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Text, Fotos: Vilsbiburger Zeitung, 10.07.2013, Michael Betz

Dorferneuerung - Zwölf Solarlampen bringen Licht auf die künftige „Grüne Mitte" - Montage ohne Kabel

Zwölf Solarlampen bringen Licht auf die künftige 'Grüne Mitte'

Die Sonne erhellt ein Gemeinschaftswerk 

Zwölf Solarlampen bringen Licht auf die künftige „Grüne Mitte" - Montage ohne Kabel 

Vilsbiburg. Es ist ein seltsames  Aggregat, das auf seinen Raupenketten  über die künftige „Grüne  Mitte" rumpelt. Ein langer Arm am  vorderen Ende klappt hoch, dann  schraubt sich ein metallglänzender  Zylinder langsam in die Erde. - So  einfach wird ein Fundamtent für  eine der zwölf Solarlampen gesetzt,  die künftig die Freifläche hinter der  Schloßwirtschaft in Haarbach beleuchten  werden. Damit setzt man  für diese Maßnahme im Rahmen der  laufenden Dorferneuerung auf mordernste  Technik, wie Architektin  Claudia Geilersdorfer bei einem  Ortstermin erklärt: Die Lampen  sind vom Stromnetz unabhängig,  außerdem arbeiten sie mit zukunftsweisender  LED-Technik.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Zwölf Solarlampen bringen Licht auf die künftige 'Grüne Mitte'Etwas ungewohnt sehen die Solar-  LED-Lampen auf den ersten  Blick schon aus, ein wenig wie ein  mattschwarzes Eis am Stiel: Am  oberen Ende sitzt nämlich eine quadratische  Verdickung aus acht Photovoltaik-  Feldern. Diese Module  fangen rundum das Sonnenlicht ein,  das später, in elektrische Energie  umgewandelt, den Platz beleuchtet.  Zwei der Lampen stehen schon seit  22. Mai auf dem weitläufigen Areal  zwischen dem mittlerweile großzügig  renatuierten Haarbach und der  Tattendorfer Straße. „Grüne Mitte"  heißt das Projekt, für das die Stadt  Vilsbiburg als Finanzier, das Amt  für Ländliche Entwicklung als Koordinator  und Zuschussgeber und  vor allem die Haarbacher Bürger an  einem Strang ziehen. In unzähligen  Treffen, die seit rund zehn Jahren  stattfanden, wurde Maßnahme auf  Maßnahme für die Dorferneuerung  umgesetzt - mit der „Grünen Mitte"  als krönendem Abschluss.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Acht Solarmodule fangen das Sonnenlicht ein und machen Strom darausIm vergangenen September starteten  die Bauarbeiten auf dem Gelände  hinter einem Wirtschaftsgebäude  an der Rückfront der Schloßwirtschaft,  das die Stadt durch einen  glücklichen Umstand kaufen  konnte. Seitdem verwandelt sich  das Gelände immer mehr in eine  Naherholungs-Oase: Ein großer  Weiher wurde vor wenigen Wochen  von Schulkindern bepflanzt und  wird jetzt schon von einem dichten  Grüngürtel umsäumt. Auf dem weiten  Kiesplatz im Zentrum des Geländes  sollen künftig kleine und  große Fest stattfinden, auch die Eisstock-  Freunde werden im Winter  dort einen Platz für ihr Hobby finden.  Der Haarbach fristet nicht  mehr als besserer Entwässerungsgraben  ein Nischendasein, sondern  fließt in sanften Kurven durch ein  breites begrüntes Bett. „Demnächst  wird auch ein Holzsteg montiert,  der auf den Weiher hinausführt",  läßt Architektin Claudia Geilerdorfer  auf den weiteren Zeitplan blicken.

 

1,60 Meter tiefes Fundament

 Währenddessen haben die beiden  Arbeiter an einer kleinen Raupenketten-  Bohraggregat weitere Fundamente  für die Solarlampen jeweils  1,60 Meter tief in die Erde geschraubt.  „Notfalls kann man das  sogar von Hand machen, es gibt  auch entsprechende Vorsatzgeräte  für Bagger", macht Hermann Bauer  deutlich, der örtliche Beauftragte  der Teilnehmergemeinschaft der  Dorferneuerung. Es ist also nicht  übermäßig kompliziert, den Solarlampen  einen sicheren Standplatz  zu verschaffen - in die Fundamente  werden die Lampenmasten nämlich  einfach hineingesteckt und fixiert.  „Weil für Solarlampen keine Verkabelung  notwendig ist, kann man mit  diesem System auch jederzeit die  Standorte der Lampen verändern",  betont Claudia Geilersdorfer.  Schließlich könne es ja sein, dass  aus den Erfahrungen der Praxis heraus  ein Standort nachträglich verändert  werden müsse.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Mit einer kleinen Spezialmaschine auf Raupenketten können zwei Arbeiter bequem zuerst die Schraubfundamente für die Solarlampen in den Boden drehenMit den beiden seit 22. Mai hinter  dem Stadel und an der nebenan einmündenden  Gasse stehenden Lampen  hat man jedenfalls gute Erfahrungen  gemacht, wie Bauer und  Geilersdorfer übereinstimmend betonen.  Der LED-Lichtkopf mit 3200  Lumen und einem hellen, weißen  Licht hat eine Lebensdauer von  rund 50 000 Stunden, für den Akku  werden sechs Jahre prognostiziert.  Der Akku speichert über den Tag  hinweg die aus der Sonne gewonnene  Energie, um sie dann nachts abzugeben.  Durch die Rundum-Anordnung  der Solarmodule wird unabhängig  vom Sonnenstand Energie  erzeugt. „Und die Lampen funktionieren  auch bei diffusem Licht, also  etwas bedecktem Himmel", fügt  Claudia Geilersdorfer an. Auch bei  einer Schlechtwetterperiode wird es  also nicht finster auf der „Grünen  Mitte".

 

Modulares System

 Das gesamte System der Lampen  ist modular aufgebaut - defekte  Bauteile können jeweils einzeln  ausgetauscht werden. Man muss  also nicht jeweils die ganze Lampe  ersetzen, die inklusive Montage pro  Stück 2750 Euro kostet. 34 Prozent  der förderfähigen Kosten gibt es für  die Stadt als Zuschuss im Rahmen  der Dorferneuerung zurück, so dass  die Installation der Solarlampen am  Ende genausoviel kostet wie billigere  konventionelle Lampen gekostet  hätten.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Auch die Arbeiten an der Tattendorfer Straße laufen momentan auf HochtourenDie Montage der Lampen war in  der vergangenen Woche nur ein  kleiner Aspekt der in Haarbach laufenden  Arbeiten. Entlang der „Grünen  Mitte" wird derzeit die Tattendorfer  Straße neu ausgebaut. Im Bereich  vor der Gastwirtschaft wird  sie gepflastert, um so das historische  Ortszentrum am ehemaligen  Schloss hervorzuheben. Der weitere  Straßenverlauf wird zwar asphaltiert,  der Gehweg entlang der Straße  wird aber durchgehend mit  Pflaster belegt. Am oberen Eck der  Freifläche der „Grünen Mitte" ist  das Fundament für einen künftigen  Pavillon bereits fertig, der einmal  alle Anschlüsse für Strom, Wasser  und Kanal unter Dach und Fach  halten wird. Mit der Fertigstellung  der „Grünen Mitte" wird nach vorsichtigen  Schätzungen heuer im  Herbst gerechnet.

 

 

Bildunterschriften von oben 

  • Eine Art von Naherholungsgebiet wird die „Grüne Mitte" Haarbach sein, wenn sie relativ bald fertiggestellt ist. Mitten im Herzen des Ortes bietet die Infrastrukturmaßnahme den Bürgern dann Raum zur Erholung (beispielsweise am Weiher oder am Flusslauf) oder für Festivitäten (die große Freifläche im Zentrum des Areals). Für das richtige Licht sorgen dabei zwölf Solarlampen, eine davon ist in der Bildmitte zu sehen. 
  • Acht Solarmodule fangen das Sonnenlicht ein und machen Strom daraus, der in einem Akku gespeichert wird, um die LED-Lampe zu betreiben. 
  • Mit einer kleinen Spezialmaschine auf Raupenketten können zwei Arbeiter bequem zuerst die Schraubfundamente für die Solarlampen in den Boden drehen und danach dort die Lampen einsetzen. 
  • Auch die Arbeiten an der Tattendorfer Straße laufen momentan auf Hochtouren.

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