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12/2012

Ölpreis auf Rekordhöhe: Wärmepumpe schützt vor Preisschock

Die Gastreferenten Markus Mühlbauer (links) und Stefan Kaspar (rechts) mit Klimaschutzmanager Georg Straßer

Vorträge über moderne Heiztechnik und günstige Finanzierung in der VHS

Die Heizölpreise klettern in unbekannte Höhen und die 100-Euro-Marke ist in unmittelbarer Reichweite. Das ist ein Anstieg von rund 30 Prozent in nur zwei Jahren. Die Kosten für Öl und Gas belasten Haushalte immer stärker. „Wer dauerhaft gegen höhere Heizkosten ohne Komfortverlust vorgehen möchte, setzt auf die Bioenergie und effiziente Wärmepumpen. Das bringt über Jahrzehnte Sicherheit in der Heizkostenabrechnung", rät Klimaschutzmanager Georg Straßer.

 

Der Spezialist für moderne Heiztechnik, Markus Mühlbauer aus Landau, informierte über den neuesten Stand und unterschied zwischen Grundwasser-, Erd- und Luft basierten Systemen. Auch die Effektivität entspreche dieser Reihenfolge, da bei Grundwasser die der Wärmepumpe zur Verfügung stehende Temperatur am höchsten sei und sich die Temperatur bei Erdwärmepumpen im Winter kontinuierlich abbaue. „Entscheidend ist, was ich vor Ort zur Verfügung habe" - weiß der Ingenieur für Versorgungstechnik aus eigener Erfahrung und empfiehlt, sich als Grundlage für die Entscheidung ein Energiekonzept erstellen zu lassen. Moderne Wärmepumpen können ein Haus meist ohne weitere Wärmequellen vollständig heizen. Das gilt auch für die neueste Generation an Luft geführten Systemen, so genannten Split-Wärmepumpen, die Energie um 30% zusätzlich einsparen helfen. Dass auch im Altbau eine Nachrüstung mit Wärmepumpen möglich ist, wo Heizkörper höhere Vorlauftemperaturen bis zu 70°C benötigen, war für die meisten der rund 40 interessierten Zuhörer neu. Doch deutlich günstiger fährt man natürlich mit niedrigen Vorlauftemperaturen: Hierfür können sogenannte Registerwandheizungen im Neu- und Altbau auch an der Wand oder auch an der Decke montiert werden, wo sie nicht verstellt werden, da ihre Strahlungswärme auch bei gedrosseltem Thermostat in jede Richtung wirkt. Denn auch hier gilt die Faustregel: 1°C geringere Raumtemperatur lässt  die Energiekosten um 6-8% reduzieren.

 

Stefan Kaspar von der VR-Bank ging im zweiten Vortrag des Abends auf Finanzierungs- und  Fördermöglichkeiten von Seiten der KfW-Bank ein. Grundsätzlich zu unterscheiden sei zwischen Einzelmaßnahmen und den KfW-Effizienzhaus-Förderstufen 55 bis 110 für komplette Haussanierungen. „Bei einem Zinssatz von derzeit 1% fällt die Entscheidung für die Sanierung meist nicht mehr schwer" bezieht sich Kaspar auf aktuelle Förderdarlehen mit einem Volumen von bis zu 75.000 € und 30 Jahren Laufzeit. Beispielsweise 10 % gibt es von der Förderbank für den  „KfW-70-Standard" in der Kombi-Variante „Darlehen mit Zuschuss". Andere Bedingungen gelten bei Einzelmaßnahmen, wie dämmen, lüften oder beim Ersatz der Heizanlage, doch können auch hier Baunebenkosten, wie beispielsweise die Beratung vor Ort, angesetzt werden.  Eine grundlegende Bedingung für die Gewährung von Fördermitteln ist in jedem Fall, dass im Vorfeld ein anerkannter Energieberater konsultiert wird, der Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust berechnet. Die Fördermittel von Seiten der Stadt für Bau- und Sanierungsmaßnahmen sind mit diesen Programmen kombinierbar. Und die Beratung für beides wird von Seiten der Stadt vermittelt, wofür Straßer allen interessierten Bürgern anbietet, sich bei ihm im Rathaus zu melden.

 

Nächster Vortrag: Bioenergie für Tank, Trog und Teller

Der nächste Vortragsabend in Sachen Klimaschutz wird am 11. Dezember um 19.30 Uhr wieder im städtischen Veranstaltungssaal der VHS stattfinden. Das derzeit umstrittene Thema „Bioenergie" wird durch Herrn Hubert Maierhofer von C.A.R.M.E.N. e.V. aus dem Hause Technologie- und Förderzentrum Straubing beleuchtet. Anschließend werden in einer Podiumsdiskussion Interessensvertreter zweier unterschiedlicher Gruppierungen ihre Sichtweise zum Thema darstellen: Herr Alois Bauer, Kreisvorsitzender des Bayerischen Bauernverbandes und Herr Rainer Forster, Referent der Katholischen Arbeitnehmerbewegung München-Freising und Mitglied beim Bund Naturschutz. Das Sachgebiet Klimaschutz und die Ortsgruppe des Bund Naturschutz laden Sie wieder herzlich zu einem spannenden Diskussionsabend ein.

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