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Text: Vilsbiburger Zeitung, 28.01.2015 (Georg Soller), Fotos: Händel & Junghans.

Architektenwettbewerb für das ABV-Gelände wird vorbereitet

Gastronomie und Kulturhaus bilden als Einheit einen großen Block.

Die Qualitäten des Standorts aktivieren

Vilsbiburg. Bei der Sitzung des Stadtrats am Montagabend wurde der Architektenwettbewerb für das ehemalige ABV-Gelände konkret vorbereitet. „Damit geht das Thema hoffentlich in eine Richtung, die wir uns seit langem vorstellen", sagte Bürgermeister Helmut Haider. Der Münchner Architekt Sebastian Händel erläuterte dem Gremium in Grundzügen, worauf man sich einstellen muss. Überrascht reagierten die Stadträte dabei, als sie zum ersten Mal sahen, welchen Baukörper die vom Arbeitskreis ermittelte Saalgröße für 500 Besucher nach sich zieht.

 

Viel Zeit genommen hat sich der Stadtrat, um nach einer gründlichen Grundlagenermittlung im dritten Anlauf endlich zu der lang erhofften Lösung auf dem ABVAreal zu kommen. Im November 2011 nahm die Projektgruppe Kulturhaus ihre Arbeit auf, in der die drei Sparten Einzelhandel, Gastronomie und Kulturhaus unter fachlicher Begleitung untersucht wurden. Im April 2012 begab sich ein Teil der Stadträte auf eine Besichtigungsfahrt zu vier recht unterschiedlichen Hallen, um im September 2013 in den Beschluss zu münden, den Wettbewerb bald zu starten. Bedingt durch die bekannten Umstände hat sich dies bis zum vergangenen Montag verzögert.

 

Sebastian Händel bereitet den Wettbewerb nun konkret vor und zeigte den Stadträten anhand eines Massenmodells, mit welchen Bauvolumen man auf dem Haslbeck- Areal zu rechnen hat. „Die Problematik liegt darin, dass sich fast alles im Erdgeschoss abspielen muss, und man - vielleicht abgesehen von den Toiletten und der Probebühne - alles auf einer Ebene unterbringen muss", erläuterte Händel.

 

Ausdrücklich wies er aber auf die Qualität des Standorts hin, der an der Grenze zwischen der Innenstadt und der Vilsaue entlang des Bujawegs liegt. Mit der Anbindung des Balkspitzes, die ebenfalls Teil des Wettbewerbs werden soll, bietet das künftige Kulturhaus-Viertel insgesamt ein großes Entwicklungspotenzial, das man aktivieren sollte, wie Händel sagte: „Da ist aber noch viel Arbeit drin, bis es gut wird."

 

Grossansicht in neuem Fenster: Hier aufgeteilt in zwei Gebäude mit Innenhof.Kulturhaus und Gastronomie trennen?

 

In diesem Zusammenhang stellte Händel verschiedene Lösungsansätze vor, die er in einem Modell dargestellt hat. Er wies dabei auf die Schwierigkeit hin, eine mehr als 1000 Quadratmeter große Fläche auf dem Areal vernünftig unterzubringen, und warb für die zusätzliche Möglichkeit, Kulturhaus und Gastronomie zu trennen. In seinem Beispiel bildete er mit den beiden Gebäuden und dem denkmalgeschützen Troadkasten einen zur Vils hin geöffneten Innenhof.

 

In diesem Punkt hakten die Stadträte mehrfach nach. Denn es besteht fraktionsübergreifend Konsens, dass das Kulturhaus nur zu einem Teil mit Kultur, zum Teil auch mit Tagungen oder Firmenveranstaltungen bespielt werden soll. Auf der Besichtigungsfahrt wurde dazu in allen Einrichtungen unisono darauf hingewiesen, dass eine funktionierende Anordnung von Küche, Saal und Gaststube von grundlegender Bedeutung für zufriedene Besucher und den Erfolg des Gastronomen sei.

 

Wie schon früher unterließen es die Stadträte am Montag, in diesem Punkt für den Wettbewerb Vorgaben in irgendeine Richtung zu machen: Hier ist das Geschick der am Wettbewerb teilnehmenden Architekten gefragt, für diese Problemstellung eine Lösung zu finden. Grundsätzlich konnten sich viele Stadträte mit der Trennung von Saal und Gastronomie anfreunden, weil man damit zeitlich unabhängiger bei der Realisierung des Projekts sei, wie Xaver Peisl (CSU) sagte. Händel sagte am Montag, er bewerte den Vorteil des neuen Platzes höher als die Funktionalität.

 

Keine Freude haben die Stadträte mit der letzten Hinterlassenschaft der Aktienbrauerei an diesem Ort. Denn es ist weder ein altes Sudhaus, das man zum Gasthaus umbauen könnte, noch sonst ein halbwegs repräsentatives Gebäude, das ins Kulturviertel passen würde: Eine wenig attraktive, alte Scheune steht denkmalgeschützt im Weg: „Die hat grad überhaupt keine Qualitäten", sagte Händel, und räumte offen ein, dass dem Ziel, den Schuppen zu erhalten, wie so oft das Problem entgegensteht, dass niemand weiß, was man damit anfangen soll. Aber so sehr die Stadträte auch nachhakten, ob man das Gebäude nicht wenigstens versetzen könnte, meinte Händel: „Natürlich gäbe es dann andere Optionen, aber leider gibt es die Option nicht, dass es nicht da ist."

 

Dritter Bürgermeister Rudolf Lehner wies darauf hin, dass für das Rathaus eine Erweiterungsmöglichkeit nach hinten erhalten bleiben soll. Anfragen gab es auch zur Parkplatzsituation, wobei Bauamtsleiter Günther Bleimehl ausdrücklich darauf hinwies, dass es auch für Tiefgaragenplätze Zuschüsse aus der Städtebausanierung gebe: Eine Option, die man nach Ansicht von Zweitem Bürgermeister Hans Sarcher unbedingt im Auge behalten müsse.

 

Weit weniger gab es zur Brandruine des ehemaligen Brauereigasthofs zu sagen. Die Vorgabe, eine 500 Quadratmeter große Einzelhandelsfläche zu schaffen, könne erfüllt werden. Darüber sind Büroräume und Wohnungen denkbar. Im Zuge der Bauarbeiten sollte sich die Stadt bemühen, so Händel, auch die Rückansicht besser zu ordnen.

 

In seiner Einführung hatte der Architekt deutlich gemacht, dass nach diesem Planungsschritt ein verlässlicher Bebauungsplan vorliegen sollte. Auf dieser Basis könnte man auch in getrennten Abschnitten bauen, weil man dann verlässlich weiß, wie das Gelände einmal bebaut wird. Weitergehende Planungen zu Fassaden oder Bauformen würden erst nach dem Wettbewerb folgen.

 

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