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Stadt Vilsbiburg  |  E-Mail: stadt@vilsbiburg.de  |  Online: http://https://www.vilsbiburg.de

Text: Vilsbiburger Zeitung, 14.04.2018; Foto: Josef Aigner.

Stadtrat überträgt den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes erneut an M-Net

So bunt sehen die Leitungsbündel für das Glasfasernetz aus.

Breitbandausbau geht in die zweite Runde

Vilsbiburg. Nachdem das Tandem Stadtwerke Vilsbiburg und M-Net schon bisher beim Ausbau des schnellen Internets im Stadtgebiet sehr erfolgreich zusammengearbeitet hat, beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, den Breitbandausbau mit diesem mehrfach gelobten Konsortium fortzusetzen. Die Grundlagen dafür lieferte Breitbandberater Thomas Lang: In einer Bewertungsmatrix hatte das Angebot von M-Net deutliche Vorteile gegenüber den beiden konkurrierenden Mitbietern.

 

Das ist nicht überall so: In der Stadt Vilsbiburg bauen die eigenen Stadtwerke neben dem Strom-, Wasser und Wärmenetz auch noch ein zukunftsfähiges Netz für die digitale Infrastruktur. Damit ist die Stadt mittelfristig nicht mehr allein auf die kommerziellen Entscheidungen eines der bundesweiten Anbieter abhängig, sondern kann bei Bedarf über die eigenen Werke selbst tätig werden.

 

Ganz so weit ist man derzeit aber noch nicht, weil das im Aufbau befindliche Glasfasernetz der Stadtwerke noch nicht so dicht gewebt ist. Deshalb nutzt man die Breitband-Initiative von Bund und Land, um hier mit staatlichen Zuschüssen schneller ausbauen zu können. Ein Vollausbau der ganzen Stadt mit Glasfaser würde mindestens 15 Millionen Euro kosten, sagte Lang.

 

Weil die Haushalte in der Kernstadt weitgehend von der Telekom und von Vodafone/Kabel Deutschland mit Internet-Anschlüssen versorgt sind, gibt es die staatlichen Zuschüsse derzeit nur für die Versorgung der Bürger in den Ortsteilen, deren Anschluss an das Glasfasernetz auch langfristig nicht refinanzierbar wäre. Deshalb winken die aus der früheren Bundespost hervorgegangenen Unternehmen gleich ab, wenn es um einen eigenwirtschaftlichen Ausbau geht. Hier springt deshalb der Steuerzahler in die Bresche: Einen Teil der sogenannten Finanzierungslücke bei den Baukosten übernimmt der Freistaat, den Rest bezahlt die Stadt. Die Kosten für die Hausanschlüsse schließlich bezahlt der Nutzer selbst.

 

Jetzt kommt das Höfeprogramm

 

Nachdem nun der erste Abschnitt des geförderten Breitbandausbaus abgeschlossen ist, hat sich die Stadt sofort um den nächsten Zuschuss bemüht. Das Vorhaben, das erneut Projektberater Thomas Lang von BNC-Consulting fachlich betreut hat, wird als „Höfeprogramm" bezeichnet und erreicht etwa 100 Grundstücke in der Peripherie der Stadt – und zwar in allen Richtungen. In der von Lang gezeigten Karte waren Siedlungen wie Maulberg, Geratspoint, Schaidham, Schnabing oder Thalham gekennzeichnet. Es gehe um den Anschluss dezentraler Häuser.

 

Mit dem Beschluss des Stadtrats soll jetzt sofort der Förderantrag an den Freistaat gestellt sowie ein Rahmenvertrag mit dem Anbieter geschlossen werden, sagte Lang. Und schon jetzt sollten die möglichen Fördergebiete für den dritten Projektabschnitt festgelegt werden.

 

Denn aktuell reguliert das Tempo des Internet-Ausbaus nicht das Fördervolumen des Staates, sondern der Engpass bei den Tiefbaufirmen: Nachdem praktisch alle Gemeinden gleichzeitig ihre Netze ausbauen wollen, haben die Firmen keine freien Termine mehr. Deshalb sei der Zeitpunkt der Inbetriebnahme im Vertrag festgelegt und mit einer Vertragsstrafe abgesichert.

 

Die Stadtwerke errichten übrigens ein Open-Access-Netz – also ein Datennetz, das den Bau und den Betrieb des Netzwerks trennt. Die Idee der für alle Diensteanbieter offenen Netze soll vor allem zur Auslastung der Infrastruktur und schnelleren Amortisierung der Investitionen beitragen.

 

 

Glasfaser gegen Kupfer

Ausbau in der Innenstadt wird nicht gefördert

Vilsbiburg. Thomas Lang schwärmt von der Breitband-Entwicklung in der Stadt Vilsbiburg in den höchsten Tönen, ebenso von der „vorbildlichen Zusammenarbeit" mit dem „Breitband-Paten" Wolfgang Braumann. Die Stadt hat schon 2013 einen Masterplan auf den Weg gebracht, in dem die „weißen Flecken" definiert wurden, wo die Versorgung mit soliden Internet-Anschlüssen krankt.

 

Diesem Plan folgt der Ausbau bis heute und strickt so systematisch am eigenen Glasfasernetz. Gleichzeitig verlegen die Stadtwerke seit langem bei jeder Straßenbaustelle ein Leerrohr für Glasfaserkabel. Im Zuge der Breitband-Initiative werden nun auch die erforderlichen Knotenpunkte aufgebaut, von denen aus das Netz enger gestrickt werden kann.

 

Seit Juni 2016, dem Zeitpunkt der Übergabe des ersten staatlichen Förderbescheids, wurden weitere mehr als 60 Kilometer an Leerrohren verlegt, außerdem sind 13 Kabelverzweiger für das schnelle Internet installiert worden – vier mehr als ursprünglich geplant.

 

Das hat damit zu tun, dass sich die Baugenossenschaft mit 450 Wohneinheiten für die Zusammenarbeit mit M-Net entschieden hat, dem regionalen Telekommunikationsanbieter, der die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken als Einziger schätzt.

 

Denn die beiden anderen Unternehmen, die im Stadtgebiet aktiv sind – Telekom und Vodafone – verfügen über ein eigenes Leitungsnetz; dieses hat allerdings den Nachteil, dass es überwiegend aus alten Kupferkabeln besteht. Deshalb ist es mittlerweile so, dass die Bürger in Tattendorf mit 100 Mbit pro Sekunde im Netz unterwegs sind, während viele Bürger in der Kernstadt mit einstelligen Mbit-Datenraten auskommen müssen.

 

Wie Thomas Lang im Stadtrat auf Nachfrage der CSU-Fraktion darlegte, wird sich an diesem Zustand in nächster Zeit wenig ändern. Es sei jedoch zu beobachten, dass die Telekom tatsächlich Aktivitäten zeige, ihr Netz stellenweise zu verbessern, um dort gegenüber M-Net konkurrenzfähig zu bleiben. Er riet den Stadträten auf Nachfrage, bei Bedarf einfach M-Net in Stellung zu bringen.

 

Vodafone hingegen „bewegt sich keinen Millimeter" – obwohl es mit Internet-Bandbreiten werbe, die das Netz wohl nicht flächendeckend hergebe. Deshalb sei es von Vorteil, wenn die Stadtwerke bald immer öfter eine leistungsfähige Alternative anbieten könnten.

 

Der Leiter der Stadtwerke, Wolfgang Schmid, sagte gegenüber der VZ, dass es wohl rund 15 Jahre dauern wird, bis die Internet-Geschwindigkeitskarte in Vilsbiburg „wirklich überhaupt keine weißen Flecken mehr" haben wird.

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