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60 Jahre Volkshochschule Vilsbiburg - Gerhard Hellmann ist Ehrenvorsitzender

60 Jahre Volkshochschule Vilsbiburg
Regierungsvizepräsidentin Monika Weinl, Bürgermeister Helmut Haider, VHS-Leiter Johann Sarcher, Gerhard Hellmann, Josef Deimer, Präsident des Bayerischen Volkshochschulverbands, und stellvertretende VHS-Leiterin Irene Janner (Foto: Wilhelm Grässle)

Text: Vilsbiburger Zeitung, 26.11.2007


Rückblick auf sechs Jahrzehnte

"Wissen ist die wichtigeste Ressource"

Volkshochschule feierte ihr 60-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Grundschule


Vilsbiburg. Mit einem Festakt feierte die Volkshochschule (VHS) am Freitag ihr 60-jähriges Bestehen. Unter den Gästen in der Grundschule war auch der ehemalige und langjährige VHS-Vorsitzende Gerhard Hellmann, dessen Leistungen Bürgermeister Helmut Haider würdigte, indem er ihn zum Ehrenvorsitzenden ernannte. Festredner Josef Deimer, Präsident des Bayerischen Volkshochschulverbands und Alt-Oberbürgermeister von Landshut, ging in seiner Rede auf den Stellenwert von Bildung und insbesondere der Erwachsenen- und Weiterbildung ein (siehe ausführlicher Bericht auf Seite 15). "Ein noch so gutes Diplom, ein noch so großartiger Gesellenbrief haben heute eine kurze Halbwertszeit."


"Wissen ist heute die wichtigste Ressource in unserem rohstoffarmen Land. Wissen können wir nur durch Bildung erschließen", zitierte VHS-Leiter Johann Sarcher den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bietet die VHS in Vilsbiburg seit nun 60 Jahren ein breites Spektrum an Weiterbildungsmöglichkeiten an. Während es heute eine unerlässliche Aufgabe eines jeden einzelnen ist, sich weiterzubilden, war es Ende des Krieges vor allen Dingen der Wissenshunger und der Wunsch nach Kultur und Kunst, was die Menschen damals antrieb, Volkshochschulen zu gründen, erinnerte Johann Sarcher.


Dr. Ernst Puchner, damaliger Bürgermeister in Vilsbiburg, habe die dringende Aufgabe erkannt, einen Ort der Wissensvermittlung, der Information und der Begegnung der Kunst zu schaffen. "Er erhielt von der Regierung die Genehmigung, in Vilsbiburg eine Volkshochschule ins Leben zu rufen und am 11. Oktober 1947 war es dann soweit", sagte Sarcher.


Ständiges Problem: Raumnot

Nach zwölf Jahren der Unterdrückung der freien Meinungsäußerung durch das Nationalsozialistische Regime habe die Freiheit der Bildung im Mittelpunkt gestanden. Damit habe man die Entwicklung einer lebendigen Demokratie unterstützen wollen. Puchner wurde damals der erste Vorsitzende des Vereins, was die VHS damals noch war. Die VHS Vilsbiburg wuchs und wuchs. Steigende Einnahmen und Ausgaben und Besucherzahlen belegen dies. Deshalb hatte die VHS mit einem Problem zu kämpfen: mit der Raumnot. Zuerst im Rathaus untergebracht, konnte die VHS Anfang der siebziger Jahre mit der Realschule als Veranstaltungsort ihren Besuchern endlich adäquate Räumlichkeiten bieten. Sarcher würdigte diese Verbesserung als Meilenstein in der Geschichte und dankte in erster Linie dem Landkreis dafür. Doch auch dies reichte irgendwann nicht mehr aus: In den 80er Jahren zog die VHS in das ehemalige Finanzamt am Stadtplatz ein.


Für die heutige Raumnot stellte Bürgermeister Helmut Haider in seiner Rede Verbesserung in Aussicht: Nach dem Bau der neuen Krankenpflegeschule kann die VHS vorübergehend in die Räume der jetzigen Krankenpflegeschule einziehen. Anschließend soll das jetzige Gebäude umgebaut werden. Räume, die nicht im VHS-Gebäude untergebracht werden können, würden dann im Gebäude der Krankenpflegeschule verbleiben. "Damit wäre der VHS wieder für lange Zeit geholfen und die Stadt hätte ihrer kommunalen Verantwortung gegenüber der Erwachsenenbildung ein großes Stück Rechnung getragen", sagte Haider.


Idee Kulturpreis

Nicht von Anfang an war die VHS eine kommunale Einrichtung. Erst in den siebziger Jahren, nachdem man den Anschluss an die Landshuter VHS abgewendet hatte, wurde aus dem Verein eine städtische Volkshochschule. Dafür hatte sich besonders der langjährige Vorsitzende Gerhard Hellmann gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Josef Billinger eingesetzt, lobte Sarcher. Die Stadt leiste ihren finanziellen Anteils. Auch Haider hob den Einsatz der beiden hervor, denen es gelungen sei, Vorurteile aus dem Weg zu räumen: "Die Befürchtungen der Einflussnahme des Stadtrats auf das Programm der VHS waren in den 25 Jahren nie ein Thema", sagte Haider rückblickend auf die politische Neutralität. In den 80er Jahren wurde schließlich die Musikschule an die VHS angeschlossen.


Unter der Leitung von VHS-Direktor Gerhard Hellmann wurde schließlich Anfang der 90er Jahre der Gedanke eines Kulturpreises geboren und von 1994 bis 2001 von der VHS vergeben. Als die Verleihung von der Stadt übernommen wurde, erhielt Gerhard Hellmann als erster den Kulturpreis aus den Händen des Bürgermeisters. Am Freitag wurde er schließlich zum Ehrenvorsitzenden ernannt, worüber er sich äußerst gerührt zeigte.


Monika Weinl sprach in ihrer Rede ganz allgemein über Chancengleichheit beim Thema Bildung und knüpfte damit an die Rede von Josef Deimer an. Sie betonte jedoch auch, welch eine persönliche Befriedigung aus Bildung hervorgehen könne. "Ich habe selbst an der VHS jahrelang Spanisch gelernt", sagte sie. Die Einrichtung bezeichnete sie als absolute Bereicherung. "Die Entwicklung unserer VHS ist recht beeindruckend", sagte Bürgermeister Haider. So habe beispielsweise Hellmann die aktuelle Geräteausstattung der EDV-Kurse, das umfangreiche Kursangebot, Kunstausstellungen und Konzerte initiiert. Haider: "Die Leistung aller, die unsere städtische VHS auf den heutigen Stand gebracht haben, verdient Respekt und großes Lob."

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