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Text: Vilsbiburger Zeitung, 06.10.2015, Fotos: Vilsbiburger Zeitung/Kellhuber.

Brauerei wird im November abgerissen

Das Brauereigelände aus der Vogelperspektive.

Arbeiten an der Wohnanlage „Alte Brauerei“ beginnen – Immobilienmarkt verändert sich

Vilsbiburg. Noch bevor die Bauparzellen im Burger Feld, das bevorzugt auf den privaten Erbauer von Ein- und Zweifamilienhäusern ausgerichtet ist, angeboten werden, kann der aufmerksame Stadtflaneur eine rege Bautätigkeit erkennen. Ob Baugenossenschaft, das Projekt Alter Bauhof, die neue Siedlung in Grub 1 oder der bereits bewohnte Geschosswohnungsbau Am Dionysihof – verschiedene Bauträger haben die Stadt als interessanten Standort entdeckt. Im Frühjahr 2016 ist Baubeginn beim nächsten Großprojekt: Kellhuber Immobilien aus Eggenfelden errichtet auf dem Gelände der ehemaligen Aktienbrauerei in einem ersten Bauabschnitt 42 Wohnungen.

 

Seit die Aktienbrauerei im Jahr 2001 ihre Brautätigkeit eingestellt hat, wurde in die leerstehenden Gebäude nichts mehr investiert; es hat sich früh abgezeichnet, dass eine veränderte Nutzung nur mit einem Abbruch möglich wird. Doch auch Gebäude altern: In jüngster Zeit wurden Stimmen im Stadtrat laut, dass auch die Gebäude an der Veldener Straße -allen voran das frühere Bräustüberl- gesichert werden müssten.

 

Grossansicht in neuem Fenster: So sieht die alte Brauerei heute aus: Ihre Tage sind gezählt.Dabei wurde im Rat schon im vergangenen Jahr der maßnahmenbezogene Bebauungsplan für das Wohnungsbauprojekt „Alte Brauerei“ diskutiert und genehmigt: Die Firma Kellhuber plant an dieser Stelle ein zweigeteiltes Wohnungsprojekt mit insgesamt 71 Wohnungen. Seit diesem Sommer stehen bereits Werbetafeln auf dem Brauereigelände, doch sonst sieht man noch nichts.

 

Grund genug für manche Bürger, die Zukunft dieses Projekts zu hinterfragen. Doch der geradezu legendäre Pessimismus, den alteingesessene Vilsbiburger neuen Projekten entgegenbringen, scheint nicht angebracht. „Im November beginnen wir mit dem Abbruch, der je nach Witterung im Frühjahr fortgesetzt wird“, sagt Tobias Spillmann, Geschäftsführer der Firma Kellhuber, zu seinen Plänen. Die Baufirma hat im Sommer 2014 das gesamte Gelände der ehemaligen Brauerei erworben, inzwischen die Fragen des Denkmalschutzes, des Naturschutzes und der Statik abgearbeitet, und möchte im März mit dem Bau beginnen.

 

Im ersten Bauabschnitt sollen neben 37 Tiefgaragen-Stellplätzen die 42 Wohnungen direkt an der Veldener Straße errichtet werden. Das zweite Gebäude der Wohnanlage sowie das direkt am Schwaiblmeierweg geplante Zwei- oder Dreifamilienhaus sollen in weiteren Bauabschnitten folgen.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Eine Visualisierung der Wohnanlage, wie sie 2017 aussehen soll.Spillmann umreißt das Konzept dieser Wohnanlage folgendermaßen: „Wir haben unseren Fokus darauf gelegt, möglichst kostengünstigen Wohnraum zu schaffen. Die Planung legt Wert auf wenig Schnickschnack, aber gut nutzbare Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen.“ Das Verkaufsprospekt nennt Preise zwischen 115 000 bis knapp 300 000 Euro, wobei die meisten Wohnungen zwei oder drei Zimmer haben und um die 200 000 Euro kosten.

 

Die Planer haben sich ein wenig am Vorbild des genossenschaftlichen Wohnungsbaus orientiert, erschließen vier Wohnungen je Etage über ein Treppenhaus und gewinnen durch kluge Baukonstruktion eine hohe Wirtschaftlichkeit. Die Heizung wird aus Hackschnitzeln gewonnen und von Balk-Wärme zentral geliefert. Nur dort, wo ein Mehraufwand sinnvoll ist, verlässt die Planung dieses Konzept: Ziegelbauweise für mehr Behaglichkeit, Holz-Alu-Fenster statt Kunststoffmodelle, Bio-Innenfarben und andere Details nennt Spillmann als Elemente, an denen der Mehraufwand einen deutlichen Vorteil verspricht.

 

Spillmann sagt, dass dieses Projekt auch jenen Menschen eigenen Wohnraum ermöglicht, denen die heute üblichen Preise auf dem Immobilienmarkt zu hoch sind. In Zeiten der absoluten Niedrigzinsphase wurde viel Geld in Immobilien gesteckt, weshalb der Markt in größeren Städten völlig überhitzt ist. Für normal Sterbliche, wie Spillmann sagte, stünde sogar in Landshut kaum noch vernünftig refinanzierbarer Wohnraum zum Kauf. Aus diesem Grund weichen viele Bauwillige inzwischen auf Mittelzentren wie Vilsbiburg aus.

 

Dabei weist der Bauunternehmer den Vorwurf, die Baufirmen seien für die generell beklagten hohen Baukosten verantwortlich, entschieden von sich. Es seien vielmehr die dramatisch verschärften Bauvorschriften zum Wärmeschutz sowie die Brandschutzvorschriften die Ursache dafür. „Allein die Fortschreibung der Energieeinsparverordnung zwischen 2014 und 2016 erhöht den Aufwand um rund 25 Prozent.“ Wenn das so weitergehe, können sich immer weniger Familien einen Neubau leisten, fürchtet der Bauunternehmer.

 

Die Wohnanlage in Vilsbiburg liegt einen Steinwurf vom Stadtplatz entfernt, man ist schnell in den grünen Vilsauen und man profitiert davon, dass in Vilsbiburg alle wesentlichen Einrichtungen am Ort sind: „Deshalb ist das ein guter Standort“, sagte Spillmann.

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