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Stadt Vilsbiburg  |  E-Mail: stadt@vilsbiburg.de  |  Online: http://https://www.vilsbiburg.de

Mit Wärmepumpen effizient heizen

Wärmepumpen
Referent Otto Hoffmann begeisterte sein Publikum durch Jahrzehnte lange Erfahrung.

Klimadialog-Vortrag zu moderner Heiztechnik und Förderung

Der VHS-Vortrag traf den aktuellen Informationsbedarf vieler Hausbauer und Installateure, entsprechend groß war wieder die Resonanz auf das Angebot vom Sachgebiet Klimaschutz der Stadt Vilsbiburg an ihre Bürger. Wärmepumpen nutzen die kostenlose Umweltenergie, arbeiten ohne Emissionen im eigenen Haus und brauchen keinen eigenen Heizraum. Hohe Fördersätze des BAFA und KfW-Bank senken die Investitionsschwelle für die Neuanschaffung oder Modernisierung der alten Heizanlage.

 

Bei umweltfreundlichen Alternativen zu fossilen Brennstoffen denkt man spontan an Biomasse oder Solarwärme, doch eine weitere setzt sich immer mehr durch: die Wärmepumpe. Ein Spezialist für diese Technik, Otto Hoffmann vom Hersteller IDM-Energiesysteme aus Tirol, informierte über den neuesten Stand und unterschied von der Basis her zwischen den Systemen Grundwasser, Erde und Luft. „Die Wärmepumpe ist ein geschlossener Kreislauf – ähnlich dem des Menschen“ führte Hoffmann seine Zuhörer an die Funktion heran. Das Kältemittel als Trägermedium hat die Eigenschaft, bereits bei sehr niedrigen Temperaturen - mittels Umweltwärme, die es seiner Umgebung entzieht - zu verdampfen: Dieses Gas wird im Verdichter komprimiert und damit auf hohe Temperatur gebracht, die dem Heizsystem im Wärmetauscher übertragen wird, wodurch es abkühlt und verflüssigt. „Je niedriger der Wärmebedarf im Haus ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe“ erklärt Hoffmann, zielt damit auf Neubauten oder wärmegedämmte Häuser ab und ergänzt: „Bei Altbauten mit Heizkörpern, die auf 60 Grad laufen müssen um eine behagliche Wärme zu erreichen, ist die Wärmepumpe das falsche System.“ Die oberste Grenze für den Vorlauf wäre bei 45 Grad, deutlich sparsamer und sinnvoller wären hier 35 Grad. Das Brauchwasser wird mittels ausgeklügelter Steuerung auf 55 Grad gebracht, bei Bedarf zur thermischen Desinfektion auch höher.

 

Mit Brauchwasser sparsam umgehen

 

Über das Verhalten beim Duschen und Baden habe man gerade bei Wärmepumpen großen Einfluss auf den Energieverbrauch, was sich bei der Stromrechnung bemerkbar mache. Das Einbinden einer Solarbrauchwasseranlage kann hier sehr gute Dienste leisten und die Gesamteffizienz deutlich verbessern, ebenso eine Eigenverbrauchfotovoltaikanlage, die einen Großteil des Stroms für die Wärmepumpe kostenlos liefert. Die Frage, welche Umweltenergie man für die Wärmepumpe nutzt, wäre im Einzelfall zu klären: Während Luft überall als Quelle zur Verfügung stünde, wären entsprechende Wärmepumpen am wenigsten effizient, wenngleich auch diese bereits bei mäßigem Frost funktionierten, dann aber stromintensiv. Die allgemeine Kritik über deren Lautstärke wies Hoffmann von diesen ab, zumal moderne Ausführungen mit 28 Dezibel an der Gehäuseoberfläche selbst den Anforderungen dichter Wohnbebauungen mit 30 Dezibel am Schlafzimmerfenster gemessen genügen. Zudem könne man diese in einen Kellerraum stellen, denn „was der Nachbar nicht sieht, hört er auch nicht“ sprach der Referent die subjektive Wahrnehmung als Basis der Kritik an. Mit Jahresarbeitszahlen von über vier könnten moderne Luftwärmepumpen punkten, getoppt von in der Erde verlegten mit über fünf und schließlich Wasser basierenden Geräten von über sechs, wobei diese Zahlen das Verhältnis von Stromaufnahme zur Heizleistung angeben. Brauche man bei Erd- oder auch Sole-Wärmepumpen genannten Anlagen eine Gartenfläche vom Doppelten der beheizten Wohnfläche, wäre man bei Grundwassergeräten auf die Genehmigung vom Wasserwirtschaftsamt angewiesen, vor allem bezüglich der Bohrtiefe. Abschließend riet Hoffmann zu ausgiebiger Beratung im Vorfeld und wies noch auf Fördermittel für Wärmepumpen von BAFA und KfW hin, siehe https://www.waermepumpe.de/heizen-im-gruenen-bereich/foerderung/kfw-foerderung-fuer-waermepumpen/. Klimaschutzmanager Straßer verweist auf die kostenfreie Energieberatung der Stadt Vilsbiburg, die auch für Fragen zu diesem Thema genutzt werden kann.

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