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02/2013

Kleinwind macht auch Energie

Referent Michael Leupold nach dem Vortrag: Die Fragen nahmen kein Ende

Dass das Thema aktuell ist, zeigte die Resonanz: Nicht wenige mussten wieder umkehren, da der Kolpingsaal mehr als voll war, beim Vortrag über Kleinwindanlagen und Energiespeicher. Neben Fotovoltaik gewinnt Kleinwind an Beliebtheit - nicht nur wegen gestiegener Strompreise: Auch scheint ein besonderer Anreiz darin zu liegen, Strom selbst zu ernten, „greifbar" vor der eigenen Haustür. Auch Batteriespeicher werden langsam aber sicher rentabel.

 

„Es wird wohl am passenden Wetter liegen, dass so viele Interessenten den Weg ins G'sellnhaus gefunden haben", nahm Klimaschutzmanager Georg Straßer einleitend Bezug auf den stürmischen Tag. Eigenstrom nachhaltig selbst erzeugen - das vereint Natur- und Klimaschützer, Tüftler und Unternehmer. Entsprechend heterogen war auch das aktive Publikum, das mit anregenden und kritischen Fragen dabei war - aber auch kompetente Antworten erhalten hat.  Im Unterschied zu Biogas und Fotovoltaik ist die Einspeisevergütung nach EEG ins Stromnetz gering: derzeit rund 9 Cent je Kilowattstunde. Zwei Voraussetzungen sollten daher gegeben sein, um eine Kleinwindanlage wirtschaftlich betreiben zu können: Ein exponierter Standort mit ganzjährig genügend Wind und ein hoher Eigenstromverbrauch, der auch über eine Verbraucherkooperation mit Nachbarn erreicht werden kann - und diese müsse man ohnehin in die Planung frühzeitig einbinden. Rentabilität und Risiken standen denn auch - neben der Betrachtung  verschiedener Windradtypen und Aufstellorte - im Zentrum des Fachvortrages: „Wir realisieren nur wirtschaftlich sinnvolle Projekte" dämpfte Referent Michael Leupold von der Fa. EUSAG so manche Euphorie, „denn Anlagen, die nicht laufen, ruinieren unseren guten Ruf!" Nur maximal ein Drittel der möglichen Standorte in Bayern wären grundlegend geeignet.

 

Windgeschwindigkeit: Höhe ist Trumpf!

Dem entsprechend war auch seine Warnung vor Billigprodukten und kurzfristigen Entscheidungen: Nur nach einer Windmessung, die mindestens ein halbes Jahr und möglichst auf Nabenhöhe der Anlage geschehe, sollte man investieren. Ab einer Windgeschwindigkeit von 3,5 Metern je Sekunde würde es interessant und diese erreiche man im Binnenland oft erst in größeren Bauhöhen, weshalb Leupold auch dazu riet, nicht vor einem Bauantrag zurück zu schrecken. Bis 10 Meter Gesamthöhe - auf Gebäuden gilt das zusätzlich zum First - wären die Anlagen zwar genehmigungsfrei, dennoch würde die höhere Windgeschwindigkeit auf 25 m und höher den Aufwand von Baugenehmigung und zusätzlicher Mastenlänge schnell kompensieren. Denn es gilt die einfache Formel der „Steigerung der dritten Potenz": Bei doppelter Windgeschwindigkeit steigt der Ertrag auf das Achtfache. Stefan Brunner von der B&P Energy Business KG aus Straubing beleuchtete den aktuellen Stand von Batteriespeichern zur effizienten Stromlastverteilung. Allein unter gleichbleibender Strompreissteigerung - die letzten zehn Jahre waren es durchschnittlich 5,85% und letztes Jahr 12% - gäbe es bereits für einige Anwendungen wirtschaftliche Lösungen, wenngleich man für die Speicher mit 8 kWh Leistung noch stattliche 15.000 € ausgeben müsse. Auch wenn herkömmliche Blei-Akkus deutlich günstiger wären, riet der Fachmann zu diesen Lithium-Eisenphosphat-Geräten, wegen höherer Energiedichte und Lebensdauer. Vorteilhaft wäre die Einbindung eines Speichers auch hinsichtlich Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit für Betriebe, die darauf angewiesen wären. Brunner stellte eine staatliche Förderung von 2000 € in Aussicht, die für Speicher voraussichtlich ab Ostern angekündigt wären.

 

Bildunterschrift

Referent Michael Leupold nach dem Vortrag: Die Fragen nahmen kein Ende.

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