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Text: Vilsbiburger Zeitung, 23.02.2016; Fotos: Wolfgang Schmelzer.

Die Aktienbrauerei ist Geschichte

Am Ende sind es nur noch Sand und Steine: Nach dem Abbruch der Aktienbrauerei bietet sich ein neuer Blick auf die Innenstadt.

Die Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Brauereigelände sind abgeschlossen

Vilsbiburg. Rund zweieinhalb Monate haben Bauarbeiter mit schwerem Gerät gearbeitet und die Gebäude der ehemaligen Aktienbrauerei Vilsbiburg Stück für Stück abgebrochen. An dieser Stelle beginnen in dieser Woche die Arbeiten zum ersten Bauabschnitt der zweigeteilten Wohnanlage „Alte Brauerei" mit insgesamt 71 Wohnungen. Damit ist nach dem Ende des Braubetriebs im Jahr 2001 nun auch die bauliche Form der Aktienbrauerei endgültig Geschichte.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Die Aktienbrauerei verschwindet aus dem Stadtbild.Der Zustand der alten Gebäude, vor allem des früheren Bräustüberls, war zuletzt nicht mehr der Beste. Das lag auch daran, dass sich die neue Verwendung des beachtlichen Brauereiareals nicht von selbst angeboten hatte: Nachdem zuletzt ein großes Lebensmittelmarkt-Projekt nicht realisiert wurde, wird jetzt die Wohnanlage des Eggenfeldener Bauunternehmens Kellhuber in die Tat umgesetzt – und in der Stadt sind Wohnungen dieses Typs gesucht.

 

Kurz vor Weihnachten hatten die Arbeiter begonnen, die Gebäude zu entkernen. Infolge des milden Winters konnte man anschließend schnell damit beginnen, die Baukörper einzureißen und die Ziegel zu brechen. Zuvor hatte ein Spezialunternehmen für Altholz und historische Baustoffe noch einige Tonnen alten Baumaterials abgefahren. Es wird aufbereitet und wieder verwendet.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Hier entsteht jetzt eine viergeschossige Wohnanlage.Grossansicht in neuem Fenster: Zu Beginn der Abbrucharbeiten lässt der Gebäudekomplex die Grundstücksgröße nur erahnen.Eine besondere Aufgabe war es, die zahlreichen Keller, die traditionell zu einer Brauerei gehören, so zu verfüllen, dass anschließend die Baufahrzeuge ungefährdet darüber fahren können. Dazu wurde ein Teil des Ziegelbruchs verwendet sowie ein Sand-Wasser-Gemisch, um schwer zugängliche Räume etwa im Hang zu füllen. Von einem Fachunternehmen zurückgebaut wurde der Brauereibrunnen, einst der Stolz der Aktienbrauerei: „Eigentlich ist so etwas schade", sagte Tobias Spillmann, Geschäftsführer der Firma Kellhuber, gestern. Auf der anderen Seite kämen auf die Bewohner der Wohnanlage unverhältnismäßig hohe Auflagen und Kosten zu, wollte man den Brunnen in Betrieb halten – „und möglicherweise dürfte das Wasser aufgrund der Trinkwasserverordnung am Ende doch nur als Brauchwasser verwendet werden".

 

Grossansicht in neuem Fenster: Die traditionellen Brauereikeller mussten gründlich verfüllt werden.Am Mittwoch beginnen die Bauarbeiten am Neubau. Zunächst werden die Hanggrundstücke der Nachbarn mit Spundbohlen und Bohrpfählen technisch gesichert. Schließlich beginnen die Bauarbeiten, vom Schwaiblmeierweg her in Richtung Bergstraße. Bis dahin können die Vilsbiburger noch einmal ermessen, wie groß das Grundstück tatsächlich ist.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Mit Spezialgerät rückten die Bauarbeiter dem früheren Sudhaus zu Leibe.Offen bleibt eine Frage an den Denkmalschutz: Warum ist es einerseits in Ordnung, die tatsächlich letzte Brauerei der Stadt abzureißen, während ein unscheinbarer Stadel, dessen Bezug zur Brautradition der Stadt sich allenfalls Historikern erschließt, nicht einmal versetzt werden darf?

 

Bildunterschriften

Links oben: Am Ende sind es nur noch Sand und Steine: Nach dem Abbruch der Aktienbrauerei bietet sich ein neuer Blick auf die Innenstadt.


Rechts oben: Die Aktienbrauerei verschwindet aus dem Stadtbild.


Links Mitte: Zu Beginn der Abbrucharbeiten lässt der Gebäudekomplex die Grundstücksgröße nur erahnen.

 

Rechts Mitte: Hier entsteht jetzt eine viergeschossige Wohnanlage.

 

Links unten: Die traditionellen Brauereikeller mussten gründlich verfüllt werden.

 

Rechts unten: Mit Spezialgerät rückten die Bauarbeiter dem früheren Sudhaus zu Leibe.

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