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Text, Fotos: Vilsbiburger Zeitung, 06.03.2013, Michael Betz

In den Kirchenweg 1 kehrt das Leben zurück

Baubesichtigung: Stadträte schauen sich in der künftigen Kinderkrippe um

Baubesichtigung: Stadträte schauen sich in der künftigen Kinderkrippe um

Noch sind am Kirchenweg 1 Maurerwerkzeuge und Installationsmaterial deutlich wichtiger als Kinderspielzeug und Pausenbrot - aber die Arbeiten an der dritten Kinderkrippe der Stadt liegen gut im Zeitplan und auch der Finanzrahmen wurde bisher fast punktgenau eingehalten. Das war die Quintessenz eines Rundganges, den die Stadträte am Montagabend mit Architekt Thomas Neumeister, Bauamtsleiter Günther Bleimehl und Bürgermeister Helmut Haider unternahmen. Deutlich wurden dabei einerseits die tiefgreifenden Veränderungen in der alten Bausubstanz und andererseits die Tatsache, dass damit ein jahrzehntelanger baulicher Schandfleck mit sinnvollem neuem Leben erfüllt werden wird.

 

Denkmalschutz ist die eine Sache, Baufälligkeit die andere. Dass sich beides nicht unbedingt ausschließen muss, dafür bildete das Kirchenweg-Ensemble am Hohlweg zur Stadtpfarrkirche jahrelang ein unrühmliches Beispiel: Das historische einstige Mädchenschulhaus verfiel, einer Nutzung schon seit längerem beraubt, immer mehr. Entsprechend skeptisch waren Kritiker der Idee, dort eine Kinderkrippe unterzubringen. Mancher favorisierte einen Abriss des „alten Gemäuers", ohne groß auf den Denkmalschutz Rücksicht zu nehmen.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Architekt Thomas Neumeister erläuterte den Stadträten den Stand der Arbeiten in der künftigen Kinderkrippe.Dass es gelingen dürfte, den charakteristischen Bau neben der Pfarrkirche zumindest äußerlich zu erhalten, damit das gesamte Ensemble rund um die Kirche aufzuwerten und obendrein noch die Kinderbetreuung in der Stadt weiter zu verbessern, wurde bei der Besichtigung am Montag deutlich. Eine stattliche Zahl von Stadträten zeigte sich dabei neugierig auf das, was an dieser Stelle mit einem Kostenrahmen von 2,6 Millionen Euro von der Kommune geschaffen wird - immerhin bekommt die Stadt dabei einen Teil der Kosten als Fördermittel wieder zurück: Kinderkrippen werden gefördert; eine andere Nutzung des Gebäudes hätte die Stadt komplett selbst finanzieren müssen, das war im Vorfeld der Entscheidung über den Krippenbau und auch beim Richtfest im Dezember immer wieder hervorgehoben worden. So aber fließen rund 1,07 Millionen Euro wieder zurück in die Stadtkasse.

 

40 Kinder, drei Gruppen

Dass man mit den Kosten und dem Zeitplan im Soll liegt, machten am Montag Architekt Thomas Neumeister vom Büro Neumeister und Paringer sowie Günther Bleimehl deutlich. Auch wenn der alte Baubestand zu Beginn der Komplett- Sanierung ein paar Überraschungen bereitgehalten habe, seien die Planungen nicht durcheinandergeraten, was Zeit und Termin angehe. Nur die vom Denkmalschutz geforderten Biberschwanz-Dachziegel hätten für gewisse Mehrkosten gesorgt. Beide Bau-Fachleute zeigten sich am Montag gegenüber dem Kreis der Kommunalpolitiker überzeugt, dass man den angepeilten Eröffnungstermin im September halten kann.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Das große Eckzimmer im Erdgeschoß des Altbaues wird einmal ein Bewegungsraum für die Krippenkinder werden, momentan wird dort noch verputzt.Dann werden rund 40 Kinder in drei Gruppen dort spielen und lernen, wo momentan noch die Handwerker das Sagen haben. Dass die Stadt mit dieser neuen Krippe ihr Soll an Krippenplätzen künftig sogar übererfüllt, war bereits beim Richtfest im Dezember betont worden. Den Bau selbst, der sich in den Altbestand und einen neuen Anbau aufteilt, hatte man damals rechtzeitig vor dem Winter mit einem Dach versehen können und nachdem im Januar die Fenster eingebaut wurden, laufen nunmehr die Verputzarbeiten in einem Teil der Räume. Ein künftiger „Bewegungsraum" im Eckzimmer des Altbaus und das darüberliegende Personalzimmer lassen bereits erahnen, dass sie mit ihren jeweils fünf Fenstern einmal hell und freundlich sein werden.

 

Auch der neue Eingangsbereich der Kinderkrippe vom Parkplatz zwischen Friedhof und Mittelschule her lässt bereits das Konzept des Baues erahnen, das Altbestand und Neubau verknüpft: Ein Treppenhaus nach dem Eingang bietet schnellen Zugang in die verschiedenen Raum-Ebenen, die sich durch das abfallende Gelände an dieser Stelle ergeben. Von einer Zwischenetage aus können schnell die drei Gruppenräume erreicht werden, ein Oberlicht wird das Treppenhaus ausleuchten. „Zwei der Gruppenräume sind im Neubau", erklärte Architekt Neumeister der Besichtigungsgruppe. Von dort aus wird man in einem guten halben Jahr durch eine große Fensterscheibe in den angrenzenden Garten sehen können, über eine Tür ist auch ein direkter Zugang dorthin möglich.

 

Kleine und große Küche

Angeschlossen an jeden Gruppenraum sind Garderoben und ein Sanitärbereich, auch eine kleine Küchenzeile gibt es jeweils. Dazu kommen noch eine große Küche mit Speisekammer und ein Hauswirtschaftsraum für die Krippe, die in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird.

 

Das Alter des früher als Mädchenschulhaus genutzten Gebäudes erkannte man beim Rundgang allenfalls noch daran, dass manches etwas verwinkelt wirkt, soweit nicht ohnehin die Räume komplett neu aufgeteilt wurden. Erhalten blieben stellenweise jedoch die alten Holzdecken - allerdings werden sie mit einem Schutzmittel behandelt, um dem Holzwurm keine Chance zu geben. „Ein gesundheitlich unbedenkliches Mittel", gab Thomas Neumeister auf eine entsprechende Nachfrage von Stadträtin Gisela Floegel Auskunft. Früher war auf den Brettern noch eine Schicht aus Schilfmaterial, dann kam der Verputz - künftig wird man die Holzdecken von unten nicht mehr sehen, weil eine abgehängte Decke drüber kommt. „Unter anderem wegen der Akustik", wie der Architekt erklärte.

 

Nach einer guten halben Stunde hatte sich die Gruppe durch die Baustelle geschlängelt, den einen oder anderen fachmännischen Kommentar zur gesehenen Arbeit abgegeben, frischen Wandverputz mit gebührendem Abstand passiert und die Überzeugung gewonnen, dass etwas Vernünftiges wird aus dem so lange ungenutzten Gebäude, wie allgemein betont wurde. Am Rande hatte Bürgermeister Helmut Haider auch noch kurz erklärt, warum man erst ein knappes Vierteljahr nach dem Richtfest den Rundgang machen konnte: „Vorher fehlten teilweise noch die Böden, da wäre es zu gefährlich gewesen." Mittlerweile sind diese Gefahrenstellen durchgehend beseitigt und es wird weiter tatkräftig auf den September hingearbeitet - wenn endgültig wieder neues Leben in die Gebäude am Kirchenweg einziehen wird.

 

 

Bildunterschriften

 

Oben links: Der Eingang in die neue Kinderkrippe am Kirchenweg liegt neben dem Parkplatz zwischen Friedhof und Mittelschule. Zentraler Raum hinter dem Eingang ist ein großes Treppenhaus mit einem Oberlicht.

 

Rechts und unten links: Architekt Thomas Neumeister erläuterte den Stadträten den Stand der Arbeiten in der künftigen Kinderkrippe. - Das große Eckzimmer im Erdgeschoß des Altbaues wird einmal ein „Bewegungsraum" für die Krippenkinder werden, momentan wird dort noch verputzt.

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