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Text: Vilsbiburger Zeitung, 07.05.2011, Georg Soller

Träger der Bürgermedaille 2011 - Franz Grötzinger

Bürgermedaille 2011 - Franz Grötzinger

Die Partnerschaft mit Leben erfüllt

Stadtrat verlieh bei Festsitzung Bürgermedaille an Buja-Beauftragten Franz Grötzinger

Vilsbiburg. "Diese Aufgabe war mir vom ersten Tag an eine Herzensangelegenheit", sagte Franz Grötzinger am Donnerstagabend bei seiner Dankadresse an den Stadtrat. Während der Festsitzung hatte ihm Bürgermeister Helmut Haider zuvor die Bürgermedaille verliehen "in Anerkennung um die besonderen Verdienste bei der Entstehung und der Pflege der Städtepartnerschaft zwischen Buja und Vilsbiburg". Grötzingers besondere Leistung sei es, diese Partnerschaft mit Leben erfüllt zu haben, sagte Haider, "und ich denke, das wird er auch in Zukunft in diesem Sinne weitermachen".

 

Grossansicht in neuem Fenster: Bürgermedaille 2011 - Bürgermeister Helmut Haider (links) überreicht Urkunde und BürgermedailleDie im Jahr 2001 gegründete Städtepartnerschaft zwischen dem italienischen Buja und Vilsbiburg kam nicht ganz zufällig zustande. "Ausgangspunkt dafür waren die ab 1997 angestellten Forschungen des Heimatvereins für die Sonderausstellung ?Ziegelpatscher und Ziegelbrenner im Vilsbiburger Land'", sagte der Bürgermeister in seiner Laudatio.

 

Einige Mitglieder des Museumsteams fuhren damals im Zuge einer Feldforschung nach Buja und sprachen dort mit den Nachkommen der "Fornaciai", die ab Mitte des 19. Jahrhunderts als italienische Gastarbeiter im Ziegeleiwesen in Vilsbiburg beschäftigt waren.

Die Bujesi schließlich besuchten die erfolgreiche Ausstellung im Heimatmuseum, es folgten Besuch und Gegenbesuch einer jeweils größeren Reisegruppe, was schließlich in die Idee und die Umsetzung der ersten Städtepartnerschaft der Stadt Vilsbiburg mündete. Bei einem Festakt im Mai 2001 wurde diese in Vilsbiburg offiziell gegründet.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Bürgermedaille 2011 - Das Blockflöten-Ensemble der MusikschuleVon Anfang an dabei

Nun ist es eine Sache, wenn Kommunalpolitiker eine Städtepartnerschaft gründen, eine andere, diese internationale Beziehung mit freundschaftlichen Banden zu festigen und zu bereichern. Und hier beginnt die besondere Leistung von Franz Grötzinger, der von Anfang an bei den Besuchen in Buja dabei war. Sowohl als Feldforscher für den Heimatverein als auch später als offizieller Partnerschaftsbeauftragter der Stadt habe er "viel Zeit und Arbeitskraft in die Vorbereitung und die Durchführung von Besuchen und Feierlichkeiten sowie deren Dokumentation investiert", sagte der Bürgermeister.

 

Neben den offiziellen Partnerschafts-Feierlichkeiten gehören dazu gegenseitige Besuche von Vereinen und Schulen. Auch die Vilstalmaler begaben sich auf eine Malreise ins Friaul, die Radsportler trafen sich dort mit dem italienischen Radsportclub und Fußballer sowie Vol leyballer besuchen sich gegenseitig auf entsprechenden Turnieren. "Sehr beliebt sind auch die jeweiligen Feste", sagte Haider, und so finde man auf dem Volksfest und dem Stadtfest stets italienische Besucher, und das Stierfest in Buja genieße umgekehrt in Vilsbiburg einen guten Ruf.

 

In fast allen Treffen war Franz Grötzinger als Partnerschaftsbeauftragter beteiligt, ob als Organisator, als Reiseleiter oder als Dolmetscher. Mit seinen ständig besser werdenden Italienisch-Kenntnissen sei er ein wertvoller Helfer bei der gegenseitigen Verständigung. Er sei Ansprechpartner auf beiden Seiten, stimmt die Termine ab, kümmert sich um die Unterkunft und Verpflegung der Gäste ebenso wie um die Gastgeschenke oder die Pressearbeit, sagte Haider: "Er bereitet alles akribisch vor, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen."

 

In diesem Zusammenhang erzählte er zur Erheiterung der Zuhörer, wie die italienische Mentalität den gründlichen Franz Grötzinger immer wieder vor Herausforderungen stellt: "Wir feiern ja in zwei Wochen das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft, aber noch immer weiß er nicht genau, wie viele Gäste aus Buja kommen werden."

 

Zu den besonderen Projekten Grötzingers gehört es, beharrlich auf die Sanierung des historischen Wegweisers in Buja hinzuwirken. Aber auch in Vilsbiburg soll nach dem Abriss des "Seimel-Hauses" eine Gedenktafel aufgestellt werden, die auf die historischen Wurzeln der Partnerschaft hinweist. Für diese und andere Aktivitäten würden im Arbeitskreis Buja die Weichen gestellt und die Finanzierung besprochen.

 

"Eine besondere Wärme"

In seiner kurzen Dankadresse sagte Grötzinger, dass ihn diese Bürgermedaille sehr freue und er sich besonders geehrt fühle. Er gab zu bedenken, dass er das alles ohne die Hilfe aus der Stadtverwaltung und des Arbeitskreises Städtepartnerschaft nicht geschafft hätte. Die Freundschaft mit den Bujesi allerdings sei alle Bemühungen wert: "Bis heute spürt man eine besondere Wärme, die aus dieser langen Geschichte kommt."

Musikalisch wurde die Feier vom Blockflötenensemble der Musikschule umrahmt.

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