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Text Vilsbiburger Zeitung, 08.03.2013, Michael Betz - Foto Josef Aigner - Computergrafik Peter Billes

Licht schafft Leben rund um Krippe und Kirche

Nicht nur im goldenen Licht der Abenddämmerung ist der Turm der Vilsbiburger Pfarrkirche ein markantes Wahrzeichen der Stadt.

Vorstellung der Lichtkonzeption im Zuge der Neugestaltung - Lob vom Bauausschuss

 

Schlag auf Schlag gehen momentan die Planungen und Arbeiten für die Neugestaltungen des Areals rund um Kirchstraße und Stadtpfarrkirche weiter. Jüngster Mosaikstein des kommunalen Großprojekts war am Montag die Vorstellung des Lichtkonzepts im Bauausschuss des Stadtrates. Und was Planer Peter Billes aus Ottobrunn dabei vorstellte, überzeugte die Stadträte rundum: Einhelliges Lob gab es für die Ideen, beispielsweise eine verbesserte Beleuchtung des Kirchturms, eine moderne Ausleuchtung der Treppen und der Arkaden sowie eine Akzentuierung der Kirchenfenster mit Licht - dafür ist allerdings noch ein Plazet der Kirche notwendig. Generell wurden die Planungen jedoch auf den weiteren Verwaltungsweg geschickt.

 

Wer momentan abends oder nachts zwischen Mittelschule, Grundschule und Pfarrkirche unterwegs ist, muss zwar nicht gerade im Dunkeln tappen, doch eine hohe Lichtqualität kann man dem Areal keineswegs bescheinigen: Straßenlampen sind zwar vorhanden, besondere Akzente werden mit dieser Grundbeleuchtung allerdings nicht gesetzt. Vor allem die Kirche sah Lichtplaner Peter Billes am Montag bei seinem Referat vor dem Bauausschuss dadurch unter ihrem optischen Wert als markantes Baudenkmal verkauft: „Der Eingang ist nicht speziell beleuchtet und schlummert so vor sich hin - das wirkt eher abweisend", zog der Planer die Bilanz seiner optischen Eindrücke. Werden seine Ideen realisiert, und danach sieht es zumindest größtenteils aus, dann ändert sich das: Der Haupteingang der Kirche von der Kirchstraße her hat in den Planungen eine eigene Beleuchtung, dazu kommt noch Licht, das künftig die hohen Spitzbogenfenster der Kirche hervorheben würde und damit vermeidet, einen dunklen, massigen Baukörper mitten im Areal zu haben.

 

Entscheidung der Kirche

Allerdings ist dieser Teilaspekt der Beleuchtungsplanung noch nicht fix: Weil das Konzept sowohl die Stadt als auch die Kirche als Institutionen betrifft, muss zur Beleuchtung an der Kirche selbst auch die Pfarrei ja sagen. Dazu führte Bauamtsleiter Günther Bleimehl am Montag im Rahmen der Sitzung aus, dass die vorgestellte Planung bereits mit der Kirche abgestimmt sei, man dort aber noch Diskussionsbedarf wegen der Kirchenfenster- Beleuchtung sehe. „Es wäre noch eine technische Prüfung notwendig, ob sich diese Beleuchtung während der Gottesdienste ausschalten ließe, weil sie dabei möglicherweise störend sein könnte", gab Bleimehl den Stand der Debatte wieder. Dass die Kirche bei der Entscheidung über das Lichtkonzept mit im Boot ist, wird im Übrigen auch aus den Zahlen deutlich, die Peter Billes am Montag vorstellte: Demnach entfallen auf die Stadt rund 87 000 Euro der prognostizierten Kosten, auf die Kirche etwa 28 000 Euro.

 

Generell will Peter Billes mit seinem Konzept versuchen, „die Leuchten aus dem Blickfeld herauszunehmen, die Objekte jedoch ins richtige Licht zu rücken". Deshalb sind zum Beispiel auf dem neuen Kirchturm-Platz mit den Arkaden keine Mastleuchten vorgesehen. Stattdessen enthält das Konzept Wandleuchten verschiedener Ausführungen, an der Friedhofsmauer könnten diese beispielsweise in die Wand selbst integriert oder unter die etwas vorspringenden Dachziegel installiert werden. Die Ausleuchtung der großen Freitreppe zwischen Krippe und Kirche würde über Leuchten unter dem Handlauf erfolgen. Optisch empfahl Billes eine warm-weiße Lichtfarbe, die zur Kirchenfassade passe und eine natürliche Farbwiedergabe ermögliche - also ein deutlicher Unterschied zur momentanen Beleuchtung in stark gelb-oranger Lichtfarbe. Insgesamt sprach sich Billes für eine „möglichst präzise Beleuchtung aus, um kein Licht und damit Energie zu verschwenden".

 

 

Energieaufwand im Blick Grossansicht in neuem Fenster: Mit Computergrafiken veranschaulichte Peter Billes, wie die Beleuchtung rund um die Pfarrkirche aussehen könnte.

Der Kirchturm selbst würde nach dem Lichtkonzept von Peter Billes zweigeteilt beleuchtet: Einmal von unten her, außerdem noch mit vier oder fünf Strahlern im oberen Teil. „Damit machen wir auch die zweigeteilte Baugeschichte des Turms deutlich", erklärte Billes den Hintergrund - die heutige Zwiebelhaube resultiert ja bekanntlich aus einem nachträglichen Ausbau. Momentan kann der Kirchturm zwar auch mit Strahlen beleuchtet werden, allerdings ist das kein Standard und geschieht nur zu besonderen Anlässen. Mit dem Billes-Konzept wäre der Turm dauerhaft durch effiziente Strahler beleuchtet, die punktgenau ausgerichtet seien, um keine Energie zu vergeuden. Bei diesem Thema betonte der Planer auf eine entsprechende Nachfrage von Gisela Floegel hin, dass die konkrete Ausführung der Leuchten ein Aspekt der weiteren Planungen sei. Dann könne man festlegen, welche Lichttechnik konkret gewünscht werde. Aber generell betonte Peter Billes, dass man beispielsweise bei der Turmbeleuchtung trotz mehr Strahlern den Energieaufwand gegenüber der bestehenden Beleuchtung senken könne.

 

Das Votum der Bauausschuss- Mitglieder fiel nach dem Vortrag von Peter Billes einhellig zustimmend und positiv aus. Besonders gut gefiel dabei allgemein die vorgesehene Beleuchtung der Kirchenfenster, die Johann Sarcher (SPD) und Gisela Floegel (Grüne) als sinnvoll ansahen. „Ohne das wirkt die Kirche nicht", fügte Sarcher an. Auch Hermann Vogelgsang (CSU) lobte das Beleuchtungskonzept. Speziell wurde die Visualisierung gelobt: Peter Billes hatte in seine Präsentation Grafiken eingebaut, die einen guten Eindruck von der künftigen Lichtsituation erlaubten. Auch wenn das vorgestellte Konzept, das nach dem positiven Votum des Bauausschusses jetzt noch detailliert ausgearbeitet und dann erneut beraten wird, noch nicht mit dem Denkmalschutz besprochen wurde, konnte sich Bauamtsleiter Bleimehl nicht vorstellen, dass es aus dieser Richtung Probleme geben könnte: „Die werden begeistert sein", war er sich sicher. Außerdem fügte er noch an, dass man speziell auf dem Kirchturm-Platz keine Dunkelzonen habe mit der neuen Beleuchtung, das vermeide Vandalismus; im Spitalgarten habe man mit diesem Konzept bereits gute Erfahrungen gemacht. Mit Computergrafiken veranschaulichte Peter Billes, wie die Beleuchtung rund um die Pfarrkirche, die neue Kinderkrippe und die Kirchstraße künftig aussehen könnte.

 

Bildunterschriften

 

Links: Nicht nur im goldenen Licht der Abenddämmerung ist der Turm der Vilsbiburger Pfarrkirche ein markantes Wahrzeichen der Stadt. Mit dem am Montag vorgestellten Beleuchtungskonzept für das Areal zwischen der neuen Kinderkrippe und der Kirchstraße soll das Baudenkmal in der Nacht besser optisch hervorgehoben werden.

 

Rechts: Mit Computergrafiken veranschaulichte Peter Billes, wie die Beleuchtung rund um die Pfarrkirche, die neue Kinderkrippe und die Kirchstraße künftig aussehen könnte.

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