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Manfred-Paech-Jugendsportpreis 2004 - Michael Holzner

Manfred-Paech-Jugendsportpreis 2004 - Michael Holzner
Von links: Erster Bürgermeister Helmut Haider, Michael Holzner

Bericht der Vilsbiburger Zeitung vom 16.12.2005


Auszeichnung für einen Ausnahmesportler:

Gleich mehrfach den großen Wurf gelandet


Hammerwerfer Michael Holzner ist erster Träger des Manfred-Paech-Jugendsportpreises


Vilsbiburg. Es ist sein erster Preis dieser Art und besonders freute es den Ausnahme-Leichtathleten Michael Holzner, dass er diesen in seiner Heimat entgegennehmen konnte. "Denn die Heimat ist das Wichtigste", sagte der 18-Jährige bei der Verleihung des Manfred-Paech-Jugendsportpreises, der am Mittwoch zum allerersten Mal verliehen wurde. Die Laudatio hielt Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletikverbands. Im März vergangenen Jahres hatte der Stadtrat beschlossen, jährlich an Einzelpersonen, Gruppen oder Mannschaften den Manfred-Paech-Jugendsportpreis zu vergeben. Dieser wird aus den Mitteln des Manfred-Paech-Fonds finanziert und ist mit einem Geldpreis von 500 Euro für Einzelpersonen und 1 000 Euro für Mannschaften dotiert.


Außerdem erhalten die Preisträger eine Urkunde mit dem Wappen der Stadt und eine von Wolfgang Zeilbeck entworfene Medaille, die in der italienischen Partnerstadt Buja vom Medaillenkünstler Arnaldo Baldassi angefertigt wurde. "Auf der Vorderseite der Medaille ist eine stilisierte Ansicht des Vilsbiburger Stadtplatzes zu sehen; auf der Rückseite sind zwei abklatschende Hände als sportliches Zeichen eingraviert", sagte Bürgermeister Helmut Haider bei der Preisverleihung in der Aula der Grundschule. Er sei stolz, den ersten Manfred-Paech-Jugendsportpreis an einen Ausnahme-Athleten wie Holzner verleihen zu dürfen, der sich große Verdienste um den Breitensport erworben habe. "Die Verleihung dieses Preises erfordert ein besonderes Engagement, das über das normale Maß hinausgeht", sagte Haider. Holzner sei der erste Preisträger und von der Vergabejury einstimmig gewählt worden. Diese war neben Bürgermeister Haider mit den Stadträten Karin Faaß, auf deren Initiative der Jugendsportpreis ins Leben gerufen wurde, und Sebastian Huber sowie dem Bezirksvorsitzenden des Bayerischen Landessportverbands, Josef Roth, und VZ -Redakteur Volker Waschk besetzt.
Die Erfolge des jungen Hammerwerfers Michael Holzner, der in den Reihen des TSV Vilsbiburg groß geworden ist, sprechen für sich: Er wurde unter anderem im Jahr 2003 Deutscher Meister im Hammerwurf der Jugend B. Diesen Titel verteidigte er im vergangenen Jahr erfolgreich. Beim Europäischen Werfermeeting in Halle erzielte Holzner eine Weltjahresbestleistung und auch in Jena mobilisierte er noch einmal alle Kräfte und gewann erneut einen Deutschen Meistertitel. Auch im Trikot der Nationalmannschaft durfte er schon bei einem Länderkampf in Polen gegen Spanien, Russland und Polen antreten. "Mein schönster Sieg bisher war aber die erste Deutsche Meisterschaft", sagte Holzner. Er habe sich so ein bisschen wie ein König gefühlt, sagte der 18-jährige Geisenhausener.
Als Laudator war bei der Verleihung am Mittwoch der Präsident des Deutschen Leichtathletikverbands, Clemens Prokop, zu Gast. Auch er unterstrich Holzners absolute Ausnahmebegabung: "Bei seinem ersten Deutschen Meistertitel überbot er die Weite des Zweitplatzierten um ganze drei Meter. Das sind Welten." Der Hammerwerfer sei bereits im Alter von drei Jahren mit seinem Onkel und späteren Trainer dreimal wöchentlich zum Leichtathletiktraining mitgekommen. Er habe eine vielfältige und altersgerechte Ausbildung erhalten und sei auch in anderen Disziplinen erfolgreich gewesen, bevor er sich ganz auf das Hammerwerfen konzentriert habe. Derzeit halte Holzner den fünften Platz in der Jugendweltbestenliste. "Die nächsten großen Ziele sind die Jugendweltmeisterschaft in Peking und, wenn es ganz gut läuft, die Europameisterschaft der Aktiven in Göteborg im nächsten Jahr", sagte Prokop.
Holzner selbst sieht die Chance, schon 2006 bei den Profis mitzumischen, realistisch: "Das wird sehr schwierig werden, weil der Hammer bei den Erwachsenen mehr wiegt. Aber bei der Jugendweltmeisterschaft in Peking kann ich sicherlich gute Ergebnisse erzielen." Froh sei er auch, dass er nun in das Sportförderprogramm der Bundeswehr aufgenommen worden sei und zudem Sponsoren gefunden habe, die ihn auch finanziell unterstützen. Denn so ein Sportlerleben sei nicht billig. Fast jeden Tag trainiert Holzner; nur am Sonntag gönnt er sich Ruhe.
Trotz aller bisherigen Erfolge gibt er sich bescheiden, wirkt fast ein wenig verlegen, als er am Mikrofon steht und seine Dankesworte spricht: "Ich bin kein großer Redner. Aber es ist schön, dass mein Sport hier in Vilsbiburg etwas bedeutet." Er verdanke dem TSV Vilsbiburg und der Stadt sehr viel. Am wichtigsten sei jedoch seine Familie - seine Schwester und sein Vater.
"Auch meiner Mutter möchte ich danken. Leider kann sie nicht mehr bei uns sein, aber sie ist der Grund, warum ich jeden Tag im Training die Kraft habe, mich von neuem zu motivieren." Musikalisch gestaltet wurde die Preisverleihung von der Popgruppe der Städtischen Musikschule.
Karin Mühlberger

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