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Text: Vilsbiburger Zeitung, 23.07.2008 (Bernhard Beez)

Vorstellung des Bebauungsplanentwurfs für das ABV-Gelände

Luftaufnahme des ABV-Geländes (07/2008) - Foto: Klaus Leidorf

Vorstellung des Bebauungsplans: Kritik und Zustimmung hielten sich die Waage

Modernes und lebendiges Zentrum

Lebensmittelmarkt, Ärztehaus, Wohnungen und ein Hotel für das Haslbeck-Gelände

Vilsbiburg. Man benötigt schon eine gute Portion Fantasie, um sich das Haslbeck-Gelände, seit Jahren als "Schandfleck der Stadt Vilsbiburg" geschmäht, als blühende Landschaft vorzustellen. Doch die lange Leidenszeit des Areals könnte bald dem Ende zugehen. In der Stadtratssitzung am Montagabend stellte Architekt Rochus Wollasch seinen Entwurf eines Bebauungsplans vor. Demnach sollen ein Lebensmittelmittelmarkt mit Vollsortiment, mehrere Einzelhandelsgeschäfte, eine Apotheke, Wohnungen und Arztpraxen sowie ein Hotel mit Gastronomie am Vilsufer auf das derzeit noch brachliegende Gelände einziehen und es in ein lebendiges und modernes Zentrum verwandeln.Grossansicht in neuem Fenster: Bebauungsvorschlag für das ABV-Gelände (07/2008)

Architekt Wollasch erklärte kurz die Ausgangslage seines Konzeptes. Das gesamte Gelände sei extrem hochwassergefährdet, weshalb es bislang praktisch unmöglich gewesen sei, einen Investor beziehungsweise Mieter zu finden. "Nun hat sich die Situation aber grundlegend geändert, weil die richtigen Schutzmaßnahmen auf den Weg gebracht wurden", lobte er die Stadträte für ihre Beschlüsse bezüglich der Hochwasserfreilegung.

Wichtigster Punkt des Bebauungsplans ist der Lebensmittelmarkt mit Vollsortiment, angesiedelt im hinteren Bereich des Haslbeck-Geländes bis zum Färberanger. Die vorgegebene Größe von 1 400 Quadratmetern erweise sich dabei als bei Weitem nicht ausreichend: "2 100 Quadratmeter werden wir schon brauchen. Schließlich würde dieser Vollsortimenter in direkte Konkurrenz zum Markt im Gewerbegebiet West treten", sagte Wollasch.

Manche Stadträte beurteilten dies sehr kritisch. Sebastian Huber (Freie Wähler) sprach von einem "Monstrum", Wolfgang Perzl (CSU) verglich den Lebensmittelmarkt mit einer "modernen Ritterburg". "Muss der denn wirklich sein ? Wir sind doch nur eine Kleinstadt mit knapp 12 000 Einwohnern. Da würde es doch ein kleinerer Markt auch tun." Auch Karlheinz Hiller (FW) war alles andere als einverstanden: "Das ist eine sehr aufgeblasene Planung. Wir machen damit unser Stadtbild kaputt."

Aber es gab auch Befürworter: "Wir brauchen einen Vollsortimenter zur Belebung der Innenstadt", sagte Johann Sarcher (SPD). Und Michaela Feß (bul) lobte das Konzept als "sehr gelungen".

Allgemein bedauert wurde dagegen, dass der Lebensmittelmarkt nicht direkt an den Stadtplatz angebunden, sondern im Bereich des Färberangers angesiedelt werden soll. Doch Architekt Wollasch sowie der ebenfalls anwesende Investor Guido Berndt von der IS Projektentwicklungs GmbH verteidigten den Entwurf: "Weiter vorne ist einfach nicht genügend Raum vorhanden. Wir würden uns selbst der Möglichkeit berauben, hier einen richtig schönen Platz, auf dem man sich gerne aufhält, zu kreieren. Ein weiteres Problem hier ist der Troadkasten, der unter Denkmalschutz steht", so Wollasch. In der Tat war es vor allem dieser "Platzcharakter" zwischen Hotel, Troadkasten und Ärztehaus, der den meisten Stadträten ausnehmend gut gefiel. "Das ist wirklich dazu geeignet, die Attraktivität der Innenstadt zu steigern", freute sich Christine Koj (FW).

Sebastian Huber betrachtete die aktuelle Situation nüchtern: "Wie sieht es denn eigentlich derzeit aus ? Worüber sprechen wir hier ? Hat man für diese Planungen schon einen Mieter in der Hinterhand ?" Investor Bernd bestätigte dies: "Diese Planung ist im Prinzip das Ergebnis von Verhandlungen mit einem möglichen Betreiber eines Lebensmittelmarktes. Und auch bezüglich der anderen Gebäude wurden bereits Gespräche geführt."

Die Zahl der Parkplätze im gesamten Areal würde von derzeit 206 auf 425 mehr als verdoppelt. Möglich machen soll dies ein Parkdeck im Bereich des Lebensmittelmarktes. Insgesamt würde eine Fläche von 4 350 Quadratmetern verbaut werden. Ein Beschluss wurde vom Stadtrat am Montag noch nicht gefasst. "Nehmen wir die aktuelle Planung als Information zur Kenntnis", schlug Bürgermeiser Helmut Haider vor. Und SPD-Fraktionssprecher Klaus Kerscher appellierte an seine Kollegen: "Es ist klar, dass bei einem so wichtigen Thema unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen. Aber wichtig ist, dass wir konsenfähig bleiben. Das Haslbeck-Gelände darf in zehn Jahren einfach nicht mehr so aussehen wie heute."

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