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Träger des Kulturpreises 1998 - Informatikgruppe der Realschule Vilsbiburg

Träger des Kulturpreises 1998 Informatikgruppe der Realschule Vilsbiburg
Erster Bürgermeister Helmut Haider und VHS-Direktor Gerhard Hellmann (1. und 2. von links) bei der Verleihung des VHS-Kulturpreises an die Informatikgruppe der Realschule Vilsbiburg

Kultur der Stadt für die ganze Welt aufbereitet

(Text: Vilsbiburger Zeitung, 15.03.1999, Georg Soller)


Vhs-Kulturpreis an die Informatikgruppe der Realschule vergeben - "Mutige Jury- Entscheidung"


Kultur - das ist für viele Menschen ausschließlich ernste Musik, Malerei oder Literatur. Kann die Gestaltung einer Internet-Homepage dann auch Kultur sein? Die mit der Vergabe des Vhs-Kulturpreises beauftragte Jury meinte nach einiger Diskussion ja - und erhielt für ihre durchaus mutige Entscheidung am Freitag abend Worte der Anerkennung. Den Vhs-Kulturpreis für das Jahr 1998 erhielt nämlich die Informatikgruppe der Staatlichen Realschule Vilsbiburg für die "Einrichtung und Gestaltung der Homepage der Stadt Vilsbiburg". Der Ministerialbeauftragte für Realschulen in Niederbayern, Günter Loibl, begrüßte in seiner Laudatio die Auszeichnung von jungen Menschen und ihrem besonderen Engagement in einem modernen Medium.


Rund 500 Seiten umfaßt der Internet-Auftritt der Stadt Vilsbiburg, den man unter www.vilsbiburg.de aufrufen kann. Reich bebildert, interessant zusammengestellt und mit einer intelligenten Navigation versehen zählt die Homepage der Stadt zu den bemerkenswerteren Ereignissen im world-wide web (zu Deutsch: weltweites Netz). Im Vergleich zu vielen anderen Städten, deren von Agenturen gestaltete Seiten technisch vielleicht professioneller wirken, wirkt die Vilsbiburger Darstellung lebendiger, lebensnäher und aus der Mitte der Bürgerschaft kommend.


Gestaltet haben diese Internet-Seiten neun Realschüler unter der fachlichen Anleitung von Realschul-Konrektor Wilhelm Gräßle und Lehrer Manfred Strobl; Markus Böse, Fabian Bruckmeier, Martin Hölzl, Mario Lohner, Andreas Schaumeier, Stephan Schoell, Josef Thurmeier, Manuel Vilsmeier und Thorben Zok, allesamt im Alter um die 15 Jahre, haben dafür aber nicht nur ihre Begeisterung für Computer eingebracht. Um Vilsbiburg für die Internet-Nutzer aus aller Welt virtuell aufzubereiten, sammelten die Schüler in der ganzen Stadt Informationen: "Alle Institutionen, viele Vereine und ganz viele Einzelpersonen haben bereitwillig ihr Wissen preis gegeben, Texte oder Fotos zur Verfügung gestellt", sagte Wilhelm Gräßle; er stellte mittels Video-Beamer das Werk in der vollbesetzten Realschul-Aula vor, nachdem Vhs-Direktor Gerhard Hellmann den Kulturpreis an die Gruppe verliehen hatte. Die Schüler hätten Dinge über ihre Stadt erfahren, so Gräßle, die sie ohne ihr Engagement wohl nie zu Gesicht bekommen hätten: "Es hat viel Arbeit gemacht, aber es hat genau so viel Spaß gemacht".

Für den Ministerialbeauftragten Günter Loibl ist der Kulturpreis eine angemessene Anerkennung für die Leistung der Gruppe: "An jedem Ort der Erde kann man sich jetzt via Computer ein Bild von Vilsbiburg machen." Alle kulturellen Aktivitäten in der Stadt seien in der Homepage aufgeführt, von der Geschichte über die kulturellen Veranstaltungen bis hin zum Fasching.

Darüber hinaus sei das ganze Leben der Stadt dokumentiert: Die Wirtschaft, die Gewerbegebiete, der Stadtrat, die Feste oder der Sport. Stadtpläne, Veranstaltungskalender und Kontakte runden das breit gefächerte Angebot ab. Sogar Wetterfrosch Alois Döbler ist im Internet vertreten, und von der Vilsbiburger Homepage gibt es auch einen Link (Anm.: eine direkte Verbindung) zu den aktuellen Internet-Seiten der Vilsbiburger Zeitung. Besonders schön gestaltet sind die Stadtspaziergänge, wo man mit der Computer-Mouse die historischen Gebäude der Stadt besuchen und Wissenswertes über sie erfahren kann. Auch in den einzelnen Abteilungen des Museums kann man sich umschauen und bis ins Detail informieren.

"Die heutige Jugend hat einen anderen Kulturbegriff", sagte Loibl, und diese Gruppe habe die bestehende Kultur für das neue Medium aufbereitet. Damit dies geglückt sei, hätten sich die Schüler mit der Kultur intensiv befassen müssen: "Wer heute den Verlust der Lesetechniken beklagt, übersieht, daß man im Internet ohne Lesen und Schreiben zu können, verloren ist". Durch das Internet sei die Lust der Jugend groß, diese Techniken zu beherrschen - und dazu auch die Sprache des worldwide web, Englisch.

Es sei eine einmalige Sache, die hier entstanden sei, sagte Loibl, und ihn spreche die lebensnahe Darstellung der Stadt mehr an, als die technisch perfekten Seiten von Profis, die inhaltlich meist nur einen Bruchteil dessen bieten können, von dem, was Vilsbiburg herzuzeigen hat. Da die Schüler von allen Seiten Unterstützung bekommen hätten, sei dies ein Gemeinschaftswerk vieler: "So ein Riesenwerk kann nur in der Teamarbeit gelingen, wobei auch die Lehrer ein gutes Vorbild gewesen sind". Vieles auf diesen knapp 500 Seiten sei in der Freizeit entstanden.

Viele ältere Leute hätten ein wenig Angst vor dem Computer, sagte der Laudator, sie würden den Kontakt mit diesem Medium scheuen. Dies sei falsch: "Ich sage ihnen: Diese jungen Leute hier, ihnen gehört die Zukunft".

Zur Kulturpreisverleihung waren zahlreiche Ehrengäste in die Aula der Realschule gekommen, darunter Bezirksrätin Dr. Johanna Auerbeck, stellv. Landrat Helmut Wimmer, Bürgermeister Helmut Haider und sehr viele Stadträte. Sie und die Vertreter von Vereinen und aus der Wirtschaft nutzten im Anschluß an den Festakt die Gelegenheit zu einem gemütlichen Plausch. Umrahmt wurde die Feier von den musikalischen Ensembles der Realschule unter der Leitung von Jens Winkel und Marianne Bauer.

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