Unter der Leitung von Professorin Dr. Elisabeth Berger entwickelte eine Arbeitgruppe von Studentinnen konkrete Vorschläge, wie sich der Stadtplatz und seine Umgebung besser an die Folgen des Klimawandels anpassen lassen. Grundlage der Projektarbeit war das im Frühjahr vom Stadtrat beschlossene Hitzeanpassungskonzept der Stadt Vilsbiburg. Dieses ergänzt das Klimaschutzkonzept und dient zugleich als Baustein für die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). "Ziel ist es, Maßnahmen zu entwickeln, die künftig auch förderfähig sind", so Klimaschutz- und Regionalmanager Georg Straßer. Er erläuterte, dass die Auswirkungen des Klimawandels längst messbar seien. Regionale Daten zeigen seit 1950 einen Anstieg der durchschnittlichen Jahrestemperatur um mehr als zwei Grad. Gleichzeitig gibt es heute deutlich mehr Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad sowie spürbar weniger Niederschläge in den Sommermonaten. Besonders betroffen seien versiegelte Flächen in den Innenstädten, auf denen sich Hitze staut und die Aufenthaltsqualität sinkt.
Die Studentinnen bezogen deshalb auch die Bürgerinnen und Bürger in ihre Arbeit ein. Beim Klimaschutz-Infotag sowie über eine Online-Befragung sammelten sie zahlreiche Rückmeldungen. Knapp 70 Prozent der Teilnehmenden empfinden die sommerliche Hitze in der Innenstadt als starke oder sehr starke Belastung. Besonders häufig wurden mehr Schatten durch Bäume und Pflanzen, zusätzliche Begrünung sowie ein attraktiveres Stadtbild gewünscht. Auch Fassadenbegrünungen, weniger versiegelte Flächen, mehr Außengastronomie und eine stärkere Verkehrsberuhigung wurden vielfach genannt.
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entwickelten die Studentinnen verschiedene Maßnahmen, die sie dem Stadtrat mithilfe anschaulicher KI-Visualisierungen präsentierten. Im Mittelpunkt standen Begrünungskonzepte, da Pflanzen durch Verdunstungskälte nachweislich zur Abkühlung beitragen und gleichzeitig das Stadtbild aufwerten.
Da größere Baumpflanzungen im Bereich des Stadtplatzes aufgrund der unterirdischen Infrastruktur nur eingeschränkt möglich sind, konzentrierten sich die Vorschläge auf andere Lösungen. Vorgesehen sind unter anderem begrünte Pflanzwände und sogenannte „grüne Oasen“, beispielsweise am Kugelbrunnen oder im mittleren Bereich des Stadtplatzes. Ergänzend wurden Sonnensegel über Sitzbereichen, wasserdurchlässige Beläge für Parkflächen sowie sogenannte Schwammelemente vorgestellt, die Regenwasser speichern und durch Verdunstung zur Kühlung beitragen können. Auch das Element Wasser spielte in den Überlegungen eine wichtige Rolle. Vorgeschlagen wurden ein kleiner sommerlicher Wasserlauf durch die Innenstadt – nach dem Vorbild anderer Städte – sowie ein Wasserspielbereich im Umfeld des ABV-Geländes.
Der Stadtrat zeigte sich offen für die vorgestellten Ideen. Bürgermeisterin Sibylle Entwistle, die das Projekt initiiert hatte, betonte, dass der Klimawandel längst auch in den Städten spürbar sei. Deshalb gelte es, sich frühzeitig mit praktikablen Lösungen auseinanderzusetzen. „Nicht jede Idee wird sich eins zu eins umsetzen lassen. Aber viele Vorschläge geben wertvolle Impulse, wie wir unsere Innenstadt Schritt für Schritt klimaresilienter und gleichzeitig noch lebenswerter gestalten können. Genau darum geht es: heute die richtigen Weichen für morgen zu stellen“, so die Bürgermeisterin. Die einzelnen Maßnahmen sollen nun im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Umwelt weiter beraten und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden.















