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Text, Fotos: Vilsbiburger Zeitung, 28.11.2015

Neuer Kirchenvorplatz eingeweiht

Sonnenplätze am Kaskadenbrunnen: Dieser neue Teil des Kirchenvorplatzes hat den größten Charme.

„Schee is worn"

Neuer Kirchenvorplatz eingeweiht – Haider: Kirche zeigt sich jetzt in ihrer wahren Größe

Vilsbiburg. Nach vielen Diskussionen, Planungen und einer dreijährigen Bauzeit ist der neue Kirchplatz gestern feierlich eingeweiht worden. In einem der Kälte geschuldeten, eher knappen Festakt zeigten sich Bürgermeister Helmut Haider, die Architekten Karl Sperk und Klaus-Peter Dittmar sowie Kirchenpfleger Paul Wiedenbeck sehr zufrieden mit dem Ergebnis des 2,25 Millionen Euro teuren Sanierungsprojekts – zu dem die Regierung auch ordentlich finanziell zuschießt.

 

Bürgermeister Helmut Haider und Architekt Karl Sperk erinnerten in ihren Reden noch einmal an die verschiedenen Schritte, mit denen sich das Vorhaben von der vorgesehenen Quartiersplanung für das Sankt-Johannes-Areal schließlich zu einem neuen Kirchplatz gewandelt hat. Denn schon bei den ersten Gesprächen mit den Anliegern habe Stadtpfarrer Siegfried Heilmer den Wunsch geäußert, dass man um die Kirche zu Fuß herumgehen können sollte. Wegen des damals noch abgesenkten Kirchenwegs und den massiven Stützmauern war sogar das südliche Kirchturmportal unpassierbar, ein Weg um die Kirche nahezu unvorstellbar.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Nachbarn, Anlieger, Planer, Firmenchefs und Verwaltungsmitarbeiter waren zur Eröffnung geladen.Und so sei eine Idee zur anderen gekommen, erzählte Sperk, die Verknüpfung der neuen Kinderkrippe mit dem Friedhof über den neuen Platz, die 16 Meter breite Freitreppe zum Kirchenportal, mit der der Höhenunterschied zwischen Kirchenvorplatz und Kirchstraße überwunden wird, sowie die weite Öffnung zur Frontenhausener Straße hin – gewissermaßen die optische Einladung zum Kirchenbesuch schon von der Hauptstraße aus.

 

Der bischöfliche Baudirektor Paul Höschl habe bei einem Baustellenbesuch schließlich noch von sich aus einen Teil des Gartens des ehemaligen Chorregentenhauses angeboten, um auch talseitig einen großen Platz als Vorplatz zur Kirche schaffen zu können. Dort ist nun mit dem kaskadenartigen Trogbrunnen, der (bald) begrünten Sonnenwand und den Sitzgelegenheiten ein sehr schöner Platz entstanden, der das gesamte Areal spürbar aufwertet.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Fast schon vergessen...Viele Diskussionen

 

Haider brachte in seiner Rede wohl auch die Gedanken der anwesenden Stadträte zum Ausdruck, als er sagte: „Ich meine, dass dieses Projekt eine sehr gelungene, städtebaulich attraktive Maßnahme darstellt. Durch die Freitreppe zeigt sich die Kirche erst in ihrer wahren Größe auf ihrem erhabenen Standort, und durch den neuen Kirchenvorplatz wird der Kirche erst richtig Raum und Platz verschafft, der ihren besonderen Status offensichtlich werden lässt."

 

Ein neues Gebäude zu bauen ist vom Diskussionsbedarf her betrachtet sicherlich erheblich einfacher, als einen Platz an einer verkehrsreichen Stelle neu zu konzipieren und in die Realität umzusetzen. Und so konnte man zwischen den Worten der einzelnen Redner durchaus die große Erleichterung spüren, dass nach dreijähriger Bauzeit der neue Kirchplatz ein schöner Ort geworden ist, der nicht nur der Stadtpfarrkirche ein großartiges Entree verschafft, nachdem sie über Jahrhunderte hinter schweren Mauern versteckt lag. Auf dem neuen Kirchplatz finden verschiedene Generationen Platz – von den Krippenkindern über die Grund- und Mittelschüler bis hin zu den Kunden des „Eine-Welt-Ladens" und den Kirchgängern.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Bürgermeister Helmut Haider, Architekt Karl Sperk, Pfarrer Joji Palamattath und sein evangelischer Kollege Michael Lenk (von o. links nach u. rechts).Denn in der ersten Bürgerversammlung hatten einige Anlieger den Stadtvätern ordentlich eingeheizt, und auch die Diskussion um die zwei Baumreihen beim Kirchenvorplatz hielt lange an. „Ich denke aber, dass die anfängliche Kritik an diesem Vorhaben verklingen wird und von der Freude über dieses schöne Ambiente abgelöst wird, sagte der Bürgermeister gestern.

 

Neu geschaffene Orte müssen entdeckt, erobert und besetzt werden, sie sind offen für eine vielfältige Nutzung, sagte Architekt Karl Sperk: „Entdecken und genießen Sie die neuen Möglichkeiten: Den Arkadenhof für sommerliche Musikveranstaltungen oder kirchliche Feiern, die Freitreppe für Theateraufführungen, den Brunnenplatz als kommunikativen Ort, wo bei Kaffee und Kuchen vom „Eine- Welt-Laden" neben dem plätschernden Wasserfall ein Schwätzchen gehalten werden kann."

 

„Schee is worn", sagte Kirchenpfleger Paul Wiedenbeck, und zeigte sich überzeugt davon, dass sich der Platz schnell mit Leben füllen werde. Ihm war es auch ein Anliegen, den Gästen mitzuteilen, dass die Kirche den Umgang um die Kirche aus eigenen Mitteln bezahlt hat.

 

Pfarrer Joji Palamattath und sein evangelischer Kollege Michael Lenk segneten den neuen Kirchplatz, bevor sich die Eröffnungsgesellschaft im Gsellnhaus wieder aufwärmte. Brunnen sind Orte, an denen man bei plätscherndem Wasser seinen Gedanken nachhängen und neue Perspektiven auf das eigene Tun und Denken finden könne, sagte Lenk in einer kurzen Ansprache. Nachdem in der Stadt bei fast allen Brunnen auch Bänke stehen, schlug Lenk die Entwicklung eines „Vilsbiburger Brunnenwegs" vor.

 

 

Bildunterschriften

 

Links oben

Sonnenplätze am Kaskadenbrunnen: Dieser neue Teil des Kirchenvorplatzes hat den größten Charme.

 

Links unten

Fast schon vergessen...

 

Rechts oben

Nachbarn, Anlieger, Planer, Firmenchefs und Verwaltungsmitarbeiter waren zur Eröffnung geladen.

 

Rechts unten

Bürgermeister Helmut Haider, Architekt Karl Sperk, Pfarrer Joji Palamattath und sein evangelischer Kollege Michael Lenk (von oben links nach unten rechts) bei ihren Ansprachen.

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