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Text: Vilsbiburger Zeitung, 30.01.2008

Neubau der Ballsporthalle jetzt doch auf 'grüner Wiese'

Standort für die neue Ballsporthalle (Luftbild Wilhelm Grässle)
Luftbild: Standort für die neue Ballsporthalle (Wilhelm Grässle)

Stadtrat mit klarer Mehrheit für den Bau einer Ballsporthalle in Vilsbiburg

Grünes Licht für die "Grüne Wiese"

Haider: „Zufriedenstellendes Ergebnis" - Dank von allen Seiten an die drei Sponsoren

Vilsbiburg. Das Angebot dreier Privatpersonen, dem TSV Vilsbiburg und den Roten Raben einen sechsstelligen Betrag für den Erwerb eines Grundstücks für den Neubau einer Ballsporthalle zur Verfügung zu stellen, gab am Ende den Ausschlag. Mit der überraschend klaren Mehrheit von 19:4 Stimmen gab der Stadtrat am Montagabend grünes Licht für die Realisierung des Projektes auf der sogenannten "Grünen Wiese" in unmittelbarer Nähe des Dräxlmaier-Geländes. Die zahlreichen Zuschauer im völlig überfüllten Sitzungssaal des Rathauses quittierten das Ergebnis mit geradezu frenetischem Beifall.

Zugleich ist damit der Beschluss aus der Sitzung vom 3. Dezember 2007, als bei der damaligen Abstimmung dieser Standort mit 11:11 Stimmen noch nicht die notwendige Mehrheit im Gremium fand, aufgehoben. Mit dieser Pattsituation, das wurde am Montagabend in vielen Redebeiträgen deutlich, war niemand glücklich. Bürgermeister Helmut Haider war deshalb sichtlich froh, nun von neuen Erkenntnissen sprechen zu können, wodurch die Gelegenheit bestand, das Thema knapp zwei Monate später erneut auf die Tagesordnung zu nehmen.

Haider betonte, nun sei die oftmals gestellte Forderung, die Vereine müssten sich in diesen Prozess stärker einbringen, erfüllt. Er dankte, wie später alle weiteren Redner, den drei Privatpersonen aus der Vilsbiburger Wirtschaft, Michael Ostermaier, Fritz Dräxlmaier und Peter Bruckmayer, für diese großzügige Offerte: "So ein Angebot kann man eigentlich gar nicht ausschlagen."

CSU-Fraktionssprecher Georg Brams war anzusehen, dass er mit der neuen Entwicklung nicht so ganz glücklich war. Und das hatte einen ganz bestimmten Grund: Er selbst war in den vergangenen Wochen nämlich ebenfalls nicht untätig geblieben und hatte nochmals mit den Besitzern des Areals direkt gegenüber der Vilstalhalle verhandelt. Und er konnte ein überraschendes Ergebnis vermelden. In einem schriftlichen Dokument gab der neue Eigentümer des Grundstücks sein grundsätzliches Einverständnis zu einem Verkauf.

"Seit Januar 2008 bin ich nun neuer Besitzer der genannten Ackerfläche und freue mich, dieses Angebot der Stadt Vilsbiburg zu unterbreiten. Damit sollte der optimale Standort der Ballsporthalle garantiert sein", heißt es auszugsweise in diesem Schreiben, das der Vilsbiburger Zeitung vorliegt. Brams appellierte an seine Stadtratskollegen, sich nochmals ernsthaft über diese neue Variante Gedanken zu machen. "Aber ich denke, die Entscheidung steht praktisch schon fest, und es ist wohl auch notwendig, dass heute eine Entscheidung getroffen wird", sagte Brams etwas resignierend.

Dr. Ernst Christl (CSU) brachte einen möglichen Tausch der beiden Grundstücke ins Gespräch. Doch an diesem Abend, das war zu spüren, wollten die meisten Stadträte endlich, nach den doch ermüdenden und auch mit persönlichen Angriffen gespickten Diskussionen der vergangenen Wochen und Monate, endlich Nägel mit Köpfen machen. Sebastian Huber (Freie Wähler) erklärte, die Fläche gegenüber der Vilstalhalle sei vor einem Jahr der ideale Standort gewesen. Jetzt sei die Sachlage anders. Zum einen stehe man nun unter Zeitdruck, endlich mit einem Bau beginnen zu können, zum anderen dürfe man die drei großzügigen Sponsoren nicht vor den Kopf stoßen. "Da wurde von einigen vielleicht zu hoch gepokert...", mutmaßte Huber.

Gisela Floegel (bul) zog sich den Unmut einiger Kollegen zu, als sie etwas salopp den Spruch "Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul" formulierte. Auch sie, so Floegel, wolle das nicht tun, aber das Angebot bringe den Stadtrat in eine Situation, in der er zu einer bestimmten Entscheidung gedrängt werde und alternative Standorte ("Zum Beispiel am Gymnasium") nicht mehr untersucht würden.

Gleichwohl fand Floegel das Prozedere, eine getroffene Entscheidung nochmals zu überdenken, sehr positiv: "Das würde ich auch bei anderen Themen wie Bäume, Bus und Einbahnigkeit am Stadtplatz oder auch die knappe Entscheidung zugunsten der Aufstockung der Finanzmittel für die Ballsporthalle begrüßen."

Klaus Kirchner (SPD) warnte davor, die Diskussion nun wieder in falsche Richtungen laufen zu lassen. "Es ist alles gesagt. Wir sollten nun abstimmen." 2. Bürgermeister Rudolf Lehner (CS) stimmte zu: "Wir sind hier im Stadtrat im Grunde alle für die neue Halle. Treffen wir jetzt eine Entscheidung." Diese fiel mit 19:4 Stimmen überaus deutlich für den Bau der Halle auf der "Grünen Wiese" aus. Bürgermeister Haider, der sich stets für diesen Standort stark gemacht hatte, sprach daraufhin von einem "sehr zufriedenstellenden Ergebnis". Man werde nun den Bau auf diesem Gelände mit Nachdruck weiterverfolgen.

Georg Brams sicherte der Bürgermeister zu, bald zusätzlich mit dem Besitzer des Grundstücks gegenüber der Vilstalhalle über einen möglichen Erwerb zu sprechen. Und das waren am Ende eines langen und schmerzlichen Prozesses sehr versöhnliche Worte.

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