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Text: Vilsbiburger Zeitung, 16.02.2011 Fotos: Architekten Nadler & Sperk

Quartiersplanung Kirchenweg/Seyboldsdorfer Straße - Vorstellung der Planungen im Stadtrat am 14.02.2011

Quartiersplanung Kirchenweg/Seyboldsdorfer Straße - Fotomontage

Ein Konzept wird zur Vision

Quartiersplanung Kirchenweg/Seyboldsdorfer Straße fand nahezu einhellige Zustimmung

Vilsbiburg. Die Architektenpartnerschaft Nadler und Sperk aus Landshut hatte offenbar den Geschmack der Vilsbiburger Stadträte getroffen. Von verhaltener Zustimmung bis hin zu offener Begeisterung reichten die Reaktionen auf die vorgelegte Quartiersplanung für den Bereich zwischen Kirchenweg und Seyboldsdorfer Straße. Immer wieder wurden die Ausführungen von Beifallsbezeugungen unterbrochen. Am Ende der Vorstellung geriet Florian Anzeneder (CSU) nahezu ins Schwärmen: "Was Sie vorgelegt haben, ist eine tolle Vision. Das ist eine Planung, an der wir uns in den kommenden Jahren orientieren können."

Grossansicht in neuem Fenster: Quartiersplanung Kirchenweg/Seyboldsdorfer Straße - LageplanDie beiden Stadtplaner hatten ihre Planung in vier Teilbereiche untergliedert und dabei auch schon eine Prioritätenliste erstellt. "Herzstück" des Konzeptes ist das Areal um die Vilsbiburger Stadtpfarrkirche. Der Zugang vom Kirchenweg aus soll über eine breite, flache Treppe erfolgen, die Kirche selbst einen großen Vorplatz erhalten. "Dies würde die Präsenz der Kirche im Vergleich zum Ist-Zustand deutlich erhöhen", sagte Architekt Karl Sperk. Das Benefiziumshaus, in dem eine Kinderkrippe eingerichtet werden soll, würde einen direkten Zugang zum Vorplatz erhalten.

Beide Architekten plädierten dafür, diesen Bereich als Erstes in Angriff zu nehmen. Platz zwei auf der Prioritätenliste erhielt die Mittelschule. Hier wurden erste Vorgaben von Schulleiter Karl-Heinz Thöne, der sich beispielsweise für ein großes Aktivitätsfeld ausgesprochen hat, bereits eingearbeitet. Auf die Frage von Xaver Peisl (CSU), wa rum man nicht die Mittelschule als ersten Punkt anpacken könne, meinte Karl Sperk: "Erst muss die Generalsanierung der Schule erfolgen. Anschließend kann man sich intensiv um die Außenanlagen kümmern. Anders herum würde es keinen Sinn ergeben." Mit dieser Antwort gaben sich alle Stadträte zufrieden. Weiter erklärte Sperk, dass eine Arbeitsgruppe in der Mittelschule selbst derzeit ein Konzept für die Gestaltung eines großen Pausenhofs entwickle. "Die Ergebnisse daraus werden wir selbstverständlich in unserer Planung berücksichtigen."

Grossansicht in neuem Fenster: Quartiersplanung Kirchenweg/Seyboldsdorfer Straße - FotomontageAls dritten Punkt stellten die Stadtplaner ihr Konzept für das Johannishaus vor, in dem derzeit das Mütterzentrum sowie ein Kindergarten untergebracht sind. Hier will man eine deutliche Umfeldverbesserung erzielen. Dies hängt jedoch auch davon ab, welche Verwendung die Stadt Vilsbiburg für das Gebäude künftig vorsieht. Der letzte Punkt auf der Prioritätenliste ist die Gaststätte in der Seyboldsdorfer Straße. Hier würden sich die Architekten einen direkten Zugang zu den übrigen Bereichen wünschen: "Eine Gaststätte mit einem schönen Biergarten würde das Quartier noch deutlich aufwerten. Aber dieser Vorschlag ist eher langfristig zu sehen", sagte Sperk.

Grossansicht in neuem Fenster: Quartiersplanung Kirchenweg/Seyboldsdorfer Straße - Modell 1Rampe nicht machbar

"Die Treppe zur Kirche ist eine gute Idee, allerdings fällt sie etwas zu breit aus", sagte Wolfgang Perzl in der anschließenden Diskussion. Insbesondere der Wegfall der bestehenden Gasse für die Radfahrer missfiel ihm wie auch Gisela Floegel (Die Grünen): "Bitte keine Umwege für Rollstuhlfahrer ! Gibt es denn nicht die Möglichkeit, am Rande der Treppe eine Rampe zu installieren ?" Leider nein, entgegnete Architekt Sperk: "Für eine behindertengerechte Rampe wäre der Weg viel zu kurz, die Rampe somit viel zu steil angelegt." Er verwies darauf, dass links um das Benefiziumshaus herum ein Weg führen würde, der von Radfahrern und Rollstuhlfahrern genutzt werden könne und direkt auf den Vorplatz der Kirche führen würde.

Grossansicht in neuem Fenster: Quartiersplanung Kirchenweg/Seyboldsdorfer Straße - Modell 2Georg Brams (CSU) sagte dazu: "Wenn wir einen Kirchenvorplatz haben wollen, sollten wir keinesfalls auf diese Treppe verzichten. Dadurch wird die Kirche offen gemacht und an die Stadt herangeführt. Ich finde das sehr gelungen." Und Anzeneder appellierte an die Stadtratskollegen eindringlich, "nicht schon wieder alles im Detail zu zerreden".

Wolfgang Perzl hatte zuvor bemängelt, dass nicht schon im Vorfeld mit dem Bauausschuss beziehungsweise dem Arbeitskreis Städtebau gemeinsam geplant wurde. "Das ist ja heute nur die erste Vorstellung. Das kann man nach wie vor machen", entgegnete Bürgermeister Helmut Haider (Freie Wähler). Er schlug vor, den Arbeitskreis Städtebau wieder ins Leben zu rufen und stieß damit auf breite Zustimmung. "Vielen Dank, meine Herren, wir werden sicher wieder auf Sie zukommen", sagte Haider unter dem Beifall der Anwesenden zu den Architekten Michael Nadler und Karl Sperk. So freundlich werden nur selten Sachverständige vom Vilsbiburger Stadtrat verabschiedet.

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