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Text Foto: Vilsbiburger Zeitung, 25.02.2015 (Michael Betz); Grafik: Architekturbüro Nadler & Sperk.

Brunnen und Bäume vor der Pfarrkirche

Bauausschuss legt Gestaltung des Platzes fest - Brunnentröge aus Sichtbeton

Bauausschuss legt Gestaltung des Platzes fest - Brunnentröge aus Sichtbeton

Vilsbiburg. Rund um die Pfarrkirche sollen heuer wieder die Bauleute anrücken und die Umbauten vollenden, über die seit mehreren Jahren debattiert wird - mitunter sehr kontrovers. Quasi als Kontrast zu den Meinungsverschiedenheiten zwischen Befürwortern und Gegnern der Neugestaltung von Kirchenumfeld und Kirchstraße brachte der Bauausschuss am Montag in sachlicher Diskussion und mit großer Einigkeit den zweiten Bauabschnitt der Neugestaltung auf den Weg, der die Kirchstraße zwischen Grundschule und Einmündung in die Frontenhausener Straße betrifft. Zentrale Punkte der Planung sind sechs zu pflanzende Bäume, eine Pflasterung des Areals und ein kaskadenförmiger Brunnen. Diesen will man aus Kostengründen allerdings aus Sichtbeton anstatt aus Granit ordern.

 

Was wo geplant ist im Rahmen des zweiten Bauabschnitts der Umgestaltungsmaßnahmen rund um Krippe, Pfarrkirche und Grundschule stellte am Montag Architekt Karl Sperk den Mitgliedern des Bauausschusses vor. In die vorgestellte Planung eingearbeitet sind die Änderungswünsche und Anregungen, die sich seitens der Stadträte und der Bürger seit der ersten Präsentation dieses Vorhabens im November 2013 ergeben hatten. Ursprünglich war ohnehin geplant gewesen, die ganze Maßnahme 2014 zu realisieren, allerdings wäre das mit hohem Zeitdruck verbunden gewesen - so war man übereingekommen, die Sache besser auf 2015 zu verschieben.

 

Die Grundzüge und zentralen Elemente der Planungen sind seit Beginn unverändert: Die momentan dem Auge eher wenig bietende Kirchstraße, von der Einmündung der Frontenhausener Straße bis zur Kirche und Grundschule hinauf, soll aufgewertet werden und danach ein städtebaulich wertiges Ensemble mit der Pfarrkirche bilden, optisch wird eine Hinführung zum Backsteinbau des Gotteshauses angestrebt. Dazu sieht die Planung vor, die Gehwege im betreffenden Stück der Kirchstraße neu zu pflastern und damit an die Gestaltung der großen Freitreppe vor der Pfarrkirche anzupassen. Gelblicher Granit sei dafür vorgesehen, wie Sperk dazu ausführte. Auch Muster hatte der Architekt in die Sitzung mitgebracht, damit sich die Räte ein Bild davon machen konnten. Gepflastert wird auch ein Teil der Straße selbst im Kurvenbereich, der damit gewissermaßen die Verlängerung von Treppe und Kirchenvorplatz darstellt. Davor und danach bleibt die Straße wie bisher asphaltiert.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Der Plan des Architekturbüros Nadler & Sperk zeigt die aktuelle Planung für die Gestaltung der Kirchstraße mit Brunnen, Pflaster und Bäumen.Garten wird zum Platz

 

Drei weitere größere optische Neuerungen enthält die Planung darüber hinaus noch: Oberhalb des Eine-Welt-Ladens wird ein Teil des privaten Gartens, der jetzt mit einer Mauer zur Straße hin abgeschlossen ist, zu einem kleinen Platz aufgeweitet. Auf dieser Fläche findet auch ein Brunnen seinen Platz, in dem das Wasser in vier Trögen kaskadenförmig nach unten plätschern soll. Zudem werden an dieser Stelle drei Bäume gepflanzt, ebenso drei auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Sowohl die Bäume als auch der Brunnen hatten im Vorfeld einige Diskussionen ausgelöst: So mochten sich manche Anwohner mit den Bäumen generell nicht anfreunden, einige Stadträte und Bürger hatten den Brunnen eher als künftiges Lieblingsobjekt für Sachbeschädiger und als Sicherheitsrisiko für Kinder gesehen, denn als gestalterischen Höhepunkt.

 

Von diesen Bedenken war am Montag im Gremium nichts mehr zu merken: Die Zahl der Bäume ist mittlerweile gegenüber der ursprünglich geplanten Zahl um zwei reduziert worden, um so den Anliegern entgegenzukommen. Dass der Charakter einer kleinen Allee dennoch erhalten bleibt, die den Blick von unten hinauf zur Kirche lenkt, davon zeigte sich Karl Sperk am Montag überzeugt. Der Brunnen ist nunmehr so plaziert, dass er einen gewissen Abschluss des kleinen Platzes zur Straße hin darstellt - ein Stück mehr Sicherheit, beispielsweise für Kinder.

 

16 Meter langer Brunnen

 

Diskutiert wurde am Montag nur noch um das Wie des Brunnens, nicht mehr um das Ob. Architekt Sperk hatte Zahlen für zwei Materialvarianten des aus vier Trögen bestehenden und insgesamt 16 Meter langen Brunnens mitgebracht. Die Ausführung aus Sichtbeton käme auf rund 15 200 Euro netto, in Granit würden die Brunnentröge rund 37 000 Euro kosten. Dazu müsse man noch Technik und Fundament rechnen sowie den Wasserspender aus Tombak, eine bronzeähnliche Legierung aus Kupfer und Messing. So komme der Brunnen in der Betonvariante auf rund 64 000 Euro netto, in Granit würde er mit etwa 86 000 Euro zu Buche schlagen, bekamen die Stadträte vorgerechnet.

 

Die finanzielle Differenz zwischen Granit und Beton gab der Mehrheit der Stadträte zu denken, so dass sich ein Votum für den Sichtbeton herauskristallisierte - nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass Bauamtsleiter Günther Bleimehl angemerkt hatte, dass man ohnehin mit dem Brunnen über der Kostenschätzung liege. Allerdings gab Johann Sarcher (SPD) zu bedenken, dass beim Beton möglicherweise Vandalismus gefördert werde und dass man in die Kostenbetrachtung mit einbeziehen müsse, dass rund 60 Prozent der Kosten für den Brunnen schließlich von der Städtebauförderung wieder an die Stadt zurückfließen würden. „Immerhin bauen wir da ja etwas, das die nächsten 50 Jahre halten soll."

 

Florian Anzeneder und Xaver Peisl (CSU) sprachen sich hingegen für die Betonvariante aus, weil sie einerseits den Kostenrahmen nicht sprenge und andererseits nicht die beim Granit notwendige Herrstellung eines Brunnentroges aus mehreren Einzelteilen bedeute. Lediglich Karlheinz Hiller (FW) konnte der Brunnen-Idee gar nichts abgewinnen: „Ob Beton oder Granit - der Brunnen ist zu teuer. Dafür gebe ich meine Stimme nicht her", kündigte er an.

 

Michaela Feß (Grüne) fragte nach, ob man beim Wasserspender und dem Abfluss auch anderes Material als Tombak verwenden könnte, das ihr zu teuer erschien. Hier sah Karl Sperk allenfalls Edelstahl oder Cortenstahl (ein bewusst rostendes Material) als mögliche Alternativen. Allerdings fand sich keine Mehrheit, die ein Abweichen vom Tombak wirklich gewünscht hätte. Auch der Bürgermeister betonte diesbezüglich, er sehe keine Alternative zu Tombak.

 

Nach einem eingehenden Augenschein der von Karl Sperk mitgebrachten Stein-, Beton- und Metallproben legte man mehrheitlich fest, dass die Metallteile in Tombak mit mittlerem Farbton, der an verwitterte Bronze erinnert, ausgeführt werden sollen. Für den Brunnen möchte man dunkelgrauen Beton haben, der an der Oberfläche gesäuert wird. Dabei wird mit Säure die oberste Schicht des Materials künstlich angerauht und solchermaßen strukturiert. Mit diesen Vorgaben wird man die Ausschreibung für die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes angehen.

 

Bildunterschrift links

Der Platz zwischen Grundschule, Krippe und Kirche soll mit einem zweiten Bauabschnitt der Umgestaltungsmaßnahmen dieses Quartiers eine Aufwertung erfahren. Pflaster, Brunnen, Bäume und mehr freier Raum sollen hier künftig für größere Aufenthaltsqualität sorgen. Den Rahmen der Planung segnete der städtische Bauausschuss am Montag ab.

 

Bildunterschrift rechts

Der Plan des Architekturbüros Nadler & Sperk zeigt die aktuelle Planung für die Gestaltung der Kirchstraße mit Brunnen, Pflaster und Bäumen.

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