Anteilen an unterschiedlichen Blühpflanzen.

 

Befestigt werden die Module auf Bodendübeln, also ohne Betonfundamente, wodurch die gesamte PV-Anlage nach deren Nutzungsdauer vollständig rückgebaut werden könne. Möglich sei aber, dass nach den 20 Jahren, in der die Anlage nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) vergütet werde, weiterhin Strom produziert werde, was dann aller Voraussicht nach auch ohne diese Förderung wirtschaftlich sein werde, da die Strompreise aller Voraussicht nach nicht zurück gehen werden.

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