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07/2013

Windkraft: Bürger informieren sich

Bürger informieren sich am Windrad mit allen Sinnen.

Informationsfahrt zu Windrädern der Stadtwerke Weißenburg

Rund 50 Bürger der Gemeinden Bodenkirchen, Velden und Vilsbiburg haben die Gelegenheit genutzt, ein modernes Windrad aus nächster Nähe wahrzunehmen. Zur Umsetzung der regionalen Energiewende werden die Vorranggebiete Vilssöhl und Götzdorf ins Visier der Gemeinden genommen. Anwohner und Grundstückseigentümer werden schon im frühen Planungsstadium integriert, um den Weg der Realisierung gemeinsam mit den Bürgern vor Ort zu beschreiten.

 

Der Name ist wohl Programm: „Höhberg bei Oberhochstadt" ist sicher ein passender Ortsname für einen Windanlagenstandort. Über 600 m über dem Meeresspiegel erstrecken sich dort zwei Windräder mit je 180 m Gesamthöhe weithin sichtbar auf freier Flur in den Himmel. Eingebettet von weiteren „kleinen" Windrädern auf der Anhöhe in der Umgebung deutet das Gesamtbild auf den Fortschritt der Energiewende hin, als ein Ziel Bayrischer Klimapolitik (siehe auch Kommentar dazu).  Auch für die beiden Windradstandorte „Götzdorf" und „Vilssöhl" könnten die imposanten Anlagen ein Vorbild sein, wenngleich sie dort deutlich weiter auseinander liegen würden: Der eine im Grenzbereich mit der Gemeinde Bodenkirchen, der andere mit der Marktgemeinde Velden. Hier wurden in den letzten Monaten den anliegenden Bürgern die Grundlagen zu Planung und Umsetzung in Aufklärungsversammlungen vorgestellt. Um einen realistischen Eindruck von der Dimensionierung solcher Anlagen zu bekommen, hatten die Stadt Vilsbiburg und der Markt Velden alle Interessierten zu einer Besichtigungsfahrt eingeladen.Grossansicht in neuem Fenster: Die Bürgermeister Haider und Babl bedanken sich für den engagierten Vortrag von Stadtwerkelei-ter André Goldfuss-Wolf. Der Leiter der Stadtwerke Weißenburg, André Goldfuss-Wolf, konnte den Aufgeschlossenen eines der beiden 2012 erbauten  Windräder sowie ein weiteres im Bau befindliches zeigen: Anlagen, die in Bauart und Größe mit den hier geplanten Anlagen vergleichbar sind. Viele Fragen konnten gestellt und zufriedenstellend beantwortet werden. Mit Rotordurchmessern von 82 m erzeugt jede der beiden Stadtwerke eigenen 2,3-MW-Anlagen ein Zehntel des Weißenburger Strombedarfs. Wichtig war den Angereisten aber in erster Linie der persönliche Eindruck. Viele empfanden die Windkraftanlagen bei weitem nicht so das Landschaftsbild störend, wie sie vermutet hatten. Auch die langsam und gleichmäßig drehenden Rotorblätter der großen Binnenlandanlagen wirkten eher beruhigend auf die Gemüter, der Schatten war in der späten Vormittagsstunde in unmittelbarer Nähe wahrnehmbar. Viele waren gespannt auf die akustische Wahrnehmung: „Hört man die Anlage und wenn ja, wie laut ist sie?". Für die Besucher stand danach fest, dass man Windkraftanlagen schon hören kann, es klinge wie ein Flugzeug in sehr weiter Entfernung. „Sobald dieser Ton aber durch andere Umgebungsgeräusche überdeckt wird, ist von den Rotoren nichts mehr zu hören", konnte der Stadtwerkeleiter aus allgemeiner Erfahrung der Bürger vor Ort  berichten. Auch wurde klar, dass eine Einzelanlage ungleich weniger „Lärm" machen könne als wenn sich mehrere an einem Standort befänden, da sich Schall in der Summe verstärke.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Rotor in Sicht: ein Windrad aus der BodenperspektiveWertvolle Eindrücke dienen als Entscheidungsgrundlage

Überzeugend wirkten indes nicht nur die Daten und Fakten zu den Bauwerken oder die Dimension der Windräder und der Baustelle vor Ort allein. Sichtbar waren die Besucher von der persönlichen Integrität des Stadtwerkeleiters beeindruckt: André Goldfuss-Wolf ließ erkennen, dass er ein Überzeugungstäter ist, der sich mit Erneuerbaren Energien identifiziert hat. „Ja, anfangs gab es schon auch Gegner", erzählte er, eine kleine Minderheit, wie sie sich immer bilden würde, wenn etwas Neues entstünde. „Doch diese konnten der sachlichen Argumentation nicht Stand halten", schließlich würde jeder Standort über die strengen Auflagen der Bundesimmissionsschutzverordnung geprüft", so der Projektleiter. Mit Ausdauer und Geschick ist ihm die Umsetzung dieses Leuchtturmprojektes gelungen und er wird noch manchen mit seiner Begeisterung anstecken können, der vorher im Zweifel war. Und so fiel es erstem Bürgermeister Helmut Haider auch nicht schwer, sich ausgiebig beim Referenten zu bedanken: „Sie haben keine Fragen offen gelassen - das spricht für Ihre Überzeugung und die gute Sache an sich". Auch sein Amtskollege Gerhard Babel bedankte sich mit einem Geschenk, das den Markt Velden als „Perle des Vilstals" zeigt - vielleicht ein Omen auf die Bezeichnung eines künftigen Bürger-Windrads?

Klimaschutzmanager Georg Straßer bat schließlich alle Interessenten, sich mit allen Fragen zur Umsetzung der Windenergiestandorte an ihn zu wenden. Es gehe darum, im Vorfeld alle Unklarheiten zu beseitigen, um den möglichen Projekten einen guten Weg zu ebnen. Er versicherte, dass die Anlagen vor Ort nur dann gebaut würden, wenn auch ein rentabler Betrieb auf Dauer prognostiziert werde könne. „Wenngleich hier geringere Windgeschwindigkeiten vorherrschten, gibt es doch verschiedene Stellschrauben, die das wirtschaftliche Ergebnis positiv beeinflussen können, so der Organisator.

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