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Text und Foto: Vilsbiburger Zeitung, 07.02.2011 (Georg Soller)

Träger des Kulturpreises 2010 - Heinz Loher

Kulturpreis 2010 - Heinz Loher
Von rechts: Erster Bürgermeister Helmut Haider, Ute und Heinz Loher, Laudator Josef Kraus

Kulturpreis der Stadt Vilsbiburg an Heinz Loher überreicht

Vilsbiburg., d In einem Festakt in der Aula der Grundschule erhielt Heinz Loher am Freitagabend aus der Hand von Bürgermeister Helmut Haider den Kulturpreis für das Jahr 2010. Loher wurde dafür ausgezeichnet, dass er über 30 Jahre hinweg die künstlerische Leitung des VHS-Kammerorchesters inne und damit die klassische Musik in Vilsbiburg auf nachhaltige Art gefördert hat. Der Preisträger freute sich erkennbar über diese Auszeichnung. Zuvor hatte der Direktor des Maximilian-von-Montgelas-Gymnasiums, Josef Kraus, in einer viel gelobten Laudatio nicht nur die Leistung Lohers gewürdigt, sondern zunächst den Wert der Musik für Bildung und Kultur erläutert.

 

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum", zitierte Kraus den Philosophen Friedrich Nietzsche. Musik habe einen Eigenwert und einen Mehrwert, fügte Kraus hinzu und warnte gleichzeitig davor, sie im Sinne der New Economy auf ihre Zulieferungsfunktion für andere, "nützliche" Bereiche zu reduzieren. Denn viel zu oft werde Kultur, und damit auch die Musik, als verzichtbares Beiwerk in der globalisierten Wirtschaftswelt gesehen; er könne jene Leute nicht verstehen, sagte Kraus, die meinen, die KuMuTu-Fächer (Kunst, Musik und Turnen) könnte man sich sparen und am besten außerhalb der Schule betreiben.

 

Die Musik, gerade auch die klassische, helfe Menschen dabei, Wurzeln zu schlagen und Heimat zu finden. Eigenes Musizieren, so habe der Musikpädagoge Hans Günter Bastian herausgefunden, kompensiere Konzentrationsschwächen, führe zu einem bedeutenden Intelligenz-Gewinn, zu besserer sozialer Kompetenz und zu mehr Kreativität.

 

Das gemeinsame Musizieren zieht sich auch wie ein roter Faden durch Heinz Lohers Leben. In den 60er Jahren absolvierte er sein Musikstudium in München, und schon auf seiner ersten Stelle engagierte sich der junge Musiklehrer außerschulisch für Orchester und Chor. Gleiches bei dem Aufenthalt der jungen Familie Loher im nordgriechischen Thessaloniki von 1973 bis 1980: Dort inszenierte er einen Kammerchor, den er bei Aufführungen immer wieder mit dem nordgriechischen Staatsorchester verband.

 

Kurz nach seiner Ankunft in Vilsbiburg begann er, Musiker für ein Kammerorchester zu suchen; organisatorisch suchte er Hilfe unter dem Dach der Volkshochschule. Das aus dieser Initiative gegründete Kammerorchester ist bis heute ein Ort geblieben, an dem engagierte Laien ihre Liebe zur klassischen Musik ausleben können. Loher sei dabei nicht nur Musiklehrer, sondern einer, der die jungen Leute und manche Kollegen zu Aktivitäten mitgerissen hat", sagte Kraus: "Ein Talentfinder und Talentförderer."

 

Aber nur wer selbst Vergleichbares im einem Bereich des Kulturbetriebs geleistet habe, könne ermessen, wieviel Arbeit tatsächlich hinter einem Unternehmen wie diesem stecke, sagte Kraus: Mit seiner Beharrlichkeit sei es Heinz Loher gelungen, dass in Vilsbiburg Hunderte von Musikern und Tausende von Musikliebhabern große Momente der Freude und der musikalischen Bereicherung erlebt hätten. "Und dafür gebührt Ihnen als äußeres Zeichen dieser Kulturpreis."

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